Zollstreit: Deutschland und Italien im EU-Vergleich besonders gefährdet - DZ Bank
Für den zweiten April hat US-Präsident Donald Trump den „Liberation Day“ – also einen Befreiungstag für die amerikanische Wirtschaft – angekündigt. Dann will er die für viele Produkte häufig niedrigeren US-Zölle an die Niveaus der Handelspartner anpassen. Zudem hat Trump Importzölle in Höhe von 25 Prozent auf Autos aus der EU angekündigt.
Laut DZ BANK Research müssen die EU-Länder reziproke Zölle, sofern sie allein auf Basis bestehender Zolldifferenzen erhoben werden, aber nur in wenigen Bereichen ernsthaft fürchten. In vielen wichtigen Exportsektoren, wie der Pharmaindustrie oder dem Maschinenbau, sind die Zollabstände gering. Warengruppen mit sehr hohen Zolldifferenzen haben dagegen häufig nur eine kleine Bedeutung beim Handel zwischen den USA und Europa. Das trifft etwa auf Nahrungsmittel und Agrargüter zu.
Die Achillesferse der Europäer bleibt aber der Automobilsektor. „PKW´s machten 2023 über 14 Prozent aller deutschen Exporte in die USA aus. Hinzu kommen Fahrzeugteile und Motoren mit knapp sieben Prozent der Ausfuhren. In Italien machten Autos sieben Prozent aller Exporte nach Amerika aus“, erklärt Analystin Monika Boven. „Gefährlicher als Ausgleichsmaßnahmen für Zolldifferenzen sind daher die zahlreichen anderen Strafzölle, die Trump außerdem in Aussicht gestellt hat“, betont Boven.
Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DZ Bank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
