ecoligo: Zahl der Solar-Projekte soll sich bis 2029 verzehnfachen - Interview
Bei ecoligo können Investoren derzeit eine Anleihe zeichnen. Das Papier hat ein Maximalvolumen von 4 Millionen Euro. Bei einer Laufzeit von drei Jahren liegt die jährliche Verzinsung bei 8,5 Prozent.
Im Interview mit der Redaktion von 4investors.de erläutert ecoligo-CEO und Gründer Martin Baart, wie das frische Geld eingesetzt werden soll. Baart stellt sein Unternehmen, das Solaranlagen für Gewerbe- und Industriekunden in Schwellenländern realisiert und auch eine Impact-Investing-Plattform betreibt, ausführlich vor. Zuerst lag der Fokus auf Kenia und Ghana, inzwischen ist ecoligo in elf Ländern aktiv – und die Expansion geht weiter. Baart spricht über die Auswahl der Projekte und über den riesigen Bedarf an Solaranlagen in den Kernmärkten. Die eigenen Ziele nennt der Elektroingenieur ambitioniert. Konnten sich früher nur Privatinvestoren bei ecoligo engagieren, so hat man sich inzwischen auch institutionellen Investoren geöffnet – mit großem Erfolg.
4investors.de: ecoligo – der Name dürfte vielen Anlegern bisher wenig sagen. Was machen sie?
Baart: Wenn man von ecoligo bis jetzt noch nichts gehört hat, dann wird es höchste Zeit. Wir realisieren seit 2016 Solaranlagen für Gewerbe- und Industriekunden in Schwellenländern und sind Pioniere der globalen Energiewende. Alle unsere Kunden haben ein Interesse daran, ihre Energiekosten emissionsfrei zu senken und auf grüne Energie umzusteigen. Allerdings fehlt ihnen der Zugang zu passenden Finanzierungen und meist auch das technische Knowhow, um solche Projekte umzusetzen. Da kommen wir ins Spiel und bringen eine Reihe von Tools mit, um diese tatsächlichen Hürden zu überwinden. ecoligo finanziert, baut - mittels sogenannter Generalunternehmen, besitzt und betreibt die Solaranlagen für die Kunden vor Ort.
Das für den Bau der Solaranlagen benötigte Kapital wird über unsere eigene Impact-Investing-Plattform als Projekt für private Investoren angeboten, die mit ihrem Investment gezielt nachhaltige Wirkung erzielen können und wollen. Sobald eine Solaranlage in Betrieb geht, stellen wir den daraus generierten Strom unseren Kunden vor Ort in Rechnung. So zahlt der Kunde die Solaranlage über die Laufzeit an uns zurück und wir generieren Einnahmen, um die Investments an unsere Investoren abzulösen. Was ist neben der Realisierung des Projektes der Anreiz für den Kunden? Der Strompreis, den wir mit dem Kunden aushandeln ist an den lokalen Strompreis vor Ort gekoppelt und erhält einen Rabatt zwischen 10 Prozent und 40 Prozent pro kWh. Das heißt, sobald die Kunden auf Solarstrom umsteigen, sparen sie effektiv Geld.
4investors.de: Welche Summe haben sie in ihrer bisherigen Historie über ihre Plattform eingesammelt?
Baart: Insgesamt haben unsere Privatinvestoren bereits 56 Millionen Euro auf unserer Plattform investiert. Das hat dazu beigetragen, dass wir bis heute 162 Projekte in 11 Ländern mit einer Leistung von rund 82 MWp realisieren konnten. Diese Projekte werden über ihre gesamte Lebensdauer 1,4 Millionen Tonnen an CO2 einsparen. Um das einmal in Relation zu setzen: Unsere Projekte kompensieren über ihre Laufzeit den jährlichen Stromverbrauch von rund 500.000 Haushalten in Deutschland oder etwa die Menge an CO2, die circa 18 Millionen Bäume binden müssten. Zum Vergleich: Im gesamten Schwarzwald stehen schätzungsweise 4 Millionen Bäume. Unsere Projekte leisten damit einen rund 4,5-mal so großen Beitrag zum Klimaschutz, würde man uns mit diesem Naturschutzgebiet vergleichen. Dabei ist noch einmal hervorzuheben, dass wir keine Fremdprojekte finanzieren, sondern alle auf unserer Plattform angebotenen Projekte Teil der ecoligo-Gruppe sind. Das ermöglicht uns einen 360-Grad-Blick und einen hohen Grad an Transparenz im Hinblick auf die Projektrealisierung und in Bezug auf die Informationsaufbereitung für unsere Investoren. Dabei hat auch die Art der Produkte, die wir auf unserer Plattform anbieten, eine Entwicklung durchgemacht.
