ING IM: Fünfzehn Emerging Markets im Vergleich – davon acht derzeit übergewichtet


23.01.2015 11:53 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Aktienstrategie - Übergewichten: Mexiko, Indien, Indonesien, Philippinen, Taiwan, Ägypten, Türkei und Südafrika - Untergewichten: Brasilien, Chile, Kolumbien, Malaysia, Korea, Polen und Russland
 
Länderkurzanalysen und Länderpräferenzen

  • Brasilien – Untergewichten – der Wachstumsausblick bleibt u.a. aufgrund des jüngsten politischen Kurswechsels negativ. Die Regierung tut gerade genug, um eine Ratingherabstufung zu verringern, aber die Bereitschaft zu Reformen für eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und des Investitionsklimas ist weiterhin gering.
  • Chile – Untergewichten – der negative Ausblick für den Kupferpreis und die Unsicherheiten wegen der jüngsten Arbeitsmarktreformen haben den Markt wieder unter Druck gesetzt.
  • Kolumbien – Untergewichten – der Ausblick für das BIP und die Gewinne in Kolumbien werden weiterhin durch den sinkenden Ölpreis gedämpft. Das Land ist wegen seines Leistungsbilanzdefizits, das umfangreiche Anpassungen in der Handelsbilanz erfordert, besonders anfällig. Die geplanten Infrastrukturinvestitionen müssen zum großen Teil verschoben werden.
  • Mexiko – Übergewichten – Mexiko ist weiterhin eines der wenigen Schwellenländer, die trotz des gesunkenen Ölpreises eine positive Wachstumsdynamik aufweisen. Die engen Beziehungen zu den USA und die geringe Abhängigkeit vom Wachstum in China sind positive Faktoren. Die hohe Anfälligkeit des Markts für Kapitalflüsse in Schwellenländer-Anleihen und die Kongresswahlen im Juli stellen beträchtliche Risiken dar.
  • Indien – Übergewichten – Reformen und eine diszipliniertere Politik sind weiterhin günstig für Indiens Wachstumsaussichten. Niedrigere Ölpreise und geringere Subventionen sollten eine erneute Verschlechterung des Leistungsbilanzsaldos verhindern. Der Rückgang der Inflationsrate hält an, was der Zentralbank weitere Zinssenkungen ermöglichen sollte.
  • Indonesien – Übergewichten – die Regierung Jokowi hat die Energiesubventionen abgeschafft, so dass die Haushaltsrisiken deutlich gesunken sind. Die Renditen und die Kapitalflüsse am Aktienmarkt sind weiterhin günstig. Die Hauptrisiken bestehen in der beträchtlichen Anfälligkeit für die Rohstoffpreisentwicklung und der Abhängigkeit indonesischer Banken von ausländischem Kapital.
  • Malaysia – Untergewichten – der sinkende Ölpreis, der übermäßige Anstieg der Verschuldung der privaten Haushalte in den vergangenen Jahren und die Immobilienpreisblase sprechen für eine deutliche Untergewichtung. Weitere Haushaltseinschnitte dürften die ohnehin ungünstigen Wachstumsaussichten zusätzlich dämpfen.
  • Philippinen – Übergewichten – der Markt ist vor allem aufgrund der günstigen Gewinnentwicklung und der kräftigen Kapitalzuflüsse attraktiv. Die Tendenz zu einer Outperformance ist trotz einer gewissen Verschlechterung der makroökonomischen Indikatoren beträchtlich.
  • Südkorea – Untergewichten – das strukturelle Wachstum bleibt wegen der mangelnden Liberalisierung der Wirtschaft und der übermäßigen Verschuldung der privaten Haushalte schwach. Aufgrund der merklichen Abwertung des Yen und der ungünstigen Wachstumsaussichten mussten die Behörden die Wirtschaftspolitik noch weiter lockern. Dies dürfte zu einer weiteren Kursschwäche des Won führen.
  • Taiwan – Übergewichten – der Markt ist vor allem aufgrund der begrenzten makro-ökonomischen Ungleichgewichte, des geringen Wechselkursrisikos und der Verflochtenheit mit der US-Nachfrage attraktiv. Im Vergleich zu anderen Ländern weist das Land weder deren Probleme bei der Wettbewerbsfähigkeit noch deren hohe Abhängigkeit von Krediten auf.
