Preisdaten bringen die Kurse von Bundesanleihen krÀftig unter Druck - National-Bank Kolumne
WĂ€hrend die Markit Einkaufsmanagerindizes fĂŒr verschiedene EurolĂ€nder im Rahmen der VorabschĂ€tzungen bzw. Erwartungen ausfielen, brachten die deutschen Konsumentenpreisdaten den Bund Future krĂ€ftig unter Druck. Bereits mit der Veröffentlichung der Daten aus einzelnen BundeslĂ€ndern wurde deutlich, dass die 2%-Marke auf Jahresbasis wohl ĂŒberschritten wird. So kam es dann auch. Dennoch wird die EZB auf die umgehend laut werdende Kritik nicht reagieren und ihren aktuellen Kurs beibehalten. Hier sei noch einmal an die Aussagen des EZB-Chefs auf der Pressekonferenz erinnert, wonach die EZB Geldpolitik fĂŒr den gesamten Euroraum und nicht fĂŒr einzelne LĂ€nder betreibe und eine europĂ€ische Teuerungsrate von nahe, aber unter 2% auch bedeute, dass die Preise in einigen LĂ€ndern durchaus um mehr als 2% p.a. zulegen können. Solange sich zudem keine SekundĂ€reffekte abzeichnen, wird die EZB aller Kritik zum Trotz die lockere Geldpolitik beibehalten. Immerhin ist der Preisanstieg vor allem auf zwei Faktoren zurĂŒckzufĂŒhren. Der Effekt aus dem Energiepreisanstieg war bereits vorab bekannt und darf daher nicht ĂŒberraschen. Selbst der Anstieg der Nahrungsmittelpreise, der witterungsbedingt ist, kann nicht wirklich als problematisch angesehen werden. Und die bislang in Deutschland in diesem Jahr abgeschlossenen Lohnsteigerungen dĂŒrften kaum inflationstreibend wirken.
Hinsichtlich der Geldpolitik in den USA sieht es dagegen schon anders aus: Die Leitzinsanhebung im MĂ€rz ist inzwischen sehr wahrscheinlich geworden. Die US-Notenbanker dĂŒrften in den Daten zum ISM fĂŒr das verarbeitende Gewerbe, zum PCE-Deflator sowie den Informationen aus dem Beige Book genĂŒgend Anhaltspunkte gefunden haben, um zĂŒgig zu handeln. AuĂerdem hat sich mit Lael Brainard die US-Notenbankerin erstmals fĂŒr baldige Leitzinsanhebungen ausgesprochen, die bislang als stĂ€rkste Gegnerin von Leitzinsanhebungen einzustufen war. Wenn sich morgen die Fed-Chefin ebenfalls fĂŒr eine Ănderung der US-Geldpolitik stark machen sollte, dĂŒrfte es im FOMC tatsĂ€chlich eine Mehrheit fĂŒr +25 bp im laufenden Monat geben.
Damit steht das wichtigste Thema des Tages bereits fest: Warten auf die Aussagen weiterer US-Notenbanker am Freitag, wobei die nĂ€chste Zinserhöhung bereits weitestgehend eingepreist ist. Daneben dĂŒrften die Verbraucherpreise fĂŒr den Euroraum im Fokus stehen. Die 2%-Marke sollte erreicht, vielleicht sogar ĂŒberschritten werden. Aufgrund der geschilderten GrĂŒnde wird die EZB nicht reagieren. Da die Stimmung an den AktienmĂ€rkten sehr gut, was mit dem Blick auf die Gewinner des gestrigen Handelstages durchaus auf die US-Leitzinserhöhungsfantasien zurĂŒckzufĂŒhren sein dĂŒrfte â der langlĂ€ufigen EinschĂ€tzung seien steigende Zinsen positiv fĂŒr Finanzdienstleister, die dann auch die Tagesgewinner waren, dĂŒrfte es der Bund Future heute wieder schwer haben. Er sollte den Tag mit Kursverlusten beginnen. UnterstĂŒtzung kommt jedoch nach wie vor von den politischen Problemen im Euroraum. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund Future zwischen 164,35 und 165,60 bewegen. Die Rendite der 10jĂ€hrigen US-Treasuries dĂŒrfte zwischen 2,40 und 2,52% schwanken.