Wir sind mit Vermögensanlagen gestartet, die konkrete Projektvorhaben finanzieren. Das ist für den deutschen Markt kein unübliches Produkt. Jedoch limitieren uns diese Art von Investments hinsichtlich zweierlei Gesichtspunkten: Der Mittelverwendung und der Möglichkeit zur europaweiten Investorenakquise, weswegen wir uns im Sommer letzten Jahres zu einer entscheidenden Neujustierung der Plattform entschieden haben. Neben dem Wechsel unter ein Haftungsdach bieten wir nun auch unsere eigenen Solar-Anleihen an. Derzeit auf Basis eines Wertpapierinformationsblattes und zukünftig im Rahmen eines europaweit standardisierten Prospekts. Beide Varianten ermöglichen uns die Finanzierung eines Portfolios von Solaranlagen, sodass wir das eingeworbene Geld flexibel für die Projektvorhaben in unseren Märkten einsetzen können. Das reduziert den administrativen Aufwand enorm und beschleunigt die Projektinbetriebnahme unserer Anlagen, was dazu führt, dass unsere Kunden schneller auf grünen Strom umsteigen können. Spätestens mit dem prospektierten Angebot, bei dem wir auch ein Listing anstreben, können wir zudem über die deutschen Grenzen hinaus Privatinvestoren, semiprofessionelle Investoren und professionelle Investoren ansprechen und für unsere Plattform gewinnen. Derzeit haben wir über 8.000 registrierte Nutzer und sind bereit für mehr.
4investors.de: Sie sind ausschließlich im Bereich der Solarenergie tätig, andere Bereiche kommen nicht in Frage?
Baart: Um hier ein klassisches deutsches Sprichwort zu bemühen: Schuster bleib bei deinen Leisten. Ich bin gelernter Elektroingenieur und habe mehr als 21 Jahre Erfahrung in der Solarindustrie. Der Gründungsgedanke von ecoligo entstand vor 10 Jahren in Kenia, wo mein Mitgründer und ich diese große Lücke zwischen Potential für Aufdachsolaranlagen und realisierten Solarprojekten festgestellt haben. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf. 2018 haben wir die ersten Projekte in Kenia und Ghana realisiert und 2020 das erste 1 MWp Projekt in Vietnam. Solar ist das, was wir können, weshalb wir uns ausschließlich auf Aufdachsolaranlagen für Gewerbe- und Industriekunden spezialisiert haben.
4investors.de: Wie wählen Sie ihre Projekte aus?
Baart: Grundlegend haben wir ein paar Eckpfeiler, auf die wir uns konzentrieren. Zunächst bauen wir nur sogenannte „On-Grid“-Projekte. Das heißt, unsere Kunden bleiben weiterhin an das lokale Stromnetz angebunden und wir ersetzen mit unseren Solaranlagen bis zu 40 Prozent des Strombedarfs. Darüber hinaus fokussieren wir uns auf lokale Unternehmen oder multinationale Konzerne mit starken regionalen Standorten und landesweiter Präsenz. Bei der Projektrealisierung stehen bei uns Anlagen ab 400 kWp bis weit über 1 MWp im Fokus. Wichtig ist uns, dass unsere Kunden aufgrund ihrer Marktstellung und -positionierung verlässliche und stabile Partner darstellen. Heute gewinnen wir viele neue Kunden über Empfehlungen aus unserem Netzwerk – insbesondere durch Generalunternehmen, mit denen wir bereits Projekte umgesetzt haben, sowie durch zufriedene Bestandskunden, die uns weiterempfehlen.
Alle unsere Kunden durchlaufen eine dreigliedrige Qualitätsprüfung im Rahmen eines sogenannten ,,Due Diligence Prozesses‘‘. Diese Prüfung umfasst eine finanzielle Bewertung des Kunden auf Basis der letzten drei geprüften Jahresabschlüsse sowie der aktuellen Management Accounts. Ferner durchläuft jeder Kunde eine technische Prüfung, um Details zur Machbarkeit der Solaranlage festzustellen sowie einen sogenannten KYC-Check (Know-Your-Customer). Bei letzterem fließen auch qualitative Aspekte in die Bewertung ein, etwa die Unterzeichnung unserer Ausschlussliste für Aktivitäten, die wir grundsätzlich nicht unterstützen. Klassische Beispiele hierfür sind der Einsatz Seltener Erden oder Kinderarbeit. Sofern ein Kunde alle drei Teilaspekte der Prüfung besteht, können wir für ihn ein Solarprojekt realisieren.
