Cewe: Akquisitionen stehen auf der Agenda
Die Zeit vor Weihnachten ist bei Cewe immer besonders stressig. Dann muss eine Vielzahl von Aufträgen für Fotobücher und Kalender abgearbeitet werden, die rechtzeitig unterm Weihnachtsbaum liegen sollen. In der Zeit gibt es bei Cewe einen Drei-Schicht-Betrieb, die Mitarbeiter der Verwaltung helfen mit, zusätzlich werden kurzfristig viele Helfer eingestellt. So werden rund 42 Prozent des Jahresumsatzes im vierten Quartal erwirtschaftet, 98 Prozent des Gewinns entfallen auf das Jahresende.
Das Portfolio von Cewe besteht aber nicht nur aus diesen beiden Produkten, wie CFO Sirka Hintze auf der ODDO BHF Small & Mid Cap Conference in Frankfurt deutlich macht. Es reicht vom Schlüsselanhänger über den Hundenapf bis hin zum Adventskalender und umfasst insgesamt rund 160 Produkte. Bei den Cewe Innovation Days in wenigen Wochen sammeln die Verantwortlichen viele neue Produktvorschläge von ihren Mitarbeitern, einige davon werden später im Portfolio zu finden sein.
Die Annahme, dass Cewe nur in Deutschland aktiv ist, ist völlig falsch. Rund 42 Prozent des Umsatzes werden im Inland generiert, auf die Schweiz und Österreich entfallen weitere 18 Prozent. Insgesamt ist Cewe in 17 Ländern direkt vertreten. Sirka berichtet, dass die Geschäfte in den Niederlanden und Frankreich zweistellig wachsen, auch Skandinavien entwickelt sich gut, gleiches gilt für Südosteuropa. Vorteilhaft in allen Ländern ist, dass Cewe meist der Preisführer ist. Man bietet Premium-Produkte an und kann daher auch höhere Preise aufrufen, da die Kunden hier nicht sehr preissensibel sind.
Die Finanzvorständin erklärt in Frankfurt, dass Cewe regional und thematisch auch mittels Zukäufen wachsen will. Die liquiden Mittel belaufen sich auf mehr als 100 Millionen Euro, zusätzlich gibt es noch freie Kreditlinien. Dadurch hat Cewe bei Akquisitionen einen großen Spielraum. Allerdings gibt es derzeit kaum passende Angebote, der Verkäufermarkt ist klein. Somit ist unsicher, wie schnell eine Kaufmeldung publiziert werden kann.
Ende März gibt es den Geschäftsbericht 2025. Schon Mitte Februar sollte es vorläufige Zahlen geben. Dabei scheint man sich um die Prognose keine Sorgen machen zu müssen. Cewe rechnet mit einem Umsatz von 835 Millionen Euro bis 865 Millionen Euro. Das EBIT sehen die Niedersachsen bei 84 Millionen Euro bis 92 Millionen Euro. Nach Steuern soll es ein Plus zwischen 58 Millionen Euro und 63 Millionen Euro geben.
Die Aktien von Cewe (WKN: 540390, ISIN: DE0005403901, Chart, News) notieren auf Xetra unverändert bei 101,20 Euro.
