Ölpreise vor weiterem Anstieg? - Commerzbank

Bild und Copyright: Avigator Fortuner / shutterstock.com.

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04.06.2021 09:08 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der Preis für Öl der Sorte Brent ist auf über 70 USD/Fass gestiegen – den höchsten Stand seit Beginn der Coronakrise. Die OPEC+ zeigt weiter eine hohe Förderdisziplin und hält am Kurs fest, die Förderkürzungen nur langsam zurückzunehmen. Ihr spielt in die Karten, dass zum einen die Nachfrage wohl schneller als erwartet steigt (um ca. 3,5 Mio. Fass/Tag im 3. Quartal gegenüber dem 2. Quartal) und zum anderen sich die US-Produzenten mit Produktionserhöhungen zurückhalten. Gleichzeitig ist ungewiss, ob und wie schnell die Sanktionen gegen den Iran gelockert werden. So zeichnet sich ein Lagerabbau im 2. Halbjahr ab und das Risiko weiter steigender Ölpreise nimmt zu.

Anleihen
USA: Arbeitsmarktbericht (Mai), 14:30 Uhr
USA: Auftragseingänge (April), 16:00 Uhr

Gute Konjunkturdaten aus den USA haben gestern Nachmittag für steigende Renditen am Rentenmarkt gesorgt. Laut dem Arbeitsmarktbericht des Personaldienstleisters Automatic Data Processing (ADP-Bericht) sind im Mai in den USA 978 Tausend zusätzliche Stellen entstanden. Analysten hatten nur einen Zuwachs von 650 Tausend Stellen erwartet. Die Daten sprechen dafür, dass auch der amtliche Arbeitsmarktbericht heute einen deutlichen Stellenzuwachs ausweisen wird. Nach den schwachen Daten für April, die nur einen Zuwachs von 266 Tausend Stellen zeigten, liegen die Erwartungen bislang ähnlich wie beim ADP-Bericht – nämlich bei einem Zuwachs von 674 Tausend Stellen. Die konjunkturelle Belebung setzt sich in den USA mit hohem Tempo fort. Auch der ISM-Index für den Dienstleistungssektor spiegelt die starke Dynamik weder. Mit 64,0 Punkten erreichte der Index ein neues Rekordhoch und lag somit sogar über dem im März erreichten Niveau. In den Unterkomponenten zeigt sich insbesondere ein hoher Preisdruck – der entsprechende Index stieg von 76,8 Punkten auf 80,6 Punkte. Auf erneut hohen Niveaus lagen auch die Unterkomponenten für den Auftragseingang (63,9 Punkte) und Auftragsbestand (61,1 Punkte). Etwas abgefallen gegenüber dem Vormonat ist dagegen der Beschäftigungsindex, der von 58,8 Punkte im April auf 55,3 Punkte zurückfiel. Am Rentenmarkt führten die Daten zu steigenden Renditen insbesondere die Kurse von US-Treasuries gaben nach. Die Rendite 10-jähriger Anleihen stieg um vier Basispunkte von 1,59% auf 1,63%. Die Rendite deutscher Bundesanleihen stieg ebenfalls am Nachmittag an ging aber im Vergleich zu Handelsbeginn mit -0,18% nur leicht verändert aus dem Handel. Von dem relativen Renditeanstieg profitierte auch der US-Dollar zum Euro, der sich um gut einen Cent verteuerte.

Aktien
Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die europäischen Aktienmärkte tendierten gestern uneinheitlich. Während der österreichische ATX-Index als bester Markt um 0,5% zulegte, büßte der Leitindex in London 0,6% ein. Der Dax, der am Dienstag mit 15.685 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte, gewann 0,2%, nachdem er am Vormittag recht schwach tendiert hatte und zeitweise sogar unter die Marke von 15.500 Punkten gerutscht war. Verantwortlich für die zeitweisen Gewinnmitnahmen zeichneten vor allem Zinsund Inflationsängste. Da es immer mehr Anzeichen für eine Fortsetzung der Konjunkturerholung gibt (so stieg die Stimmung der Unternehmen in der Eurozone auf ein 3-Jahreshoch), könnten einige Notenbanken – allen voran die US-Zentralbank – möglicherweise eher als bislang erwartet mit ihrer geldpolitischen Straffung beginnen, was den Gegenwind für die Aktienmärkte tendenziell erhöhen dürfte. Inflationstreiber sind u.a. steigende Rohstoffpreise; auch der Ölpreis zog gestern weiter an auf ein Niveau von rd. 72 USD (höchster Stand seit Mai 2019). Tagesgewinner im Dax war gestern die Aktie von BMW, die bei überdurchschnittlich hohen Umsätzen um fast 4% zulegte. Tagesverlierer war die Aktie von Delivery Hero (-1,5%). Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem Automobilwerte gesucht (+1,5%). Rohstoffwerte büßten dagegen als Tagesverlierer durchschnittlich 1,9% ein. Die US-Börsen tendierten uneinheitlich. Während der Dow Jones-Index nahezu unverändert aus dem Handel ging, verlor der Nasdaq Composite-Index 1%. Die starken US-Makrodaten (Arbeitsmarkt und Dienstleistungssektor) weckten Zinserhöhungssorgen, die v.a. Technologiewerte unter Druck setzten. Versorgeraktien legten als Tagesgewinner im Schnitt 0,5% zu. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss uneinheitlich. Chinesische A-Aktien stiegen trotz einer US-Sanktionsliste gegen 59 Firmen aus China, denen Investments in den USA untersagt werden.

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Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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