4investors.de: Sie haben bisher weltweit 162 Anlagen gebaut. Gibt es Zielvorgaben, wie viele neue Projekte sie jährlich umsetzen wollen?
Baart: Wenn wir uns den adressierbaren Markt für Solar C&I Leistungen in den Ländern anschauen, in denen wir aktiv sind, ist das Potenzial enorm. Allein unsere Kernmärkte Lateinamerika und Südostasien zusammengenommen weisen einen nicht realisierten Bedarf von über 800 GW auf. Um realistisch zu bleiben, ist das nicht die Zahl, mit der wir planen. Nichtsdestotrotz streben wir mit ecoligo ein ambitioniertes Wachstum im Hinblick auf Projektrealisierung und installierte Leistung an. Bis 2029 wollen wir gut 1.600 Projekte mit der entsprechend gleichen Kapazität von 1.600 MWp umgesetzt haben. Das Ziel ist ambitioniert, aber der Markt gibt uns Recht - denn der Bedarf ist da.
4investors.de: Wie ist das Verhältnis von Privatanlegern zu institutionellen Investoren bei ihren Projekten?
Baart: Das ist tatsächlich eine sehr interessante Frage und ein guter Twist in der Entwicklung unserer Unternehmensgeschichte. Die ursprüngliche Idee von ecoligo war es, die Solaranlagen ausschließlich über Privatanleger zu realisieren. 2020 haben wir jedoch bereits begonnen, auch mit institutionellen Investoren zusammen zu arbeiten. Diese tragen mit einer investierten Gesamtsumme von 38 Millionen Euro inzwischen einen wichtigen und stetig wachsenden Anteil zur Finanzierung bei, auch wenn sie die Summe der Privatinvestoren noch nicht übertreffen. Unter den institutionellen Investoren sind Namen wie Oikocredit, Triple Jump, Symbiotics und Mirova, um nur einige zu nennen.
4investors.de: Gibt es Ausfälle bei ihren Projekten?
Baart: Natürlich kann es bei unseren Projekten auch immer mal zu Zahlungsausfällen seitens der Kunden kommen, was im schlimmsten Fall zum Ausfall der Rückzahlung an die Investoren führen kann. Allerdings passiert das selten. Seit der Gründung von ecoligo haben Investoren bei uns 56 Millionen Euro privates Kapital investiert. In dieser Zeit, also in fast 10 Jahren, kam es bisher zu einem einzigen Projektausfall, bei dem nicht das gesamte eingesetzte Kapital an die Investoren zurückgeführt werden konnte. Investoren verloren in diesem Projekt insgesamt 75.000 Euro – also 39 Prozent ihres eingesetzten Kapitals von 194.000 Euro. In allen anderen Projekten haben wir die vertraglich vereinbarten Zins- und Rückzahlungen an die Investoren planmäßig geleistet und haben so bis dato 4,1 Millionen Euro zurückgeführt. Bezogen auf das gesamte eingeworbene Kapital in Höhe von 56 Millionen Euro ergibt sich somit eine Ausfallquote von lediglich 0,13 Prozent. Für mehr Details empfehle ich einen Blick auf unsere Webseite, wo wir im Rahmen unserer Erfolgsbilanz (https://ecoligo.com/de/erfolgsbilanz) die Zahlen zu Projektfinanzierungen und -rückzahlungen veröffentlichen.
Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass im Falle eines Zahlungsausfalls die Solaranlage bis zur vollständigen Zahlung durch den Kunden im Eigentum der ecoligo Gruppe bleibt. Durch deren Verkauf oder Nutzung der Komponenten für andere Projekte können Mittel generiert werden, um die Interessen der Investoren zu schützen. Nichtsdestotrotz besteht bei jeder Investition das Risiko eines Totalausfalls. Daher verfügen unsere Projekte im Vergleich zu klassischen Finanzprodukten wie Tages- oder Festgeld, bei entsprechend höherem Risiko, auch über attraktivere Zinssätze.
4investors.de: Sie erwähnten auf einer Konferenz von SMC in München, dass Kolumbien und Indonesien künftig interessante Zielmärkte sein könnten. Warum?
