Commerzbank erhöht Dividende - Ausblick schwächer als von Experten erwartet
Die Commerzbank hat im Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben vom Mittwoch ein operatives Rekordergebnis erzielt und erhöht die Ausschüttung an die Aktionäre deutlich. Das operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, während der Konzernüberschuss 2,63 Milliarden Euro erreichte und damit leicht unter dem Vorjahreswert lag. Die Bank will die Dividende auf 1,10 Euro je Commerzbank Aktie anheben, nach 0,65 Euro im Vorjahr. Insgesamt sollen rund 2,7 Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückfließen, knapp 1 Milliarde Euro mehr als ein Jahr zuvor.
Die Erträge legten um 10 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zu. Treiber waren unter anderem ein um 7 Prozent gestiegener Provisionsüberschuss von 4 Milliarden Euro sowie ein stabiler Zinsüberschuss von 8,2 Milliarden Euro trotz gesunkener Leitzinsen. Das operative Ergebnis profitierte zudem von einem verbesserten Kosten-Ertrags-Verhältnis, das sich auf 57 Prozent nach 59 Prozent im Vorjahr verbesserte. Das Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft wuchs um 10 Prozent auf 115 Milliarden Euro.
Belastet wurde das Nettoergebnis durch Restrukturierungsaufwendungen von 562 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Umbau der Bank. Ohne diese Effekte hätte der Konzern einen Gewinn von rund 3 Milliarden Euro erzielt. Die harte Kernkapitalquote lag zum Jahresende bei 14,7 Prozent und damit weiterhin deutlich über den regulatorischen Anforderungen.
„Noch viel Potenzial heben”
„Wir haben unsere ehrgeizigen Wachstumsziele für 2025 nicht nur erreicht, sondern an vielen Stellen sogar übertroffen. Und unser Aktienkurs hat sich mehr als verdoppelt”, sagte Bettina Orlopp, Vorstandsvorsitzende der Commerzbank. „Wir sind überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren noch viel Potenzial heben können.”
Für das laufende Jahr erwartet die Commerzbank einen weiteren Gewinnanstieg und stellt ein Nettoergebnis über dem bisherigen Zielwert von 3,2 Milliarden Euro in Aussicht. Der Zinsüberschuss soll auf rund 8,5 Milliarden Euro steigen, während die Cost-Income-Ratio auf etwa 54 Prozent sinken soll. Die Bank plant zudem, weiterhin 100 Prozent des Gewinns nach Abzug von AT-1-Kuponzahlungen an die Aktionäre auszuschütten. Analysten hatten im Vorfeld eine höhere Prognose erwartet, was den Aktienkurs der Commerzbank heute stärker unter Druck setzt - der allerdings auch in den letzten Jahren deutlich gestiegen war, nicht zuletzt durch Übernahmephantasie.
Für 2028 erwartet die Commerzbank „eine Nettoeigenkapitalrendite von 15 Prozent, eine Cost-Income-Ratio von 50 Prozent, eine harte Kernkapitalquote von 13,5 Prozent sowie ein Nettoergebnis in Höhe von 4,2 Milliarden Euro”.
Die Commerzbank Aktie (WKN: CBK100, ISIN: DE000CBK1001, Chart, News) notiert bei 33,17 Euro mit 5,93 Prozent im Minus.
