USA: Die Einzelhandelsumsätze bringen die Fed ins Spiel - Nord LB
Nach den schwachen Daten zum Start des Jahres 2025 konnten sich die Einzelhandelsumsätze in den Vereinigten Staaten im Februar nur ganz leicht erholen; die offiziellen US-Statistiker haben in konkreten Zahlen ausgedrückt einen Anstieg um lediglich 0,2% M/M gemeldet. Ein „echter“ Rückpralleffekt würde natürlich ganz anders aussehen – zumal die ohnehin schon unerfreulichen Angaben für den Januar nun noch weiter nach unten revidiert worden sind. Mit diesen neuen Daten rückt die Fed wieder deutlich stärker in den Fokus der internationalen Finanzmärkte – wobei eine Zinssenkung in dieser Woche weiterhin nicht zu erwarten sein dürfte. Wir werden nach diesen Zahlen wahrscheinlich auch unsere bereits jetzt schon nicht sonderlich optimistische Prognose für das US-BIP nach unten hin anpassen müssen.
Im Bereich „Automobile“ kam es nicht zu der erwarteten Gegenbewegung. Die Umsätze in diesem Segment haben sich im Februar sogar weiter abgeschwächt. Gemeldet wurde ein Rückgang um immerhin 0,4% M/M. Im Vorfeld verfügbare Daten aus Branchenkreisen hatten eher nicht in diese Richtung gedeutet. Es handelt sich also um eine klar negative Überraschung.
Die Umsätze an den Tankstellen sind am aktuellen Rand sogar um 1,0% M/M zurückgegangen. Diese Bewegung stellt allerdings keine sonderlich große Überraschung dar. Die jüngst gemeldeten CPI-Daten hatten eine Verringerung der Benzinpreise sehr klar angezeigt. Diese Nachricht mag in den kommenden Monaten sogar Spielräume für wieder mehr Konsum der privaten Haushalte schaffen.
Die mit den Entwicklungen am US-Immobilienmarkt eng verknüpften Komponenten der Einzelhandelsumsätze konnten beide immerhin die Notwendigkeit zum Ausweis eines negativen Vorzeichens vermeiden. Bei den Möbeln offenbarte sich im Februar eine Veränderungsrate von 0,0%. Die Umsätze mit Baumaterialine zogen um 0,2% M/M an. In beiden Fällen handelt es sich um nicht sonderlich schwungvolle Gegenbewegungen nach ziemlich unfreundlichen Entwicklungen im Januar.
Die Angaben zur Entwicklung der wichtigen Kontrollgruppe der US-Einzelhandelsumsätze könnten dagegen als ein Lichtblick gewertet werden. Hier zeigte sich mit einem Anstieg um 1,0% M/M immerhin ein klarer Rückpralleffekt. Allerdings kam es auch bei dieser Zeitreihe zu einer unerfreulichen Revision der Zahlen für den Januar (von bisher -0,8% M/M auf nun -1,0% M/M). Eine wirklich positive Dynamik ist also auch hier nicht zu sehen. So notiert die Jahresrate dieser Komponente auf Basis der nicht-saisonbereinigten Zeitreihe bei lediglich +0,3%. Diese Nachricht erlaubt bei der wahrscheinlichen Anpassung unserer schon bisher eher nicht optimistischen BIP-Prognose immerhin ein eher vorsichtiges Vorgehen.
Fazit: Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der US-Einzelhandelsumsätze im Februar zeigen nicht den erhofften kräftigen Rückpralleffekt nach der im Januar beobachtbaren ausgeprägten Schwäche. In konkreten Zahlen gesprochenen kam es lediglich zu einem Zuwachs um 0,2% M/M. Die erwarteten stützenden Effekte aus den Autohäusern in den USA sind ausgeblieben. Immerhin konnte die Kontrollgruppe der US-Einzelhandelsumsätze nach der Schwäche im Vormonat deutlicher anziehen. Hier mag in der Tat von einem kräftigen Rückpralleffekt gesprochen werden, was uns dann wohl doch ein gewisses Augenmaß bei der nun wahrscheinlichen Anpassung an der BIP-Prognose für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten erlauben sollte.
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