Frankreich zeigt RN rote Karte: Markt erleichtert – Standort durch Wahlausgang trotzdem unter Druck - DZ Bank
Ein rechter Durchmarsch bei den Parlamentswahlen in Frankreich ist nicht zur Realität geworden – der Rassemblement National (RN) erreicht nur Platz drei. Neben dem Linksbündnis Nouveau Front Populaire (NFP), das Platz eins belegt, kann sich Staatspräsident Emmanuel Macron somit als Sieger fühlen. Sein liberales Bündnis Ensemble wird immerhin zweitstärkste Kraft.
Eine Fortführung seiner bisherigen Politik bedeutet das aber nicht. Da kein Bündnis die absolute Mehrheit erreicht hat, schlägt nun die Stunde der Kompromisse. Macron dürfte darauf abzielen, das NFP zu spalten – der Präsident lehnt jegliche Zusammenarbeit mit den Ultralinken von La France Insoumise rund um Jean-Luc Mélenchon ab.
Allerdings: „Auch eine Mitte-Links-Koalition ist alles andere als ein Selbstläufer und mit hohen Forderungen an Ensemble verbunden“, sagt Daniel Lenz, Leiter Strategie Euro-Zinsmärkte. Konkret gehe es dabei um steigende Sozialausgaben und höhere Steuern für Besserverdiener. „Frankreichs hohes strukturelles Budgetdefizit dürfte sich damit verfestigen“, so der Analyst.
Eine erhöhte Spreadvolatilität der französischen Staatsanleihen ist deshalb wahrscheinlich. „Die zehnjährigen Risikoaufschläge werden auf absehbare Zeit nicht wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen“, betont Lenz.
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