Die „Magnificent 7“ und Dt. Telekom, Rheinmetall, Zalando im Blickpunkt - Börse München
Die deutschen Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche uneinheitlich tendiert. Geprägt war das Geschäft dabei zunächst vor allem von schlechten Wirtschaftsdaten und zahlreichen Unternehmensmeldungen aus Deutschland, Europa und den USA im Rahmen der laufenden Bilanzberichtssaison. Dabei setzte sich vor allem zu Wochenbeginn und zur Wochenmitte der in der Vorwoche begonnene starke Kursrückgang bei vielen High-Tech-Werten fort. Dieser wurde durch die Angst befeuert, dass die KI das Geschäft dieser Unternehmen nachhaltig belastet. Aktien aus anderen Bereichen konnten dagegen durchaus zulegen. Dies begründeten Marktteilnehmer unter anderem mit Umschichtungen hin zu Value-Stocks. Auch die anhaltende Achterbahnfahrt der Gold- und Silberpreise sowie bei den Kryptowährungen belastete die Aktienmärkte. Zum Wochenausklang dreht sich die Stimmung dann aber. Dies war in Deutschland unter anderem auf überraschend gute Auftragszahlen beim verarbeitenden Gewerbe sowie ebenfalls unerwartet gute Exportzahlen im Jahr 2025 zurückzuführen.
Unter dem Strich stand für den Deutsche Aktienindex (Dax) im Wochenvergleich ein Plus von 0,7 Prozent auf der Anzeigentafel. Er beendete den Handel am Freitag bei 24.721,46 Punkten. Der MDax kletterte in der vergangenen Woche um 1,6 Prozent auf 31.662,83 Zähler. Der TecDax verbesserte sich um 0,2 Prozent und ging am Freitag mit 3.619,60 Punkten aus dem Handel. Der m:access All-Share wurde zuletzt mit 1.200,41 Punkten berechnet und war damit nahezu unverändert im Vergleich zu seinem Vorwochen-Schlussniveau.
Zu den großen Gewinnern im Dax zählten die Papiere der Deutschen Telekom. Sie kletterten um über 8 Prozent. Als Grund dafür wurde am Markt der Start der Industrial AI Cloud der Telekom genannt und das laufende Aktienrückkaufprogramm. Rheinmetall kamen dagegen nach dem Vorwochenminus von 2,31 Prozent weiter unter die Räder. Die Aktien verloren knapp 10 Prozent. Grund war ein Analystenbriefing, bei dem sich Rheinmetall relativ verhalten gezeigt hatte. Noch stärker stand Zalando unter Druck. Der Titel des E-Commerce-Händlers gab um 11,7 Prozent nach.
Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben sich in der vergangenen Woche nur wenig bewegt. Zwar zeigten sich die Anleger aufgrund schlechter deutscher Konjunkturdaten, der hohen Volatilität an den Edelmetallmärkten und den Turbulenzen bei Krypto-Währungen nervös. Allerdings führte dies nicht dazu, dass sie nachhaltig in den sicheren Hafen Anleihen flüchteten. Auch die Europäische Zentralbank lieferte keine neuen Impulse, da sie die Leitzinsen wie erwartet unverändert ließ. So wurde die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe zum Handelsende am Freitag mit 2,84 Prozent berechnet. Sie lag damit exakt auf demselben Niveau wie eine Woche zuvor. Die Umlaufrendite sank leicht von 2,74 auf 2,72 Prozent.
Noch mehr als in Deutschland war das Geschehen an den US-Aktienbörsen in der vergangenen Woche von Firmennachrichten und den daraus resultierenden Kursentwicklungen geprägt. Hier standen einmal mehr vor allem die Aktien der „Magnificent 7“ im Blick. Alphabet beispielsweise verloren nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen im Wochenverlauf insgesamt 4,24 Prozent, Amazon sogar 12,79 Prozent. Insgesamt zeigten sich die US-Märkte aber stabil – und ein Stimmungsumschwung bei Technologiewerten sorgte dafür, dass die Kurse zumindest am Freitag deutlich kletterten. Dabei beendete der Dow-Jones-Index den Handel erstmals in seiner Geschichte über dem Wert von 50.000 Punkten. Er ging mit 50.115,67 Zählern aus dem Handel. Dies bedeutete im Wochenvergleich einen Zuwachs von 2,5 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500 gab dagegen leicht – um 0,1 Prozent – auf 6.932,30 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq-100 wiederum verlor 1,9 Prozent und beendete die Woche bei 25.075,77 Punkten.
Ausblick
Auch wenn sich die Aktienmärkte in der Vorwoche widerstandsfähig gezeigt haben. Eine kurzfristige Rückkehr des Bullenmarktes erwartet aktuell an der Börse kaum jemand. Vielmehr gehen die meisten Analysten davon aus, dass sich die Börsen eher seitwärts bewegen. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf anhaltende KI- und geopolitische Sorgen. Gleichzeitig hoffen sie auf positive Impulse vor allem aus den USA. Dabei dürften in der aktuellen Woche im Hinblick auf mögliche Zinshoffnungen vor allem drei Termine im Blickpunkt stehen: die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze – hier werden die neuesten Zahlen am Dienstag bekanntgegeben –, der Arbeitsmarktbericht, der am Mittwoch veröffentlicht wird und die Zahlen zur Entwicklung der US-Verbraucherpreise. Diese sind für Freitag angekündigt.
Daneben richtet sich das Interesse der Marktteilnehmer unverändert auf die laufende Bilanzberichtssaison. In Deutschland werden in diesem Zusammenhang zur Wochenmitte etliche wichtige Unternehmen Einblick in Ihre Bücher geben. Am Mittwoch sind dies Commerzbank, Siemens Energy, Ceconomy und Deutsche Börse (nach Börsenschluss). Am Donnerstag folgen Mercedes-Benz mit den Zahlen für 2025, Siemens mit der Bilanz für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs und der Hauptversammlung sowie ThyssenKrupp ebenfalls mit den Zahlen für das erste Quartal.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 09.02.: Sentix-Investorenvertrauen 2/26 für die Eurozone.
Dienstag, 10.02.: Entwicklung der Im- und Exportpreise in den USA. Einzelhandelsumsatz in den USA im Dezember 2025; Entwicklung der Lagerbestände in den USA.
Mittwoch, 11.02.: US-Arbeitsmarktbericht.
Donnerstag, 12.02.: Deutsche Leistungsbilanz im Dezember 2025, Haus-Wiederverkäufe in den USA.
Freitag, 13.02.: Handelsbilanz der Eurozone, Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in der Eurozone im 4. Quartal 2025 (2. Veröffentlichung), US-Verbraucherpreise.
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