Gerresheimer: Kursziel und Kurs im Sinkflug
Am Abend verkündet Gerresheimer, dass man die Publikation der 2025er Zahlen verschieben wird. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Man hat eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Zahlen für 2024 und 2025 zu überprüfen. Hintergrund sind Untersuchungen zur Umsatzerfassung und Bilanzierung. Die Zahlen der beiden vergangenen Jahre dürfte nach unten korrigiert werden.
Auch kündigt Gerresheimer hohe Abschreibungen an. Vermutlich werden diese bei 220 Millionen Euro bis 240 Millionen Euro liegen. Diese beziehen sich vor allem auf Technologie- und Entwicklungsprojekte der Sensile Medical sowie Vermögenswerte des Moulded-Glass-Werks in Chicago (USA).
Angekündigt wird zudem der Verkauf der US-Tochter Centor.
2026 rechnet Gerresheimer mit einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro bis 2,4 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei 18 Prozent bis 19 Prozent liegen.
All dies belastet das Vertrauen in die Gesellschaft weiter. Der Umsatz für 2024 dürfte vermutlich um 35 Millionen Euro unter den früher gemeldeten Zahlen liegen, das EBITDA wird um 24 Millionen Euro belastet werden. Das Ergebnis je Aktie für 2025 wird vermutlich negativ ausfallen.
Als schwach werten die Analysten von mwb research den Ausblick auf 2026. Der angekündigte Centor-Verkauf wird das Ergebnis langfristig belasten. Das Geschäft der Amerikaner ist hochmargig.
Die Experten bestätigen die Halteempfehlung für die Papiere von Gerresheimer. Das Kursziel stand bisher bei 27,60 Euro. Es sinkt in der neuen Studie auf 19,10 Euro.
Die Experten der UBS belassen es beim Rating „neutral“ und dem Kursziel von 29,00 Euro für die Gerresheimer-Papiere. Die Prognose für 2026 verfehlt die Erwartungen.
Von den Analysten von Barclays kommt weiter die Einschätzung „equal weight“ für die Papiere der Düsseldorfer. Hier liegt das Kursziel bei 23,00 Euro.
Die Aktien von Gerresheimer (WKN: A0LD6E, ISIN: DE000A0LD6E6, Chart, News) geben 30,0 Prozent auf 19,04 Euro nach. In den vergangenen zwölf Monaten kommt die Aktie auf ein Minus von 75 Prozent.

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