MBB: Drei Stars im Portfolio
Die vergangenen zwölf Monate sind alles andere als schlecht für MBB gelaufen. Ein Plus von 116 Prozent steht auf dem Kurszettel. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Beteiligung Friedrich Vorwerk. Viele Investoren setzen aber auch große Hoffnungen auf die nicht börsennotierte DTS, die im Bereich Cyber Security agiert. Zum Beteiligungsportfolio von MBB gehören ferner noch Aumann, Delignit, Hanke Tissue und CD Formpolster.
Auf der ODDO BHF Small & Mid Cap Conference in Frankfurt gibt MBB-CFO Torben Teichler einen Überblick über die Gesellschaft. Die beiden Gründer halten rund 70 Prozent der Aktien, den Beteiligungsansatz bezeichnet er als sehr langfristig. Man setzt auf nachhaltige Geschäftsmodelle und ist durchaus bereit, das Portfolio zu erweitern. Allein: Derzeit findet man nichts, was wirklich passt und preislich nicht überteuert ist. Ein möglicher Deal im Bereich Infrastruktur hat sich jüngst zerschlagen.
2006 ist MBB an die Börse gegangen. Seitdem hat sich der Kurs von 9,50 Euro auf mehr als 200 Euro erhöht. Der Umsatz hat sich in diesem Zeitraum versiebzehnfacht, beim bereinigten EBITDA liegt das Multiple bei 14.
Für Teichler ist DTS derzeit neben Aumann und Vorwerk der Star im Portfolio. Die auf Software und Cloudlösungen spezialisierte Firma ist 2025 um 16 Prozent gewachsen. Beim Thema IT Sicherheit möchte niemand sparen, daher hat man zuletzt viele Kunden aus dem Mittelstand gewinnen können. Aber auch der öffentliche Sektor setzt auf DTS, wie u.a. ein „Leuchtturmprojekt“ mit einem Volumen von mehr als 20 Millionen Euro verteilt über mehrere Jahre sehr deutlich zeigt.
2026 könnte das Infrastrukturprogramm der Bundesregierung bei DTS für neue Impulse sorgen. Die Gesellschaft ist auf kommunaler und Landesebene gut vernetzt, bei den Bundeseinrichtungen fehlt aber häufig noch der Zugang. Hieran soll 2026 gearbeitet werden. Ergebnisse sind vor allem im zweiten Halbjahr zu erwarten.
Kein baldiges IPO
Eine Hoffnung des Marktes macht der CFO in dem Gespräch in Frankfurt zunichte. Allzu schnell wird es bei DTS keinen Börsengang geben. Mittelfristig sei ein IPO allerdings eine Option. Aktuell generiert die Tochter einen Umsatz von rund 115 Millionen Euro, erst beim Überschreiten der Schwelle von 200 Millionen Euro ist ein IPO aus Sicht von Teichler sinnvoll.
Beim Portfoliounternehmen Hanke Tissue wurde zuletzt stark in das Werk in Küstrin (Polen) investiert. Dort werden Servietten, Taschentücher, Küchenrollen und Toilettenpapier produziert. 2024 gab es einen Umsatz von 70 Millionen Euro, 2025 dürfte dieser bei 65 Millionen Euro liegen. Interessant ist die Marge von Hanke Tissue. 12 Prozent bis 15 Prozent sind machbar. Teichler betont, dass die Tochter, an der man 93 Prozent hält, organisch wachsen soll. Zukäufe stehen hier nicht auf der Tagesordnung.
Zukäufe könnte es hingegen bei Aumann geben. Dort liegen 130 Millionen Euro cash auf der Bank. Einen Teil der Summe könnte Aumann in Akquisitionen investieren. Der MBB-Vorstand nennt dabei die Luftfahrt als Möglichkeit. Dort ist man schon jetzt aktiv, dies könnte jedoch verstärkt werden.
Die Aktien von MBB (WKN: A0ETBQ, ISIN: DE000A0ETBQ4, Chart, News) verlieren 2 Prozent auf 218,00 Euro.
