US-Services: Positive Daten helfen dem Dollar (noch) nicht - Nord LB
Zum Jahresauftakt präsentiert sich der Services PMI aus der US-Wirtschaft weiterhin optimistisch. Für den Januar landet die Stimmungsbefragung bei den Einkaufsmanagern aus dem Dienstleistungssektor bei konstanten 53,8 Punkten und befindet sich damit auf dem Wert des korrigierten Vormonats. Nach den starken Daten aus dem Industriependant vom vergangenen Montag war eine negative Dynamik der Headline-Rate nicht zu vermuten gewesen.
Zunächst schauen wir auf die Details, wobei momentan ganz besonders die Auftragsbücher interessieren. Sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage haben sich im Vergleich zum Vormonat mehr oder weniger stark abgeschwächt. Während sich die Binnennachfrage noch auskömmlich in der Expansionszone befindet, hat sich die Auslandsnachfrage überraschend abgeschwächt. Anders als bei der Industrie kam es hier zunächst zu keinem Wachstumsimpuls.
Auch die Beschäftigungskomponente befindet sich noch im expansiven Territorium, dies aber nur noch leicht. Der Arbeitsmarkt hatte zuletzt Abkühlungstendenzen gezeigt, weshalb hier auch noch nicht absehbar ist, dass es zu einer nachhaltigen Trendumkehr kommen wird. Jedenfalls ist der hohe Anteil an Beschäftigten in diesem Bereich in Verbindung mit Signalen des Beschäftigungsausbaus aber noch als positiv zu bewerten.
Trotz der derzeitigen Schwächephase des US-Dollar – oder gerade deswegen – präsentiert sich die Konjunktur in den USA weiterhin robust. Was zunächst etwas paradox klingt: der Greenback könnte aufgrund dieser aktuellen Schwäche bzw. des komparativen Kostenvorteils perspektivisch sogar wieder erstarken. Die hier und da widrig auftretenden Umstände vermochten es bislang nicht die Konjunktur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nachhaltig zu bremsen, was nicht zuletzt die positiven Quartalszahlen am aktuellen Rand belegen mögen. Die in der Summe positiven Aussichten aus den beiden PMIs zeichnen jedenfalls ein positives Bild für die Zukunft, insbesondere eben die Details rund um die Auftragslage aus der Industrie. Die Solidität der Ökonomie dürfte nun wieder klarer zutage treten. Die beispielsweise zwischenzeitlich – aus unserer Sicht – zu hohen Risikoprämien für US-Staatsanleihen sollten perspektivisch wieder sinken.
Fazit: Die heutigen Daten der Einkaufsmanagerbefragung aus dem US-Dienstleistungsbereich präsentieren sich mit konstanten 58,3 Punkten als robust. Die Befragungsteilnehmer starten also guten Mutes in das neue Jahr. Insbesondere die Auftragsbücher sind derzeit von hohem Interesse, denn die Binnen- als auch die Auslandsnachfrage haben sich zuletzt etwas entkoppelt. Während die Inlandsnachfrage noch positiv ist, sind die Aufträge im Servicebereich aus dem Ausland im Januar rückläufig. Die Dollarschwäche macht sich – anders als in der Industrie – jedenfalls nicht bemerkbar. Perspektivisch könnte die robuste Konjunktur allerdings paradoxerweise noch dazu führen, dass der Greenback wieder an Stärke gewinnt, denn die aktuell mitunter (zu) hohen Risikoprämien sollten wieder sinken.
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