Wacker Chemie: „Wachstum, Cash und Kosten”
Die Wacker Chemie AG hat das Geschäftsjahr 2025 in einem schwachen Marktumfeld mit rückläufigem Umsatz und deutlich niedrigerem operativem Ergebnis abgeschlossen. Der Umsatz lag nach vorläufigen Zahlen bei rund 5,49 Milliarden Euro und damit 4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das EBITDA vor Sonderaufwendungen erreichte rund 530 Millionen Euro und bewegte sich wie erwartet in der unteren Hälfte der Prognosespanne. Belastend wirkten eine geringere Auslastung in allen Geschäftsbereichen, niedrigere Absatzmengen und Preise sowie negative Währungseffekte. Zusätzlich wurden im vierten Quartal Sonderaufwendungen von rund 100 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Kostenprogramm PACE erfasst.
Das berichtete EBITDA belief sich auf rund 430 Millionen Euro und lag damit 42 Prozent unter dem Vorjahr. Das EBIT war mit rund minus 180 Millionen Euro negativ nach einem Plus von 271 Millionen Euro im Jahr 2024. Das Jahresergebnis 2025 wird voraussichtlich bei minus 800 Millionen Euro liegen, nachdem 2024 noch ein Gewinn von 261 Millionen Euro erzielt worden war. Maßgeblich dafür waren vor allem Abschreibungen in Höhe von insgesamt rund 600 Millionen Euro, darunter auf die Beteiligung an Siltronic, Wertminderungen auf aktive latente Steuern sowie eine Sonderabschreibung aus der ADL-Biopharma-Akquisition. Die Abschreibungen insgesamt stiegen auf rund 605 Millionen Euro.
CEO fordert Politik zum Handeln auf
Der Netto-Cashflow verbesserte sich im Geschäftsjahr 2025 deutlich und lag mit minus 5 Millionen Euro nahezu ausgeglichen, nach einem Abfluss von 326 Millionen Euro im Vorjahr. Haupttreiber war laut Wacker Chemie der gezielte Abbau des Vorratsvermögens. Die Investitionen wurden um 30 Prozent auf rund 465 Millionen Euro reduziert. Zum Jahresende wies Wacker Chemie Nettofinanzschulden von rund 885 Millionen Euro aus. In allen Geschäftsbereichen gingen Umsatz und Ergebnis zurück, besonders ausgeprägt im Polysilicon- und Biosolutions-Segment, während sich das Geschäft mit hochreinem Polysilicium für Halbleiteranwendungen innerhalb des Polysilicon-Bereichs positiv entwickelte.
„2025 ist die chemische Industrie insbesondere in Deutschland und Europa massiv unter Druck geraten. Darauf müssen wir reagieren. Wir konzentrieren uns auf Wachstum, Cash und Kosten. So haben wir im Oktober 2025 mit PACE das größte Kostenprojekt in der Geschichte von WACKER gestartet. Erste Maßnahmen sind mittlerweile in der Umsetzung”, so Wacker-Vorstandschef Christian Hartel am Mittwoch. Allerdings müsse „auch die Politik handeln und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen”.
Den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 will Wacker Chemie mit dem Bericht zum Geschäftsjahr 2025 am 11. März 2026 veröffentlichen.
Die Wacker Chemie Aktie (WKN: WCH888, ISIN: DE000WCH8881, Chart, News) schwankt aktuell stark und notiert zurzeit bei 74,05 Euro mit 3,00 Prozent im Plus.
