Bechtle: Reaktionen auf die Warnung
Am 9. August publiziert Bechtle Zahlen zum zweiten Quartal. Schon zuvor muss die Gesellschaft eine Gewinnwarnung für 2024 verkünden. Kunden vor allem aus dem Mittelstand sind bei Investitionen zurückhaltend. Das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern entwickelt sich weiter verhalten.
Daher erscheint die bisherige, noch im Mai bestätigte Prognose von Bechtle zunehmend anspruchsvoll. Erwartet hatte man bisher, dass Geschäftsvolumen, Umsatz und Ergebnis deutlich steigen sollten, die EBT-Marge (2023: 5,8 Prozent) sah man in etwa auf Vorjahresniveau. Laut neuer Prognose sollen Geschäftsvolumen, Umsatz, Ergebnis und EBT-Marge auf Vorjahresniveau liegen. Von einem Plus ist keine Rede mehr.
Die Gesellschaft will nun Kosten einsparen und stoppt die Einstellungen, auch bei Reisen wird man zurückhaltender. Die Wahlen in Frankreich haben offensichtlich auch für Unsicherheiten gesorgt, das dortige Geschäft lief zuletzt nicht wie erhofft.
Für das zweite Halbjahr sind noch keine Zeichen der Erholung zu sehen, die Visibilität bleibt niedrig.
Von den Analysten von mwb research kommt wie bisher eine Kaufempfehlung für die Aktien von Bechtle. Das Kursziel sinkt von 59,00 Euro auf 55,00 Euro. Sie sehen die Wachstumstreiber bei Bechtle (WKN: 515870, ISIN: DE0005158703, Chart, News) insgesamt als intakt an.
Erwartet wird von ihnen für 2024 ein Gewinn je Aktie von 2,17 Euro (alt: 2,28 Euro). Die Prognose für 2025 geht von 2,46 Euro auf 2,33 Euro zurück.
Auch die Analysten der Deutschen Bank passen ihr Modell nach der Warnung an. Sie bleiben ebenfalls bei der Kaufempfehlung für den Titel. Das Kursziel geht jedoch von 60,00 Euro auf 54,00 Euro zurück.
Die Aktien von Bechtle verlieren 0,8 Prozent auf 39,66 Euro. In den vergangenen vier Wochen gibt die Aktie rund 12 Prozent nach.
