Börse am Morgen: Alphabet, Merck, Sartorius, Tech-Aktien, Gold, SIlber - Nord LB Marktbericht
Der Anstieg der IT-Ausgaben wird sich einer Prognose zufolge 2026 weiter beschleunigen. Die Experten der Beratungsfirma Gartner sagten ein Plus von knapp 11% auf 6,156 Billionen USD voraus. V. a. für Software und IT-Dienstleistungen nähmen Unternehmen und Verbraucher mehr Geld in die Hand. Hier falle der Zuwachs mit 13,3 und 8,7% jeweils etwa zwei Prozentpunkte höher aus als 2025. Mit 1,434 bzw. 1,867 Billionen USD seien diese Bereiche auch absolut betrachtet die größten Posten. Mit einem Plus von knapp 32% auf rund 650 Mrd. USD wüchsen die Investitionen in Rechenzentren zwar auch 2026 am stärksten, hieß es weiter. Im Vergleich zum Vorjahr (plus 48,9%) lasse die Dynamik jedoch nach. Bei den Ausgaben für Server sei dagegen ein beschleunigtes Wachstum von 36,9% zu erwarten.
Aktienmärkte
Ein Ausverkauf bei den Technologieaktien hat die Wall Street ins Minus gedrückt. Belastet wurden die Börsenbarometer von fallenden Datenanalyse- und Softwareaktien. Als Auslöser nannten Händler Sorgen über die Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz nach der Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic. Dabei handelt es sich um ein Plugin, mit dem sich das Sprachmodell für juristische Aufgaben einsetzen lässt. „Softwareunternehmen galten eigentlich als Gewinner des KI-Booms“, hieß es am Markt. „Aber plötzlich kommt die Sorge auf, ob sich die Investitionen überhaupt wieder einspielen - und ob man nicht von neuen Entwicklungen überholt wird.“
Am deutschen Aktienmarkt geriet die jüngste Erholung ins Stocken. Die Gewinne bröckelten bereits im Verlauf des späteren Vormittags ab. Weiterer Druck kam auf, als v. a. die Technologiebranche in den USA kräftig nachgab. DAX -0,1%; TecDAX -1,0% Dow Jones -0,34%; S&P 500 -0,84%; Nasdaq Comp. -1,43%.
Unternehmen
Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius stellt sich nach einem profitablen Geschäftsjahr 2025 auch für 2026 auf weiteres Wachstum ein. Die Belastungen durch den Abbau von Lagerbeständen bei den Kunden nach der Pandemie hätten klar an Gewicht verloren. Das Kundenverhalten sei jedoch zweigeteilt: Während die Nachfrage nach margenstarken Verbrauchsmaterialien wie Filtern und Einwegbeuteln zur Herstellung von Biopharmazeutika hoch sei, zeigten sich Kunden bei größeren Investitionen in Anlagen und Instrumente weiterhin zurückhaltend. Dieses Geschäft habe sich im Jahresverlauf jedoch zunehmend stabilisiert. Für 2026 peilt Sartorius ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 - 9% an. Im vergangenen Jahr kletterte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um gut 11% auf 1,05 Mrd. EUR (Umsatz + 4,7% auf 3,5 Mrd. EUR).
Die Google-Mutter Alphabet hat für ihre Robotaxi-Tochter Waymo in einer neuen Finanzierungsrunde 16 Mrd. USD bei Investoren eingesammelt. Damit verdreifachte sich die Bewertung des Start-ups für autonomes Fahren in weniger als 2 Jahren auf 126 Mrd. USD.
Auslaufende Patente für wichtige Medikamente wie das Diabetesmittel Januvia belasten den US-Pharmakonzern Merck & Co. Das Unternehmen legte eine Umsatz- und Gewinnprognose für das Jahr 2026 vor, die unter den Erwartungen der Analysten lag. Der schwache Ausblick überschattet die Zahlen für Q4 2025, in dem Merck dank der anhaltend starken Nachfrage nach seinem Blockbuster-Krebsmedikament Keytruda die Prognosen übertraf. Für 2026 rechnet Merck & Co mit einem Umsatz zwischen 65,5 und 67,0 Mrd. USD. Selbst das obere Ende der Spanne bleibt damit unter den Analystenerwartungen von im Schnitt 67,6 Mrd. USD.
Der deutsche Staat steigt mit 3,3 Mrd. EUR beim größten Stromnetzbetreiber in Deutschland ein. Der Bund übernehme eine Minderheitsbeteiligung von 25,1 Prozent an der deutschen Sparte des niederländischen Staatskonzerns Tennet, teilte das Unternehmen mit. Mit rund 14.000 Kilometern an Leitungen ist Tennet in Deutschland der größte von 4 Übertragungsnetzbetreibern. Mit diesem lange geplanten Schritt will die Bundesregierung die Kontrolle über die kritische Energieinfrastruktur stärken und die Finanzierung für den Netzausbau sichern.
Devisen und Rohstoffe
Nach dem massiven Einbruch am Edelmetallmarkt gingen die Preise für Gold und Silber auf Erholungskurs. Eine Feinunze Gold verteuerte sich um 6,2% auf 4.952 USD. Silber legte um 7,5% auf 85,25 USD zu.
Neu entflammte Sorgen über den US-Iran-Konflikt stützten die Preise am Ölmarkt. Ein US-Kampfjet schoss nach US-Angaben eine iranische Drohne über dem Arabischen Meer ab.
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