Inflationsrate in der Eurozone wieder auf dem EZB-Ziel - DWS
Zum Jahresende 2025 ist die Inflation in der Eurozone wieder auf 2,0 Prozent gefallen. Dies ist vor allem auf einen Rückgang der Energiepreise um 1,9 Prozent zurückzuführen. Der Preisanstieg bei Konsumgütern blieb mit 0,4 Prozent dagegen nahezu stabil. Im Gegensatz zur Entwicklung in Deutschland sind die Nahrungsmittelpreise in der Eurozone um 2,6 Prozent gestiegen, nachdem sich der Preisauftrieb in den letzten Monaten mit 2,5 bzw. 2,4 Prozent etwas verlangsamt hatte. Zwar dürfte der Höhepunkt hinter uns liegen, doch gerade der Preisanstieg bei den unverarbeiteten Lebensmitteln um 4,2 Prozent im Dezember erweckt bei vielen Konsumenten den Eindruck, dass alles teurer wird.
Auch bei den Dienstleistungspreisen ist noch keine Entspannung in Sicht. Diese erhöhten sich im Dezember um 3,4 Prozent, was vor allem auf das höher als erwartete Lohnwachstum im zweiten Halbjahr 2025 zurückzuführen ist. Gerade die Inflation bei Dienstleistungen hat die Europäische Zentralbank (EZB) genau im Blick, wie sie auch auf ihrer letzten Pressekonferenz im Dezember mehrfach betonte. Hinzu kommt, dass auch vorläufige Indikatoren wie die Preiskomponente des Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen immer noch deutlich über der Marke von 50 liegen. Dies deutet tendenziell auf Preissteigerungen in den kommenden Monaten hin. Daher dürften die Dienstleistungspreise auch 2026 der wesentliche Treiber für die Inflation bleiben.
Zwar könnte die Inflationsrate in den kommenden Monaten temporär unter die Marke von 2,0 Prozent fallen, doch dies dürfte zu keiner Änderung der Geldpolitik führen. Die EZB sieht sich aktuell als gut positioniert an. Vor dem Hintergrund eines moderaten Wachstums und eines stabilen Arbeitsmarktes wird der Einlagensatz im Jahr 2026 voraussichtlich bei 2,0 Prozent verharren.
Ulrike Kastens, Volkswirtin Europa, DWS
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