  • Ägypten – Übergewichten – eine bessere Wirtschaftspolitik und geringere unmittelbare politische Risiken stützen die Konjunktur. Das Wachstum nähert sich allmählich wieder dem bis 2011 verzeichneten Niveau an, so dass Ägypten wieder eines der am raschesten wachsenden Schwellenländer ist.
  • Polen – Untergewichten – aufgrund der Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar notiert der Zloty gegenüber den meisten an den Dollar gebundenen Schwellenländerwährungen schwach. Durch die sinkenden Zinsen in Polen geraten die Banken, die einen großen Anteil am polnischen Aktienindex haben, unter Druck. Außerdem dürften die Wahlen im Oktober in den kommenden Quartalen zu stärkeren politischen Turbulenzen führen.
  • Russland – Untergewichten – die Sanktionen des Westens und der sinkende Ölpreis haben die Wirtschaft in eine tiefe Rezession getrieben. Eine weitere Wechselkursabwertung und höhere Zinsen sind der einzige Weg, um weiterhin einen Leistungsbilanzüberschuss zu verzeichnen und einen noch rascheren Rückgang der Devisenreserven zu verhindern.
  • Türkei – Übergewichten – wegen des gesunkenen Ölpreises dürfte sich auch das Leistungsbilanzdefizit in diesem Jahr stärker verringern, zumal das Wirtschaftswachstum schwach bleibt. Seit dem Sommer geht die Zentralbank vorsichtiger vor, und auch in der Fiskalpolitik nimmt das Bewusstsein für die Anfälligkeit des Landes zu. Die größten Risiken bestehen in dem kräftigen Anstieg der Verschuldung und der Abhängigkeit der Banken von ausländischem Kapital.
  • Südafrika – Übergewichten – das BIP- und das Gewinnwachstum haben in den vergangenen Monaten zugelegt. Der niedrigere Ölpreis hat ebenfalls positive Auswirkungen auf das Wachstum und den Leistungsbilanzsaldo. Derweil hat sich die Sorge wegen einer lockereren Haushaltspolitik verringert; die Regierung will das Haushaltsdefizit stärker senken.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der ING Investment Management. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
04.07.2016 - NNIP: Der Reiz russischer Unternehmensanleihen
06.06.2016 - NNIP: Weltweit niedrige Zinsen weiterhin entscheidend für Schwellenländeranleihen
05.06.2016 - NNIP: Wandelanleihen sind für viele Anleger immer noch ein Rätsel
24.04.2016 - NN Investment Partners - Convertible Bonds: Ein FI-Vehikel mit Aktien-Exposure
02.09.2015 - NNIP: Kein Währungskrieg
29.05.2015 - ING verkauft NN-Aktien
16.04.2015 - Filialbanken in der Krise: Wie Anleger von Direktbanken dank digitaler Transformation profitieren
13.03.2015 - ING IM: Europäische Dividendentitel – vor allem Zykliker – bieten 2015 Kaufgelegenheiten
26.02.2015 - ING IM: Zinspolitik in den Emerging Markets am Beispiel Indonesien
23.02.2015 - ING IM: Asien-Anleihen sollen 2015 besser als Titel von den entwickelten Märkten abschneiden
12.02.2015 - ING IM: Höchste Zeit für eine ausgewogenere Einschätzung Chinas
11.02.2015 - Raiffeisen: Ukraine-Krise, Staatsanleihen, ING und Uni Credit im Blickpunkt
30.01.2015 - ING IM: Anti-Spar-Regierung in Griechenland
26.01.2015 - ING IM: QE Reloaded - wie weit kann die EZB gehen?
08.12.2014 - ING IM: Gute Gelegenheit zum Kauf europäischer Dividendentitel
27.11.2014 - ING IM: Frontier Market Debt-Anleihen - In die nächste Generation der Emerging Markets investieren
14.11.2014 - ING IM: Reform in Asien für Dividendenrenditen positiv
11.11.2014 - ING IM: Institutionelle Anleger erwarten zunehmende Chancen bei dividendenstarken EM-Titeln
05.11.2014 - ING Groep: Neu auf der Top-Liste
23.10.2014 - ING IM: Märkte werden offenbar vom Herdentrieb bestimmt