Baart: Für unser Geschäftsmodell gibt es einige Rahmenbedingungen, die einen Markteintritt attraktiv machen: Wie groß ist der Markt für Aufdachsolaranlagen für Gewerbe- und Industriekunden? Wie hoch sind die Strompreise, den diese Kunden für ihren Strom bezahlen? Lässt sich eine 100prozentige Tochtergesellschaft aufbauen? Gibt es wenige Steuerhemmnisse bei der Ausfuhr von Kapital? Haben wir ausreichend viele Generalunternehmer, die im Zielmarkt aktiv und bereits qualifiziert sind, um für uns Projekte zu realisieren? Wie kostspielig ist es ein lokales Team aufzubauen?
Sowohl in Kolumbien als auch Indonesien werden alle diese Fragen positiv beantwortet und daher stellen diese Länder attraktive Expansionsmöglichkeiten für die ecoligo-Gruppe dar.
4investors.de: Wie ist die Akzeptanz von Solarprojekten in den Ländern, in denen sie aktiv sind? Wie werden sie in den verschiedenen Ländern von den Menschen empfangen?
Baart: In allen Ländern, in denen wir derzeit aktiv sind, beobachten wir ein deutliches inneres Bestreben, die Energieversorgung nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten. Der Übergang zu erneuerbaren Energien wird sowohl politisch, gesellschaftlich und gerade auch wirtschaftlich unterstützt, was die Rahmenbedingungen für Solarprojekte insgesamt positiv beeinflusst.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die hohe Akzeptanz unserer Projekte ist unsere enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Teams. Dadurch stellen wir sicher, dass unsere Projekte nicht nur technisch und wirtschaftlich, sondern auch kulturell und sozial verankert sind. Die lokale Einbindung schafft Vertrauen, stärkt die Identifikation mit den Projekten und ermöglicht uns, flexibel auf regionale Gegebenheiten und Bedürfnisse einzugehen.
Insgesamt werden unsere Projekte in allen Ländern sehr positiv aufgenommen: als Beitrag zur Energiewende, zur lokalen Wertschöpfung und zu einer nachhaltigen Entwicklung.
4investors.de: Wie sieht die Konkurrenzsituation aus?
Baart: In den Ländern, in denen wir tätig sind, gibt es andere Unternehmen, die ähnliche Lösungen anbieten wie wir. Allerdings verfügt keines von ihnen über den global diversifizierten Fußabdruck, den ecoligo vorweisen kann. Wir betrachten Wettbewerb als einen gesunden Aspekt eines wachsenden Marktes, der uns dazu anspornt, stets die besten und qualitativ hochwertigsten Lösungen anzubieten. Zudem sind die Märkte so groß, dass mehrere Anbieter problemlos nebeneinander existieren können.
ecoligo unterscheidet sich von anderen Wettbewerbern durch ein äußerst flexibles Angebot für Kunden hinsichtlich Preisstruktur, Laufzeit und Verbrauchsanforderungen. Darüber hinaus pflegen wir gemeinsam mit unseren Generalunternehmen eine enge Beziehung zu unseren Kunden, um ihre Bedürfnisse zu verstehen und eine technische sowie kommerzielle Lösung zu entwickeln, die ihren Erwartungen entspricht. Wir bieten demnach zwar eine standardisierte Lösung, jedoch maßgeschneidert auf den Kunden.
Das Alleinstellungsmerkmal von ecoligo beruht auf drei zentralen Säulen, die uns vom Wettbewerb abheben:
(i) Geschwindigkeit – Dank standardisierter Prozesse und einem starken Netzwerk an Generalunternehmen kann ecoligo Projekte im Durchschnitt innerhalb von sieben Monaten nach erfolgreicher Finanzierung in Betrieb nehmen.
(ii) Flexibilität – Je nach Kundenwunsch und lokalen, regulatorischen Anforderungen kann ecoligo entweder ein PPA- oder ein Leasingmodell anbieten, bei Anlagengrößen von 400 kWp bis 4 MWp – mit und ohne Speicherlösung.
(iii) Qualität – ecoligo ist in seinen aktiven Märkten als europäischer Anbieter bekannt, der hohe Standards bei der Projektausführung und zuverlässigen Service bietet.
4investors.de: Sie wollen ihren Umsatz in den kommenden Jahren von 6,5 Millionen Euro (2024) über 12,3 Millionen Euro (2025) auf 23,9 Millionen Euro in 2026 deutlich steigern. Wie soll dies gelingen?
Baart: Dieses Ziel wollen wir vor allem durch den konsequenten Ausbau unserer operativen Projekte erreichen. Aufgrund unserer stetig wachsenden Pipeline und nachweisbaren Conversion Rates können wir daraus sehr genau ableiten, wie viele Projekte und MWp wir in den kommenden Jahren zubauen werden.
