Saxo Bank: Hoffnung auf steigende Nachfrage treibt Ölpreis

12.10.2015, 11:36 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

„Die schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten haben eine Kettenreaktion auf den globalen Märkten ausgelöst“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Nachdem es klar gewesen sei, dass die US-Zinsen für eine längere Zeit niedrig bleiben, kam es zu einer Trendwende bei Emerging Markets-Währungen, Aktien und Anleihen. „Dies hat wiederum den Rohstoffpreisen einen kräftigen Schub gegeben. Insbesondere die robuste Öl-Nachfrage bleibt der Schlüsselfaktor, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, sagt Hansen. Dementsprechend konnte der Bloomberg Rohstoffindex in der vergangenen Woche um 4,3 Prozent zulegen.

Auch Industriemetalle haben starke Kursanstiege verzeichnet, nachdem einige Unternehmen Produktionskürzungen angekündigt haben. „Am Freitag konnte Zink fast zehn Prozent zulegen, nachdem Glencore bekannt gab, seine Zinkproduktion um rund ein Drittel zurückzufahren. Dies könnte dabei helfen, den Sektor wieder zu stabilisieren“, sagt Hansen. Hinsichtlich Gold bleiben Investoren laut Hansen weiterhin vorsichtig – auch wenn sich die Verkaufstendenz nach drei großen Ausverkäufen seit August abzuschwächen scheint. Während das generelle makroökonomische Umfeld für Gold spreche, zeige die derzeitige Preisentwicklung, dass Investoren noch nicht überzeugt sind. Es bedürfe stärkerer Signale auf eine verbesserte Aussicht, um die Stimmungslage aufzuhellen. „Somit bleibt die große Frage, ob Gold genauso wie Silber in der Lage sein wird, sein vorheriges Hoch von 1.171 USD pro Feinunze im August zu übertreffen und so den technischen Ausblick zu verbessern. Nur so hätten die Niedrigstände seit Juli einen positiven Preiseffekt“, so Hansen.

Die beiden Ölbenchmarken WTI und Brent verzeichneten kräftige Gewinne und kompensierten so negative Nachrichten, wonach US-Lagerbestände und Produktion anstiegen, während Raffinerien ihre Auslastung auf den niedrigsten Stand seit Februar herunterfuhren. „Die Erholung der Emerging Markets und die optimistische Prognose für die Öl-Nachfrage seitens der Energy Information Administration sowie der OPEC haben zumindest einige Ängste hinsichtlich des Überangebots beseitigt. Diese hatten zum Preistiefpunkt im August beigetragen“, sagt Hansen. Die kurzfristigen Fundamentaldaten seien jedoch noch nicht stark genug, um die derzeitige Preisrallye zu stützen. „Wir werden in den kommenden Monaten eine Marktstabilisierung in Form niedrigerer Preise sehen. Diese sind wohl noch notwendig, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, sagt Hansen abschließend.

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