DAX: Das „2P-Problem“ der Anleger - Powell und Putin - Nord LB
Mit Blick auf die heutige Eröffnung schien beim DAX gestern noch ein Unterschreiten der psychologisch wichtigen Marke von 15.000 Punkten zu drohen. Der deutsche Leitindex konnte sich dem Abwärtssog der US-Börsen nun aber doch entziehen. Ein Grund hierfür dürfte das mittlerweile anberaumte Treffen der Außenminister Russlands und der USA sein. Am Aktienmarkt ist folglich die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konfliktes wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Grundsätzlich bleibt das „2P-Problem“ der Anleger – also Putin und Powell – aber natürlich weiterhin im Fokus.
Mit Blick auf die geopolitische Lage ist zunächst festzuhalten, dass inzwischen offenbar sehr viele institutionelle Anleger Ressourcen dafür eingesetzt haben, um umfangreiche Simulationsstudien bezüglich der ökonomischen Effekte eines möglichen militärischen Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine durchzuführen. Diese Beobachtung illustriert vor allem ein Faktum sehr klar – die Nervosität der Anleger ist aktuell extrem groß! Diese Verunsicherung führt natürlich zu höheren Risikoprämien und belastet somit die Kurse an den internationalen Aktienmärkten. Allerdings dürfte kaum ein institutioneller Investor sein Basisszenario entsprechend anpassen wollen. Eine militärische Auseinandersetzung in der Ukraine hätte – auch aufgrund der dann drohenden Sanktionen des Westens gegen Russland – wohl keine Gewinner. Daher sollten alle Beteiligten grundsätzlich an einer diplomatischen Lösung des Konflikts interessiert sein. Die Krisenszenarien der Anleger sind folglich in erster Linie Fingerübungen im angewandten Risikomanagement. Sie haben dennoch eine hohe Bedeutung für das aktuelle Marktgeschehen, weil sie als unmissverständlicher Hinweis auf eine große Unsicherheit an den Finanzmärkten zu werten sind.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
