Freundlicher Jahresstart - Puma, Rheinmetall, Symrise, ThyssenKrupp - Börse München
Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen, verkürzten Handelswoche, der letzten des Jahres, leicht zugelegt. Wie bereits in der Vorwoche war das Geschehen an den Märkten recht übersichtlich, das Gros der Marktteilnehmer befand sich in Urlaub beziehungsweise hatte die Bücher bereits geschlossen. Thema an den Märkten waren die Gespräche zur Beendigung des Krieges in der Ukraine, die allerdings einmal mehr ohne Ergebnisse oder greifbare Fortschritte blieben. Die wenigen Konjunkturdaten sorgten nicht für nennenswerte Impulse.
Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte im Wochenvergleich um 0,8 Prozent zu auf 24.539,34 Punkte. Im Gesamtjahr 2025 betrug das Plus 23 Prozent, was den höchsten Jahresgewinn seit 2019 darstellte. Beobachter wiesen allerdings darauf hin, dass das starke Ergebnis vor allem einem sehr guten ersten Halbjahr zu verdanken war. Der MDax stieg in der vergangenen Woche um 2,2 Prozent auf 30.979,74 Zähler, für 2025 steht hier ein Zuwachs um 20 Prozent zu Buche. Der TecDax verbesserte sich um 1,0 Prozent auf Wochen- und um 6 Prozent auf Jahressicht auf 3.624,29 Punkte. Der m:access All-Share gewann in der vergangenen Woche 2,9 Prozent auf 1.229,48 Zähler, für das Gesamtjahr bedeutete dies allerdings ein Minus von knapp 13 Prozent.
Die größten Jahresgewinner im Dax waren die Titel von Rheinmetall, die um rund 153 Prozent zulegten. Die neue geopolitische Lage in Zusammenhang mit dem anhaltenden Ukraine-Krieg ließ die Anleger auch im abgelaufenen Jahr zu der Aktie des Rüstungskonzerns greifen. Weniger Freude hatten die Investoren dagegen mit den Titeln von Symrise, die mit einem Minus von knapp 33 Prozent die rote Laterne im Dax hielten. Der Kurs des Aromen- und Duftherstellers litt unter anderem unter geringerer Kundennachfrage und damit einhergehenden Reduzierungen der Umsatzprognosen. Im MDax standen die Papiere von ThyssenKrupp mit einem Anstieg um rund 211 Prozent ganz oben auf dem Treppchen. Hintergrund waren hier die Hoffnungen auf eine gelingende Sanierung des Konzerns sowie auf bessere Zeiten für die europäische Stahlbranche insgesamt, auch infolge des zunehmenden Protektionismus. Größte Jahresverlierer waren die Titel von Puma, die sich um gut 50 Prozent verbilligten. Schwächere Umsätze, US-Zölle und eine gesenkte Finanzprognose machten dem Sportartikelhersteller in 2025 zu schaffen.
Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben in der vergangenen Woche keine einheitliche Tendenz aufgewiesen. Wie an den Aktienbörsen verlief der Handel auch hier ohne wirkliche Impulse, die Ausschläge bei den Notierungen hielten sich in engen Grenzen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erhöhte sich im Wochenvergleich von 2,86 auf 2,89 Prozent. Die Umlaufrendite ging von 2,80 auf 2,79 Prozent zurück. Ein Jahr zuvor hatte die Rendite der zehnjährigen Anleihe noch bei 2,42 Prozent, die Umlaufrendite bei 2,32 Prozent gelegen.
Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche nachgegeben. Der Handel verlief ruhig, marktbewegende Nachrichten und Themen waren Mangelware. Der Dow-Jones-Index sank im Wochenvergleich um 0,7 Prozent auf 48.382,39 Punkte, im Gesamtjahr 2025 verbesserte er sich allerdings um rund 13 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500 büßte in der vergangenen Woche 1,0 Prozent auf 6.858,47 Zähler, im abgelaufenen Jahr legte er um aber 15 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq-100 stieg trotz eines Verlusts von 1,7 Prozent auf 25.206,17 Punkte in der vergangenen Woche im Jahr 2025 um gut 20 Prozent.
Ausblick
Nach dem überwiegend erfolgreichen Aktienjahr 2025 geben sich viele Beobachter auch für den Jahresstart 2026 sowie das Gesamtjahr optimistisch. Letzteres dürfte zwar erneut recht volatil werden, heißt es, insgesamt stünden aber die Chancen für weiter steigende Kurse gut. Auch für die erste Handelswoche des Jahres herrscht Zuversicht, zumal sich das Geschehen wieder beleben dürfte. Die meisten Marktteilnehmer dürften aus ihrem Urlaub zurückkehren.
Auch von der Impuls-Seite erleben die kommenden Tage frischen Schwung, eine Reihe hochkarätiger Konjunkturdaten steht zur Veröffentlichung an. Aus Deutschland unter anderem Verbraucherpreise, Arbeitslosenzahlen und Industrieproduktion, aus der Eurozone Verbraucherpreise und Dienstleistungsindizes und aus den USA die ISM-Indizes. Für das größte Interesse dürften allerdings die Arbeitsmarktdaten aus den USA sorgen, vor dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag liefert hier der Bericht des privaten Arbeitsmarktdienstleister ADP bereits am Mittwoch erste Signale. Die Marktteilnehmer dürften die Daten genau auf ihre Aussagekraft zur Lage der US-Wirtschaft sowie – fast noch wichtiger – auf ihre vermuteten Auswirkungen auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank hin analysieren. Sollten die Zahlen den Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen neue Nahrung geben, könnte dies die Kurse weiter antreiben. Im umgekehrten Fall könnten die Arbeitsmarktzahlen aber auch zu einem Dämpfer führen.
Für Verunsicherung könnte die US-Aktion in Venezuela sorgen, auch wenn Beobachter die Auswirkungen auf die Börsen als marginal einschätzen.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 05.01.: ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA
Dienstag, 06.01. (Heilige Drei Könige, Börsenhandel findet statt).: Verbraucherpreise in Deutschland; Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone
Mittwoch, 07.01.: Einzelhandelsumsätze in Deutschland; Arbeitslosenzahlen für Deutschland; Verbraucherpreise in der Eurozone; ADP-Arbeitsmarktbericht (USA); ISM-Index für das nicht-produzierende Gewerbe in den USA
Donnerstag, 08.01.: Werkaufträge in Deutschland; Geschäftsklima in der Eurozone; Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Erzeugerpreise in der Eurozone; Handelsbilanz der USA
Freitag, 09.01.: Industrieproduktion in Deutschland; Handelsbilanz Deutschlands; Einzelhandelsumsätze in der Eurozone; US-Arbeitsmarktbericht; Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (USA); Inflationserwartungen der Verbraucher in den USA
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