Solarworld: Sanierung vor dem entscheidenden Durchbruch?
Hat Solarworld erste Klippen der Sanierung umschifft? Die Aktie kommt in einem gemächlichen Gesamtmarkt am Montagmorgen auf mehr als 21 Prozent Kursgewinn und notiert gegen 10:30 Uhr bei 0,83 Euro. Bei knapp 0,86 Euro ist das bisherige Tageshoch für den Solarenergiewert notiert.
Auslöser der Rallye sind Meldungen, dass sich Solarworld mit fast allen Eignern von Schuldscheinen über ein Sanierungskonzept einig sein soll. Einem Reuters-Bericht zufolge sollen nach der Sanierung Konzernchef Frank Asbeck und Katar Solar zusammen auf fast 50 Prozent Anteil an Solarworld kommen, weitere große Teile des Konzerns dann bei den derzeitigen Gläubigern liegen. Die weiteren aktuellen Aktionäre des Konzerns hätten durch Verwässerungseffekte infolge von geplanten Kapitalerhöhungen nach der Sanierung nur noch einen verschwindend geringen Anteil an Solarworld, es sollen laut Reuters 3,6 Prozent sein.
Noch aber ist die Sanierung längst nicht in trockenen Tüchern. Eine besondere Klippe dürften die Inhaber von Solarworld-Anleihen sein, die den Plänen im kommenden Monat zustimmen sollen. Den Aktionären bleiben wenig andere Chancen, als die Planungen abzunicken – die wenig attraktive Alternative wäre die Insolvenz des Bonner Konzerns, der durch die geplanten Kapitalmaßnahmen rund 600 Millionen Euro bzw. rund zwei Drittel seiner Schulden loswerden soll. Heftig verwässert oder ein Unternehmen in der Insolvenz, die derzeitigen Aktionäre werden als Verlierer aus der Sanierung hervor gehen.

