Börse am Morgen: IBM, Meta, Microsoft, Tesla, Konjunkturdaten - Nord LB Marktbericht
Die deutsche Chemieindustrie sieht nach einem schwachen Jahresstart einen ersten Hoffnungsschimmer für eine konjunkturelle Belebung. Zwar bewerteten die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin negativ, teilte der Verband der Chemischen Industrie mit, jedoch hätten sich die Geschäftserwartungen zuletzt leicht aufgehellt. Erstmals seit fast einem Jahr seien die Exporterwartungen wieder in den positiven Bereich gedreht. Auch aus einzelnen Abnehmerbranchen sowie vom Bau kämen vermehrt Aufträge. Eine Trendwende sei aber noch nicht in Sicht.
Tagesausblick
Im Fokus der Märkte steht heute Vormittag eine Umfrage zu verschiedenen Stimmungsindikatoren mit Bezug zur Konjunktur in der Eurozone. Wir gehen von einer leichten Belebung beim Sentiment aus und auch die Stimmung bei Dienstleistern und Industrie dürfte marginal ansteigen.
Aktienmärkte
Die Wall Street hat sich vor mit Spannung erwarteten Quartalszahlen großer KI-Konzerne wenig verändert gezeigt. Die Zinsentscheidung der Fed spielte eine nachgeordnete Rolle, nachdem die US-Notenbank wie erwartet den Leitzins in der Spanne von 3,50 - 3,75% beließ. Auch die Pressekonferenz von Notenbankchef Powell lieferte keine nennenswerten Impulse.
Unternehmen
Die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren zahlen sich für Microsoft aus. „Der Umsatz der Cloud-Sparte hat im abgelaufenen Quartal die Marke von 50 Mrd. USD übersprungen“, sagte Finanzchefin Hood. Die Aktien des US-Softwarekonzerns fielen dennoch im nachbörslichen Handel um rund 7%. Anlegern bereitete u. a. der überraschend deutliche Anstieg der Investitionen im abgelaufenen Quartal um 66% auf ein Rekordhoch von 37,5 Mrd. USD Kopfzerbrechen. „Etwa zwei Drittel dieser Ausgaben entfallen auf Vermögenswerte mit kurzer Nutzungsdauer wie Prozessoren“, erläuterte Microsoft-Sprecher Neilson in einem Interview. Kritisch sehen Börsianer zudem die Abhängigkeit Microsofts von OpenAI, an dem Microsoft beteiligt ist.
Meta treibt die Entwicklung einer künstlichen Superintelligenz voran. Daher will die Facebook-Mutter ihre Investitionen in KI-Rechenzentren 2026 auf 115 - 135 Mrd. USD nahezu verdoppeln. Dennoch könne mit einem weiteren Anstieg des operativen Gewinns gerechnet werden, prognostizierte der Konzern. Der USKonzern stützte seinen Optimismus auf überraschend starke Geschäftszahlen. Im vergangenen Jahr wuchs das Betriebsergebnis den Angaben zufolge um 20% auf 83,28 Mrd. USD. Der Konzernumsatz legte um 22% auf 200,97 Mrd. USD zu. Motor dieser Entwicklung waren erneut die Werbeeinnahmen.
Der wachsende Bedarf an Software und Dienstleistungen rund um KI hat IBM zu einem überraschend starken Quartalsergebnis verholfen. Der Auftragsbestand für diesen Geschäftsbereich sei in den vergangenen Monaten um etwa ein Drittel auf mehr als 12,5 Mrd. USD gestiegen, sagte Konzernchef Krishna. „Dies macht uns zuversichtlich, dass wir 2026 unser Ziel eines fünfprozentigen Umsatzwachstums und eines Anstiegs des Free Cash Flow um eine Milliarde Dollar erreichen werden.“ Die Aktien des IT-Konzerns stiegen im nachbörslichen Handel um 7,5%. In Q4 legten die Umsätze den Angaben zufolge währungsbereinigt um 6% auf 67,5 Mrd. USD zu. Der bereinigte operative Gewinn habe um 14% auf 12,2 Mrd. USD angezogen.
Der Absatzrückgang beim US-Elektroautobauer Tesla hinterlässt Spuren. Der Umsatz des Unternehmens, zu dem neben dem Autogeschäft u. a. auch eine Sparte mit stationären Stromspeichern gehört, schrumpfte im vergangenen Jahr um 3% auf 94,83 Mrd. USD. Allein im Kerngeschäft mit Autos ging es um 10% abwärts. Tesla steckt allerdings Milliarden in das KI-Unternehmen seines Chefs Musk und schürt Hoffnungen auf einen Produktionsstart seines autonomen Cybercabs, das über kein Lenkrad mehr verfügen soll, noch in diesem Jahr. „Tesla geht in eine neue Phase in seiner Transition, in der das Unternehmen dazu bittet, ein neues Umsatzmodell (Autonomes Fahren und Dienstleistungen) abzunehmen, bevor das alte (Autoabsatz) sich stabilisiert hat“, hieß es am Markt. „Das heißt, dass Daten zur Implementierung neuer Software und nicht mehr Fahrzeugauslieferungen der wichtigste Indikator werden.“
Rohstoffe
Am Ölmarkt bleiben geopolitische Spannungen das bestimmende Thema. Der Blick der Anleger richtet sich auf die Entwicklung im Opec-Mitglied Iran, nachdem die USA ihre militärische Macht in der Region verstärken. Die Ölpreise legten weiter zu und erreichten den höchsten Stand seit vier Monaten.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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