Börse am Morgen, u.a. TSMC, Volkswagen, Stellantis und Konjunkturdaten - Nord LB
Wie der europäische Automobilherstellerverband ACEA (European Automobile Manufacturers‘ Association) mitteilte, kamen in 2023 mit 10,5 Mio. PKW knapp 14% mehr Neuwagen auf Europa’s Straßen als im Vorjahr. Mit 26% hatte der Volkswagen-Konzern die Marktführerschaft vor Stellantis mit 18% und der Renault Group mit 11%. Während Frankreich, Italien und Spanien Zuwächse zwischen 16% und 19% erzielten, kam das Schwergewicht Deutschland nur auf ein Plus von 7,3%. Grund hierfür war der Wegfall von Subventionen für Elektroautos im Dezember. Die Zahl neuer E-Autos stieg in der EU um 37% auf 1,54 Mio. PKW, was einem Marktanteil von 14,6% entsprach. Der Absatz von Benzinern kletterte um mehr als 10% auf 3,7 Mio. (Marktanteil 35,3%). Integrierte Hybride hatten mit 25,8% den zweitgrößten Marktanteil, wohingegen Plug-in-Hybride nur auf einen Anteil von 7,7% kamen. Der Anteil von Dieselfahrzeugen schrumpfte um fast 3% auf 13,6%, wobei diese in Deutschland gegen den Trend um 10% zulegten.
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche kräftig gesunken. Mit 187.000 lag die Zahl deutlich unter der vorangegangenen Woche (203.250) und sehr weit entfernt von der Marke von 270.000, die eine negative Trendwende signalisiert.
Mit 20.200 lag die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland im November 2023 um 16,9% unter dem Vorjahreswert. Von Januar bis November wurden 238.500 Baugenehmigungen für Wohnungen und damit 25,9% weniger als im Vorjahr erteilt. Im Neunmonatszeitraum lagen die Genehmigungen für Einfamilienhäuser um 38,6%, für Zweifamilienhäuser um 49,2% und diejenigen von Mehrfamilienhäusern um 23,8% unter dem jeweiligen Vorjahreswert. Nur Wohnheime zeigten ein Genehmigungsplus von 8.500 Wohnungen bzw. 29,5%.
Auch der Wohnungsbau in den USA hat sich zuletzt abgeschwächt. Die Zahl der Baubeginne sank im Dezember hochgerechnet auf das Jahr um 4,3% auf 1,460 Mio. (November: 1,525 Mio.). Allerdings legte die Zahl der Genehmigungen, die Hinweise auf das künftige Baugeschehen gibt, um 1,9% auf 1,495 Mio. zu.
Tagesausblick
Heute Vormittag kommen die neuen Zahlen zur Entwicklung der gewerblichen Erzeugerpreise im Dezember 2023. Als Vorgelagerte Stufe geben sie Hinweise zur Entwicklung der Konsumentenpreise (Inflation). Erwartet wird, dass sich der Rückgang wie in den Vormonaten fortsetzt. Ansonsten richtet sich der Blick über den Atlantik. Die Hauswiederverkäufe dürften sich kaum von ihrem historisch rekordverdächtig niedrigen Niveau abheben. Der Michigan Index zur Konsumentenstimmung wird zwar ebenfalls mit einer Seitwärtsbewegung erwartet. Das könnte sich aber als zu pessimistisch erweisen, nachdem am Mittwoch überraschend starke Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten gemeldet wurden.
Renten- und Aktienmärkte
Robuste US-Konjunkturdaten lasteten auf den Anleihekursen. Sowohl deutsche Staatsanleihen als auch US-Anleihen gaben nach, die Renditen stiegen.
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Die deutschen und europäischen Aktienmärkte stabilisierten sich nach den Vortagesverlusten am Donnerstag. Unterstützt wurde dies durch eine vom Ausblick des taiwanesischen TSMC-Konzerns ausgelöste Techrally (s.u.). DAX +0,83%; MDAX +1,20%; TecDAX +1,38%. Auch an der Wall Street stiegen Anleger wieder ein. Hier wirkte sich ebenfalls der TSMC-Ausblick positiv aus. Dow Jones +0,54%; S&P 500 +0,88%; Nasdaq Comp. +1,35%.
Unternehmen
Der weltweit umsatzstärkste Halbleiterhersteller TSMC aus Taiwan litt in Q4 2023 zwar unter der schwächelnden Weltwirtschaft, allerdings weniger als befürchtet. Während der Quartalsumsatz um 1,5% auf EUR 18 Mrd. im Rahmen der Erwartungen sank, fiel der operative Gewinn um 19% auf umgerechnet EUR 6,9 Mrd. Analysten hatten im Konsens nur mit EUR 6,6 Mrd. gerechnet. Für 2024 erwartet das Unternehmen dank dem Megatrend Künstliche Intelligenz (KI) ein gesundes Umsatzwachstum um 25% und eine operative Gewinnmarge zwischen 40% und 42%.
Devisen und Rohstoffe
Niedrigere Zinssenkungserwartungen stärkten den USD gegenüber dem EUR.
Wetterbedingte Produktionseinschränkungen in den USA sowie die Erwartung des Ölkartells Opec eines relativ starken Wachstums der globalen Nachfrage für die nächsten zwei Jahre sorgten für steigende Ölpreise.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

