Börse am Morgen: MTU Aero Engines, AB Foods / Primark, Ölpreis, Konjunkturdaten - Nord LB Marktbericht
Der reale, preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist laut Statistischem Bundesamt im November gegenüber Oktober saison- und kalenderbereinigt um 5,6% gestiegen. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen lag das Plus bei 0,7%. Für Oktober wurde der Anstieg nach Revision auf 1,6% (vorläufig 1,5%) angepasst. Die positive Entwicklung im November ist vor allem auf deutliche Zuwächse bei Metallerzeugnissen mit plus 25,3% sowie im Sonstigen Fahrzeugbau mit plus 12,3% zurückzuführen, wo ein hohes Volumen an Großaufträgen verzeichnet wurde. Darüber hinaus trugen moderate Anstiege in weiteren Bereichen wie der Herstellung elektrischer Ausrüstungen, dem Maschinenbau sowie der Produktion von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zum Gesamtergebnis bei. Nach Gütergruppen ergaben sich Zuwächse bei Investitionsgütern um 7,9%, bei Vorleistungsgütern um 1,0% und bei Konsumgütern um 8,2%. Auslandsaufträge stiegen um 4,9% (Eurozone +8,2%, außerhalb +2,9%). Inlandsaufträge verzeichneten ein Plus von 6,5%.
Im Euroraum sind die Erzeugerpreise der Industrie im November um 0,5% gegenüber dem Vormonat gestiegen – der stärkste Anstieg seit Juni. Experten hatten nur ein Plus von 0,2% erwartet, nach 0,1% im Oktober. Besonders die Energiepreise legten mit +1,8% deutlich stärker zu als im Oktober (+0,1%).
Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im Dezember leicht verschlechtert. Der Sammelindex (ESI) der EU-Kommission sank wie erwartet von 97,1 auf 96,7 Punkte. Deutschland fiel auf 90,1 (91,2), Frankreich auf 94,3 (95,2), Italien auf 101,1 (101,7) und Spanien auf 104,6 (105,1). Die Industrie zeigte dagegen etwas mehr Zuversicht: minus 9,0 statt minus 9,3 Punkte. Das Verbrauchervertrauen lag bei minus 13,1 (Vormonat: 12,8).
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind in der vergangenen Woche um 8.000 auf 208.000 gestiegen. Volkswirte hatten im Schnitt aber mit einem stärkeren Anstieg auf 212.000 gerechnet.
Tagesausblick
Die Erwartungen an die heutigen Daten zur deutschen Industrieproduktion im November sind einmal mehr nicht besonders hoch. Immerhin haben die jüngsten Daten zu den Auftragseingängen überaus positiv überraschen können, doch dürften diese auch von Sondereffekten verzerrt sein und daher noch nicht als Vorbote der schrittweise Tritt fassenden Impulse aus den Fiskalpakete interpretiert werden können. Auf der anderen Seite des großen Teiches wird nach den ADP-Zahlen von den Anlegern heute mit besonderem Interesse auf die Daten des US-Arbeitsmarktberichts zu achten sein, der eine besondere Bedeutung für die Fed hat.
Renten- und Aktienmärkte
Die Kurse von Bundesanleihen gaben nach den positiven Auftragszahlen aus der Industrie nach. Gleiches Bild bei US-Anleihen: hier sorgten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für Kursrückgänge.
Anfängliche Gewinne konnten DAX und MDAX gestern nicht halten. Zum Börsenschluss schlossen sie nahezu unverändert. Auch von der Wall Street kamen wenig Impulse, die dortigen Indizes handelten uneinheitlich. Davon absetzen konnten sich allerdings Rüstungswerte, die nach Aussagen Trumps zu einer deutlichen Steigerung des US-Militärbudgets sehr fest handelten – auch in Europa.
DAX +0,02%; MDAX +0,06%; TecDAX -0,41%; Dow Jones +0,56%; S&P 500 +0,01%; Nasdaq Comp. -0,44%.
Unternehmen
MTU plant, die 2027 fälligen Wandelschuldverschreibungen über EUR 500 Mio. vorzeitig zurückzukaufen und dafür neue Anleihen mit Laufzeit bis 2033 auszugeben. Ziel sei es, das Fälligkeitsprofil zu verlängern und die Kapitalstruktur zu optimieren.
AB Foods, die Muttergesellschaft von Primark, hat ihre Prognose nach unten korrigiert. Grund dafür sind die schwache Nachfrage bei der Modekette in Kontinentaleuropa sowie ein verhaltenes US-Lebensmittelgeschäft. Für 2026 rechnet der Konzern nun damit, dass sowohl der bereinigte operative Gewinn als auch der Gewinn je Aktie unter dem Vorjahresniveau liegen werden. Zuvor war das Unternehmen von einem Gewinnanstieg ausgegangen.
Devisen und Rohstoffe
US-Konjunkturdaten stärkten den USD leicht.
Nach dem die Ölpreise in den vergangenen Tagen durch Befürchtungen eines steigenden Angebots aus Venezuela belastet waren, kam es gestern zu einer kräftigen Gegenbewegung.
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