Börse am Morgen: Bank of America, Bayer, BP, Ölpreis, Konjunkturdaten - Nord LB Marktbericht
Am Markt für Immobilieninvestitionen in Deutschland werden nach einer Studie von EY Real Estate auch 2026 die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Für das laufende Jahr rechne die Mehrheit der befragten Marktteilnehmer mit einer weitgehenden Stagnation der Transaktionsumsätze, sagte Schwalm von EY Real Estate. „Der immobilienwirtschaftliche Frühling lässt auf sich warten”, bilanzierte er. Steigende Preise würden für Wohnimmobilien erwartet, Sorgen bereiteten der Branche dagegen Büroimmobilien und Shopping-Center in schlechteren Lagen. Eine Linderung der Krise beim Wohnungsbau erwarteten die Befragten nicht - dazu fehle es den beschlossenen Reformen an Durchschlagskraft.
Tagesausblick
Die spannendsten ökonomischen Daten des heutigen Handelstages sind aus Deutschland zu erwarten, das Statistische Bundesamt wird nämlich die vorläufige Schätzung für das deutsche BIP-Wachstum präsentieren. Wir gehen hierbei von einem „Mini-Wachstum“ von 0,2% für das Gesamtjahr 2025 aus. Die Stagnation der jüngeren Vergangenheit scheint damit zwar noch nicht vollends abgeschüttelt, komplementäre Indikatoren lassen am aktuellen Rand aber auf ein Anziehen der wirtschaftlichen Aktivität hoffen. In unserer Neujahrsprognose stellt eine dynamischer werdende Konjunktur jedenfalls das sog. „BaselineSzenario” dar.
Renten- und Aktienmärkte
Die Berichte über Neuwahlen in Japan haben an den Finanzmärkten Unruhe ausgelöst. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen japanischen Staatsanleihe (JGB) erreichte den höchsten Stand seit 27 Jahren. „Angesichts der zunehmenden politischen Unsicherheit gibt es wenig Grund, für den Anleihemarkt optimistisch zu sein”, erklärte Keisuke Tsuruta, Anleihestratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.
Nach sieben Handelstagen mit Rekorden in Folge wurde die Rally beim DAX unterbrochen. Auf die Stimmung drückten Konjunkturdaten aus den USA, die Beobachtern zufolge eher gegen Zinssenkungen durch die US-Notenbank sprechen. DAX -0,53%; MDAX -1,44%; TecDAX -1,53%.
An der Wall Street ging es erneut bergab. Dabei führten Technologiewerte die Liste der Verlierer an. Ebenfalls in schwacher Verfassung zeigten sich einige Bankenaktien nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen. Dämpfend wirkten die US-Erzeugerpreise, die im November stärker als erwartet zulegten. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im November etwas mehr als prognostiziert. Dow Jones -0,09%; S&P 500 -0,53%; Nasdaq Comp. -1,00%.
Unternehmen
Bayer will seine Pharmasparte spätestens 2027 wieder auf einen Wachstumskurs im mittleren einstelligen Prozentbereich bringen. Die operative Marge soll zudem von 2028 an steigen und bis 2030 einen Wert um die 30% erreichen, wie Pharmachef Oelrich ankündigte.
Ein starkes Handelsgeschäft hat der Bank of America in Q4 zu einem Gewinnsprung verholfen. Der Nettogewinn stieg auf 7,6 (Vorjahr: 6,8) Mrd. USD, wie die zweitgrößte US-Bank mitteilte. Die Erträge aus dem Handel legten um 10% auf 4,5 Mrd. USD zu und entsprachen damit der Prognose von Vorstandschef Moynihan. Auch die Nummer Vier der USA, Wells Fargo, berichtete zuvor von einem Gewinnanstieg. Ebenso hatte Konkurrent JPMorgan am Dienstag einen Gewinn gemeldet, der von einem starken Handelsgeschäft getragen wurde.
Der britische Ölkonzern BP rechnet wegen seines Schwenks zurück zu Öl und Gas in Q4 mit Abschreibungen von bis zu 5 Mrd. USD. Mit Auswirkungen auf den Gewinn sei nicht zu rechnen, teilte das Unternehmen mit. (Geschäftszahlen 10.02.)
Rohstoffe
Die Ölpreise fielen deutlich. Dies dürfte auf Aussagen von US-Präsident Trump zurückzuführen sein, der erklärte, ihm sei zugesichert worden, dass der Iran die Tötung von Demonstranten einstellen werde. Dies deutet womöglich darauf hin, dass er von einer angedrohten militärischen Reaktion auf die Niederschlagung der landesweiten Demonstrationen absehen könnte.
Getrieben vom Energiehunger der Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen dürfte der Stromverbrauch in den USA weitere Rekorde brechen. Nach einem bisherigen Höhepunkt von 4.198 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2025 werde die Nachfrage 2026 auf 4.256 TWh klettern, teilte die US-Energiebehörde EIA mit. Für 2027 sei ein weiterer Anstieg auf 4.364 TWh zu erwarten. Auch die zunehmende Elektrifizierung von Wärme und Verkehr bei Privathaushalten und Unternehmen trage zu diesem Trend bei.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
