Q-Cells: Rettung nach „Pfleiderer-Vorbild“ – Aktienkurs explodiert
Das Solarenergieunternehmen Q-Cells ist bei dem Bemühen, der Insolvenz zu entgehen, einen sehr wichtigen Schritt voran gekommen. Man habe mit den Gläubigern „eine grundsätzliche Einigung zur Restrukturierung aller drei ausstehenden Wandelanleihen in einer umfassenden Gesamtlösung erzielt“, teilt das TecDAX-notierte Unternehmen am Mittwoch mit. Es hätten sich „wesentliche Inhaber der 2012, 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen auf eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung geeinigt“, so Q-Cells. Eine im Februar fällige Wandelanleihe war die derzeit größte Existenzgefahr für das ostdeutsche Unternehmen.
Für die bisherigen Anteilseigner hat die Einigung aber heftige Folgen, denn es wird eine extreme Verwässerung geben. „Nach Abschluss der Übernahme des Eigenkapitals werden die Inhaber der 2012, 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen gemeinsam mindestens 95 Prozent aller ausgegebenen Aktien der Q-Cells SE halten“, heißt es von Seiten des Unternehmens. Hintergrund ist, dass auf dem Wege eines Debt-to-Equity-Swap reichlich neue Aktien von Q-Cells ausgegeben werden. Zudem wurden weitere Zahlungen vereinbart, die zum Teil an Verkäufe von Unternehmensteilen gebunden sind. Das erinnert an Pfleiderer, wo die Rettung des Unternehmens von den Aktionären auch damit bezahlt wurde, dass sie nahezu komplett aus dem Unternehmen gedrängt wurden.
„Die Finanzrestrukturierung ermöglicht es dem Unternehmen, sich weitgehend von Schulden zu befreien und eine solide Bilanzstruktur mit einer hohen Eigenkapitalquote zu schaffen“, so Q-Cells. Die Restrukturierung der Finanzen solle möglichst viel Liquidität im Unternehmen belassen, heißt es. Den Rettungsplänen müssen noch die Aktionäre, Anleiheinhaber sowie Behörden zustimmen.
Die komplette Adhoc-Mitteilung von Q-Cells zu den Rettungsplänen lesen Sie hier.
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