Deutsche Inflationsrate wieder bei 2,1 Prozent im Januar – viele Dienstleistungen wurden teurer - DWS
Entgegen den Markterwartungen ist der Anstieg der Inflationsrate in Deutschland höher ausgefallen als gedacht. So stiegen die Lebenshaltungskosten im Januar 2026 um 2,1 Prozent, nach 1,8 Prozent im Vormonat. Dabei machten sich viele Preisanhebungen zu Jahresbeginn bemerkbar. Energie wurde im Vergleich zum Vorjahr zwar um 1,7 Prozent günstiger, doch im Monatsvergleich erhöhten sich die Energiepreise, vor allem wegen der Anhebung der CO? Preise von 55 auf 65 Euro pro Tonne. Auch die Nahrungsmittelpreise stiegen wieder. Sie erhöhten sich im Januar um 2,1 Prozent, nachdem in den Vormonaten ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 0,8 Prozent im Dezember zu verzeichnen war.
Auch in der Kernrate gab es keine Entlastung. Sie stieg von 2,4 Prozent im Dezember auf 2,5 Prozent im Januar. Im Gesamtaggregat fiel der Anstieg der Dienstleistungspreise mit 3,2 Prozent zwar geringer aus als im Vormonat (Dezember: 3,5 Prozent). Doch punktuell kam es zu weiteren Preisanhebungen. Trotz der Senkung der Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe erhöhten sich laut Statistischem Landesamt Nordrhein-Westfalen die Preise für Gaststättendienstleistungen um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auch Bahn- und Busreisende mussten tiefer in die Tasche greifen, da die Preise für das Deutschlandticket von 58 auf 63 Euro stiegen.
Die gute Nachricht ist: die Inflationsrate liegt auch in Deutschland fast auf dem Ziel der Notenbank. Dennoch dürfte der Preisdruck hierzulande auch in diesem Jahr höher ausfallen als im Euroraum, da vor allem die Preise im Dienstleistungsbereich wegen eines höheren Mindestlohns und der Knappheit am Arbeitsmarkt unter Druck bleiben werden. Für 2026 rechnen wir in Deutschland mit einer Inflationsrate von 2,1 Prozent – leicht über dem EWU-Durchschnitt von erwarteten 2,0 Prozent.
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