123fahrschule will in 2027 durchstarten
2025 war für 123fahrschule ein nicht ganz einfaches Jahr. Das laufende Jahr soll gewisse Fortschritte bringen, 2027 wollen die Kölner dann durchstarten. So kann man ein Gespräch mit Fahrschul-Chef Boris Polenske auf der Frankfurter ODDO BHF Small & Mid Cap Conference in wenigen Worten zusammenfassen.
Wenn man es etwas ausführlicher ausdrücken will, dann macht Polenske deutlich, dass er inzwischen alle Großaktionäre wieder hinter sich vereint hat. Etwaige Probleme aus dem Vorjahr scheinen erledigt zu sein. Polenske rechnet damit, dass das Verkehrsministerium bald Reformen bei den Führerscheinausbildungen auf den Weg bringen wird, dabei dürften Fahrsimulatoren eine große Rolle spielen. Hier hat man bereits eine Vielzahl von Vorleistungen erbracht, wird durch Verzögerungen in der Gesetzgebung aber immer wieder etwas ausgebremst.
Durch den Einsatz solcher Simulatoren im Unterricht dürfte der Führerschein letztlich auch billiger werden. Die derzeit umgehenden Meldungen, dass deswegen aktuell weniger Fahrschüler ihren Führerschein machen, kann Polenske jedoch für sein Unternehmen absolut nicht bestätigen.
2026 will 123fahrschule sich von einigen kleineren Standorten verabschieden. Gleichzeitig sollen größere Standorte weiterentwickelt werden. Die frühere Strategie, immer neue Fahrschulen zu erwerben, gilt nicht mehr.
122fahrschule setzt auf das Franchising
Vielmehr will man bei 123fahrschule künftig lieber auf ein Franchise-System setzen. Hier spielen kleinere Städte dann wieder eine wichtige Rolle. Statt eigene Standorte will man dort Franchise-Partnern das Feld überlassen. Auch können die hauseigenen Simulatoren im Franchise-Paket angeboten werden.
Finanziert werden soll die neue Strategie u.a. durch eine kleine Kapitalerhöhung, die zeitnah anstehen könnte. Es soll entsprechende Änderungen im Aktionariat geben. Polenske benötigt jemanden, der sich im Franchise-Bereich auskennt und 123fahrschule in diesem Bereich weiterhilft. Er scheint in dieser Hinsicht Ideen im Hinterkopf zu haben, geht in Frankfurt darauf aber nicht näher ein. Unklar ist noch, wie viel Geld Polenske ins Unternehmen holen will. Davon dürfte auch abhängen, wie sehr das Franchising in 2027 durchstarten kann.
Die Analysten von NuWays rechnen mit Verzögerungen bei den Reformplänen der Bundesregierung. Sie nehmen ihre Umsatzschätzungen für 2026 um 14 Prozent auf 29,0 Millionen Euro zurück. Für 2025 liegt ihre Prognose bei 25,4 Millionen Euro. Beim EBITDA erwarten sie 2026 einen Wert von 1,9 Millionen Euro (2025: 0,5 Millionen Euro). Hier sinkt die Erwartung um 49 Prozent.
Dies hat Auswirkungen auf das Kursziel der Aktie. Das Kursziel für das Papier von 123fahrschule liegt in der neuen Analyse bei 6,10 Euro. Bisher stand es bei 7,40 Euro. An der Kaufempfehlung wird hingegen nichts geändert.
Die Aktien von 123fahrschule (WKN: A2P4HL, ISIN: DE000A2P4HL9, Chart, News) gewinnen auf Tradegate 4,62 Prozent auf 2,72 Euro.
