Börse: Deutsche Telekom, VW, Carl Zeiss Meditec und Twitter im Fokus - Nord LB
Der deutsche Einzelhandel hat sich im MĂ€rz besser entwickelt als zunĂ€chst angenommen. Die UmsĂ€tze stiegen gegenĂŒber dem Vormonat preisbereinigt um 0,9%, wie die Bundesbank mitteilte. VorlĂ€ufig war von Destatis ein RĂŒckgang von 0,1% gemeldet worden. Im Vergleich zum Vorjahr war der Einzelhandelsumsatz revidiert um 1,7% niedriger.
Die Industrieproduktion in der Euro-Zone ist im MĂ€rz deutlicher als erwartet zurĂŒckgegangen. Neue LieferengpĂ€sse und steigende Energiekosten sorgten dafĂŒr, dass die Produktion (ohne Bauwirtschaft) gegenĂŒber dem Vormonat saisonbereinigt um 1,8% sank. Volkswirte hatten lediglich einen RĂŒckgang um 1,0% erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Industrieproduktion um 0,8% niedriger. Wie Eurostat weiter mitteilte, fiel die Industrieproduktion in der EU-27 im MĂ€rz um 1,2% gegenĂŒber dem Vormonat, im Jahresvergleich lag sie um 0,7% höher.
Rentenmarkt
Die Aufholjagd bei den deutschen Bundesanleihen fand zum Wochenausklang erst einmal ein Ende. Die Kurse gaben nach. Auf Wochensicht konnten sie dennoch positiv abschlieĂen. US-Staatspapiere schwĂ€chten sich nach den deutlichen Vortagesgewinnen wieder ab. Hinzu kam die positive Aktienmarktstimmung, die die Anleger risikofreudiger werden lieĂ.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Volkswagen (VW) Vz..
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Aktienmarkt
Die Notierungen am deutschen Aktienmarkt zogen am Freitag deutlich an. U.a. sorgten die positiven US-Vorgaben vor allem am Nachmittag fĂŒr steigende Kurse. DAX +2,10%, MDAX +2,27%, TecDAX +3,42%. Aussagen von Fed-Chef Powell, der fĂŒr die nĂ€chsten beiden Notenbanksitzungen jeweils eine Zinserhöhung um 0,5% in Aussicht stellte, haben die Akteure an den US-Börsen beruhigt und zu Kursgewinnen gefĂŒhrt. Insbesondere Tech-Aktien profitierten. Twitter-Aktien sanken gegen den Trend um 9,67%. Elon Musk hat seine ĂbernahmeplĂ€ne vorerst ausgesetzt, um Berechnungen abzuwarten, dass Twitter-Accounts, hinter denen keine echten Nutzer stecken, tatsĂ€chlich weniger als 5% aller Accounts ausmachen. Dow Jones +1,47%, S&P 500 +2,39%, Nasdaq-Comp. +3,82%.
Unternehmen
Die Deutsche Telekom hat in Q1 meist besser als erwartete Zahlen abgeliefert. Die KonzernumsĂ€tze verbesserten sich um 6,2% auf 28,023 Mrd. EUR. Das bereinigte EBITDA AL kletterte um 6,8% (org.: +1,7%) auf 9,873 Mrd. EUR. Der KonzernĂŒberschuss hat sich im Berichtszeitraum auf 3,949 (Vorjahr: 0,936) Mrd. EUR in etwa vervierfacht. Neben dem guten operativen GeschĂ€ft trugen hierzu auch die VerkĂ€ufe von AktivitĂ€ten in den Niederlanden und eines Anteils an Glasfaser Plus bei. Auf bereinigter Basis stieg der Gewinn um 86% auf 2,238 Mrd. EUR. Beide Werte lagen deutlich ĂŒber den Markterwartungen. Der freie Cashflow AL stieg um 46,3% auf 3,781 Mrd. EUR. Die Erwartungen fĂŒr 2022 hat die Telekom wegen der höheren Prognose der US-Tochter T-Mobile marginal angehoben und geht nun von einem bereinigten EBITDA AL von ĂŒber 36,6 (bisher: rd. 36,5) Mrd. EUR aus.
LieferengpĂ€sse bei Halbleitern und die Corona-Lockdowns in China haben dem VW-Konzern im April massiv zugesetzt. Nach Unternehmensangaben sanken die Auslieferungen konzernweit um 37,8% auf 516.500 Einheiten. Im mit Abstand wichtigsten chinesischen Markt ging es allein um 49,7% auf 142.800 verkaufte Fahrzeuge nach unten. FĂŒr die ersten vier Monate ergibt sich weltweit damit ein Absatzminus von 26%, wie es weiter hieĂ.
Carl Zeiss Meditec hat in H1 des GJ 2021/22 Umsatz und Gewinn gesteigert. Bei Erlösen von 885,4 (767,4) Mio. EUR erzielte das Unternehmen ein EBIT von 177,3 (162,7) Mio. EUR. Die EBIT-Marge lag bei 20,7% (21,2%). Das Ergebnis nach Steuern und Dritten erreichte 128,7 (100,6) Mio. EUR. Der Auftragseingang verbesserte sich um 30,7% auf 1,062 Mrd. EUR. Obwohl sich die Lieferkettensituation im GerĂ€tegeschĂ€ft in den letzten Monaten weiter zugespitzt hat, bestĂ€tigte der Vorstand die Prognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr. Der Umsatz soll dabei mindestens in Höhe des Marktwachstums zulegen. Die EBIT-Marge soll sich weiter zwischen 19% und 21% (2020/21: 22,7%) bewegen.
Devisen
Der Euro konnte sich zum Wochenausklang knapp behaupten, dabei aber den Rutsch unter die Marke von 1,04 US-$ nicht verhindern. Die ParitÀt zum US-$ kommt immer nÀher.
Rohstoffe
Ohne neue Nachrichten haben die Ălpreise erneut zugelegt.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion ĂŒbereinstimmen. Jegliche Haftung und AnsprĂŒche werden daher von 4investors ausdrĂŒcklich ausgeschlossen!

