Börse am Morgen: Siemens Energy, TKMS, Vonovia, FOMC, Konjunkturdaten - Nord LB Marktbericht
Der chinesische Automarkt ist mit einem deutlichen Rückgang ins neue Jahr gestartet. Der Absatz fiel im Januar im Vergleich zum Vormonat um 19,5% auf 1,4 Mio. Fahrzeuge, wie der Branchenverband CAAM mitteilte. Das ist das stärkste Minus seit Februar 2024. Besonders deutlich war der Rückgang bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden (New Energy Vehicles, NEV), obwohl diese Kategorie sich zuletzt immer besser als der gesamte Absatz entwickelt hatte. Hier brachen die Verkäufe um 22,9% ein. Der weltweit größte Automarkt leidet unter einem harten Preiskampf, gekürzten staatlichen Subventionen und einer schwächelnden Konjunktur.
Trotz der mauen Konjunktur hat der Deutschland-Tourismus im vergangenen Jahr erneut einen Rekord geschafft. Es gab 497,5 Mio. Gästeübernachtungen und damit 0,3% mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dazu beigetragen haben auch die Zahlen zum Jahresende: Im Dezember 2025 verbuchten die Betriebe 32,0 Mio. Übernachtungen. Das waren 3,6% mehr als vor Jahresfrist und damit der höchste Wert, der je in einem Dezember erreicht wurde. Das Wachstum beim Camping hielt an: Die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen stieg deutlich um 4,2%. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 konnten die Campingplätze ihre Übernachtungen sogar um etwa ein Viertel steigern (+24,9%).
Tagesausblick
Die britischen BIP-Daten zu Q4/25 stellen heute auf der Makroökonomischen Seite das Highlight des Tages dar. Nachdem das Vereinigte Königreich im ersten Quartal noch solide Werte verzeichnete, steuerte man in den Folgequartalen in Richtung Nullwachstum, was knapp vermieden werden konnte. Zwar dürfte das Schlussquartal des letzten Jahres etwas besser ausfallen als noch Q3/25, überzeugend sind die Zahlen voraussichtloch aber nicht. Es liegt u.a. an der britischen Regierung die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.
Aktienmärkte
Der deutsche Leitindex hat gestern nach dem US-Arbeitsmarktbericht seine zuvor erlittenen Verluste geringfügig reduziert. Doch letztlich blieb die Stimmung unter den Investoren gedämpft. In puncto Unternehmensberichte war einiges los. Auf der Gewinnerseite standen z.B. Immobilienwerte, wobei Vonovia ein Hoch seit Ende November erreichten. Am begehrtesten waren jedoch die Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy, die ihre Rekordjagd mit dem Sprung über die Marke von 160 EUR fortsetzten. Wieder bemerkbar machten sich nach einer Stabilisierung in den vergangenen Tagen die Sorgen der Anleger, dass die Künstliche Intelligenz in einigen Branchen die Geschäftsmodelle gefährden könnte. SAP, Scout24 und Zalando gehörten erneut zu den größeren Verlierern. DAX -0,53%; MDAX -1,07%; TecDAX -1,21%.
Die Wall Street hat ihr anfängliches Plus nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten nicht halten können. Im Berichtsmonat Januar haben diese positiv überraschen können. Damit drohen nun zunächst wohl noch kontroversere Diskussionen im FOMC. Das Sitzungsprotokoll wird damit zur Pflichtlektüre für alle Marktteilnehmer. Die Fed wird perspektivisch aber nicht um Leizinssenkungen herumkommen. Auf dem Parkett ging der Ausverkauf im Software- und Finanzdienstleistungssektor weiter. Dow Jones -0,13%; S&P 500 0,00 %; Nasdaq Comp. -0,16%.
Unternehmen
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat in Q1 seines Geschäftsjahres seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis habe sich auf 1,16 Mrd. EUR mehr als verdoppelt. Dabei habe der Konzern auch von einem besseren Ergebnis der Problemtochter Gamesa profitiert. Für das Geschäftsjahr erwartet das Management im Gesamtkonzern weiterhin unter anderem ein vergleichbares Wachstum der Umsatzerlöse in der Bandbreite von 11 - 13% und eine Ergebnis-Marge vor Sondereffekten zwischen 9 - 11%. Gamesa soll die Gewinnschwelle erreichen.
Der Rüstungskonzern TKMS hat nach den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 seine Umsatzprognose angehoben. Die Erlöse sollten ggü. dem Vorjahr um 2 - 5% steigen, hieß es. (bislang 1 - 2%). In Q1 lag der Umsatz bei 545 Mio. EUR nach 550 Mio. EUR vor Jahresfrist. Mit einem Betrag von 26 Mio. EUR fuhr der Konzern ein stabiles bereinigtes EBIT ein.
Devisen
Der EUR gab nach den überraschend starken US-Arbeitsmarktzahlen nach.
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