Der US-Jobmotor lÀuft - National-Bank Kolumne
Aufgrund des US-Arbeitsmarktberichtes wurden die durchaus positiven Nachrichten aus dem Euroraum kaum beachtet: Die Industrieproduktion in Deutschland und in Frankreich zog im Mai an. Dementsprechend stehen die Zeichen gar nicht schlecht, dass es im abgelaufenen Quartal erneut ein vergleichsweise starkes Wirtschaftswachstum gegeben haben könnte. Die deutschen AuĂenhandelsdaten, die heute Morgen veröffentlicht werden, dĂŒrfte das bestĂ€tigen. Am Freitag stand jedoch eindeutig der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus. Es wurden erheblich mehr Stellen geschaffen, als es erwartet worden ist. Zugleich wurde die Zahl der neuen ArbeitsplĂ€tze der Vormonate ebenfalls nach oben revidiert. Die Lohnentwicklung blieb jedoch, fast wie gewohnt, hinter den SchĂ€tzungen zurĂŒck. Die Lohndynamik ist nach wie vor gering, obwohl es in den USA VollbeschĂ€ftigung geben soll. Trotz der hohen Zahl neu geschaffener Stellen stieg die Arbeitslosenquote ebenso wie die UnterbeschĂ€ftigungsquote. Es deutet also einiges daraufhin, dass es eine erhebliche ArbeitskrĂ€ftereserve gibt, die bislang noch nicht auf den Arbeitsmarkt strömte. Aufgrund der starken Nachfrage nach ArbeitskrĂ€ften kommt die ArbeitskrĂ€ftereserve nun jedoch langsam auf den Arbeitsmarkt. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen ArbeitskrĂ€ften um solche, die lange keine BerufstĂ€tigkeit mehr ausgeĂŒbt haben und dementsprechend erst einmal mit schlecht bezahlten ArbeitsplĂ€tzen im Dienstleistungsbereich vorlieb nehmen mĂŒssen. Das könnte ein Ansatz sein, um die geringe Lohndynamik zu erklĂ€ren. Der positive Effekt ist ein Anstieg der Gesamteinkommen, was den privaten Verbrauch stabilisieren / stĂ€rken sollte. Insofern sind die optimistischen Aussagen im Monetary Report der Fed, den Janet Yellen im Laufe der Woche im Kongress vorstellen wird, gut nachzuvollziehen. Ansonsten bietet der Bericht nichts Neues. Die Aussagen der meisten US-Notenbanker waren in den vergangenen Wochen sowieso eher optimistisch. Nichtsdestotrotz werden die Investoren erst einmal vorsichtig agieren und die Aussagen von Janet Yellen im Laufe der Woche genau verfolgen.
Heute Morgen wurden bereits Preisdaten aus China veröffentlicht. Sowohl die Konsumenten- als auch die Erzeugerpreise fielen im Rahmen der SchÀtzungen aus, so dass sie kaum Wirkung entfalten werden. Neben dem US-Arbeitsmarktbericht, den die KapitalmÀrkte in Anbetracht der Bewegung auf den AktienmÀrkten wohl als positiv einstufen, wird es um die Bewertung des G20-Treffens gehen. Immerhin droht kein unmittelbarer Einschnitt im Handel, auch wenn die unterschiedlichen EinschÀtzungen deutlich werden. Immerhin bietet die Position der USA auch Chancen, sofern sich die anderen LÀnder auf gemeinsame Regeln verstÀndigen und tatsÀchlich bereits sind, den Handel zu fördern.
AuĂerdem wurde mehr oder weniger in letzter Minuten verhindert, dass Griechenland Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. ECOFin hatte der Freigabe der neuen Mittel nĂ€mlich nur unter Auflagen zuge-stimmt, die jedoch von der griechischen Seite erst am Freitag erfĂŒllt waren.
Der Bund Future dĂŒrfte kaum verĂ€ndert in die Handelswoche starten. Er bleibt angeschlagen. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 159,80 und 161,45 bewegen. Die Rendite der 10jĂ€hrigen US-Treasuries sollte zwischen 2,31 und 2,45% schwanken.
