USA: Der ISM PMI Manufacturing kann im Dezember nicht steigen - Nord LB
Erwartungsgemäß konnte der ISM Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie – trotz sehr starker BIP-Zahlen im III. Quartal und derzeit wirklich erfreulichen Angaben zum Atlanta Fed GDPNow im IV. Quartal – im Berichtsmonat Dezember nicht über die magische Marke von 50 Zählern springen. Der wichtige nordamerikanische Stimmungsindikator notiert am Jahresende 2025 bei einem Wert von lediglich 47,9 Punkten; die Zeitreihe zeigt damit nach mechanistischer Definition weiterhin kein Zulegen der ökonomischen Aktivität an. Folglich liefert dieser Einkaufsmanagerindex bisher keine Anzeichen für die vom Weißen Haus eigentlich gewünschte Reindustrialisierung der USA. Die Ökonomie der Vereinigten Staaten scheint beim Blick auf die Details in der Tat mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu wachsen; in der Summe sind die klassischen Industrieunternehmen offenbar eher nicht im oberen Tabellendrittel der entsprechenden Rangliste zu finden! Auch die Stimmung in der Bauwirtschaft ist schlecht. Das Bauklima des NAHB notiert im Dezember bei unerfreulichen 39 Zählern. Sinkende Zinsen könnten dem US-Immobilienmarkt sicherlich hilfreiche Impulse liefern.
Die wichtige Produktionskomponente des ISM PMI Manufacturing konnte sich im Berichtsmonat Dezember – trotz eines ganz leichten Rückgangs – immerhin knapp oberhalb der Marke von 50 Zählern halten. Damit wird nach mechanistischer Interpretation ein gewisses Anziehen der tatsächlich von der US-Industrie realisierten ökonomischen Aktivität angezeigt.
Die leicht in die Zukunft blickende Auftragskomponente hat sich am aktuellen Rand marginal verbessert. Mit nun 47,7 Punkten notiert die Zeitreihe aber dennoch klar unterhalb der magischen Marke von 50 Punkten. Eine ökonomisch wirklich erfreuliche Dynamik in den Auftragsbüchern würde in jedem Fall anders aussehen.
Die Preiskomponente verharrt im Dezember bei einem Wert von 58,5 Punkten. Die sogenannten „Prices Paid“ signalisieren folglich weiterhin spürbar steigende Einkaufspreise bei den befragten Industrieunternehmen.
Die Arbeitsmarktkomponente hat sich zum Abschluss des Jahres 2025 zwar etwas verbessern können, notiert mit 44,9 Zählern aber natürlich weiterhin auf einem wirklich unfreundlichen Niveau. Diese Nachricht könnte durchaus eine Relevanz für die weitere Geldpolitik der Fed haben.
Bei den verbalen Rückmeldungen der Teilnehmer an der Befragung durch das Institute for Supply Management zeigen sich weiterhin größere Sorgen bezüglich der aktuellen Ausrichtung der US-Handelspolitik. Zudem wird die geopolitische Lage von manchen Einkaufsmanagern als belastender Faktor benannt.
Fazit: Im Dezember zeigt sich keine große Bewegung beim ISM PMI Manufacturing. Die Zeitreihe notiert zum Abschluss des Jahres 2025 bei einem Wert von nur 47,9 Punkten – und damit auch weiterhin eindeutig unterhalb der magischen Marke von 50 Zählern. Klare Tendenzen hin zu einer Reindustrialisierung in den Vereinigten Staaten würden zweifellos ein anderes Bild bei diesem Stimmungsindikator liefern.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