Mit jeder neu ans Netz gebrachten Anlage steigern wir nicht nur unsere installierte Leistung, sondern generieren auch kontinuierliche Einnahmen durch den Verkauf von Solarstrom an unsere Kunden. Dabei setzen wir gezielt auf wirtschaftlich attraktive Märkte mit stabilen regulatorischen Rahmenbedingungen. Durch unsere enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, unsere effizienten Projektstrukturen und unsere erfahreneren Teams vor Ort sind wir in der Lage, Projekte zügig umzusetzen und schneller in die Ertragsphase zu bringen. So schaffen wir die Grundlage für unser organisches Wachstum und eine nachhaltige Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren.
Zur Realisierung unserer Projekte sind wir auf entsprechende finanzielle Mittel angewiesen. Deshalb platzieren wir fortlaufend neue Angebote am Markt, halten unsere bestehenden Investoren transparent informiert und arbeiten aktiv daran, neue Anleger zu gewinnen.
4investors.de: Aktuell begeben sie mittels Privatplatzierung eine Anleihe. Im Sommer soll eine weitere Anleihe auch für Privatinvestoren folgen. Wie sind die Konditionen?
Baart: Tatsächlich handelt es sich um ein und dieselbe Anleihe. Ursprünglich haben wir auf unserer Plattform ausschließlich direkte Projektfinanzierungen zur Investition angeboten. Seit dem Sommer letzten Jahres haben wir unser Angebot erweitert: Investoren können nun auch in unsere Solar-Anleihen investieren. Ein Finanzprodukt, das nicht nur einzelne Anlagen, sondern gleich ganze Projektportfolios finanziert. Diese Anleihen tragen den Namen „ecoStart“ und das aus gutem Grund: Sie finanzieren die Startphase unserer Projekte, also konkret den Bau der schlüsselfertigen Solaranlagen durch unsere Generalunternehmer vor Ort.
Ende Juni konnten wir den Launch unserer dritten ecoStart-Anleihe: „ecoStart Athena“ feiern. Ihr voraus ging ein erfolgreiches Private Placement, welches das große Interesse und Vertrauen unserer Investoren einmal mehr unterstreicht. Im öffentlichen Angebot kann man ab 5.000 Euro bei einem Zinssatz von 8,5 Prozent investieren. Die Laufzeit beträgt drei Jahre, beginnt ab dem 31.07.2025 und das Gesamtvolumen beträgt 4 Millionen Euro. Möglich ist die Zeichnung der Anleihe über unsere Webseite.
4investors.de: Und was wollen sie mit dem frischen Geld machen?
Baart: Mit dem frischen Kapital planen wir die Umsetzung von insgesamt 16 neuen Solarprojekten, die sich derzeit in konkreter Vorbereitung befinden. Im Fokus steht dabei der Ausbau unserer Aktivitäten in dynamischen Wachstumsmärkten – insbesondere in Südostasien, wo der Bedarf an nachhaltiger Energie besonders hoch ist.
Ein Großteil der geplanten Projekte konzentriert sich auf die Industrieversorgung vor Ort: Energieintensive Produktionsbetriebe aus den Bereichen Papierverarbeitung, Baustoffproduktion und Textilfertigung wollen ihren CO2-Fußabdruck senken und ihre Energieversorgung durch Solaranlagen langfristig absichern. Viele dieser Unternehmen sind Teil internationaler Lieferketten und arbeiten mit globalen Marken zusammen - der Druck in Richtung nachhaltiger Produktion wächst entsprechend stark.
Durch die Realisierung dieser Projekte schaffen wir nicht nur konkrete CO2-Einsparungen, sondern auch planbare, langfristige Einnahmen durch den Stromverkauf. Damit legen wir den Grundstein für weiteres Wachstum und ermöglichen gleichzeitig eine direkte Wirkung für Investoren und Klima.
4investors.de: Gibt es bei ihnen im Hinterkopf auch den Gedanken an einen Börsengang?
Baart: Ob ein Börsengang oder ein anderer Exit - ja, grundsätzlich denke ich darüber nach, wie wir langfristig Teil von etwas Größerem werden können. Unsere Vision ist es, Solarenergie in großem Maßstab dorthin zu bringen, wo sie am meisten gebraucht wird und bewirken kann. Dafür kann es sinnvoll sein, sich irgendwann einem starken Partner anzuschließen oder neue Wachstumspfade zu öffnen. Aktuell gibt es dazu erste Ideen, aber nichts Konkretes, da im Moment unser Fokus voll auf dem Aufbau und der Skalierung unseres Geschäfts liegt. Alles Weitere kommt zu seiner Zeit.
