Zahlen von Daimler und HeidelbergCement heben die Stimmung - Börse München

Der Baustoff-Konzern HeidelbergCement schaffte einen überraschend robusten Jahresstart. Bild und Copyright: HeidelbergCement.

Der Baustoff-Konzern HeidelbergCement schaffte einen überraschend robusten Jahresstart. Bild und Copyright: HeidelbergCement.

19.04.2021 09:51 Uhr - Autor: Robert Ertl  Robert Ertl auf Twitter auf Twitter 

Rekordjagd dauert an: Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche erneut zugelegt. Dabei bewegten sich die Märkte über weite Strecken eher seitwärts, bevor es zu Ende der Handelswoche deutlich nach oben ging. Für Schwung sorgten einerseits starke Vorgaben der US-amerikanischen Pendants sowie positiv ausgefallene US-Konjunkturdaten, andererseits gut aufgenommene Unternehmensnachrichten. So hoben vorläufige Zahlen zum ersten Quartal von Daimler die Stimmung der Anleger ebenso wie beispielsweise der überraschend robuste Jahresstart von HeidelbergCement.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) markierte am vergangenen Freitag ein neues Rekordhoch und gewann im Wochenvergleich 1,5 Prozent auf 15.459,75 Punkte. Größte Wochengewinner im Index waren wie bereits in der Vorwoche die Titel von Deutsche Wohnen mit einem Kursplus von 7,7 Prozent. Dies hatte die Immobiliengesellschaft mit starkem Fokus auf den Berliner Wohnimmobilienmarkt vor allem der abschlägigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Berliner Mietendeckel zu verdanken. Auf Platz zwei der Wochengewinnerliste stand Delivery Hero mit einem Kursanstieg um knapp 7,3 Prozent. Der MDax legte im Wochenvergleich um 1,6 Prozent auf 33.263,21 Zähler zu, auch hier gab es am vergangenen Freitag einen neuen Höchststand. Der TecDax rückte um 1,2 Prozent auf 3.525,62 Punkte vor. Gegen den Trend büßte der m:access All-Share 3,8 Prozent auf 2.894,80 Zähler ein. Zurückzuführen war dies in hohem Maße auf Kurseinbrüche bei den drei Indexwerten GORE German Office Real Estate, Homes & Holiday sowie PREOS Global Office Real Estate & Technology, die übrigen Indexwerte verzeichneten überwiegend Wochengewinne.

Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben in der vergangenen Woche nachgegeben. Zum einen sorgten anziehende Preis- und Inflationszahlen aus den USA für Druck auf Anleihen dies- wie jenseits des Atlantiks, zum anderen belastete vor allem zu Ende der Handelswoche die gestiegene Risikoneigung der Anleger die Bundespapiere. In der Folge stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von -0,30 auf -0,27 Prozent. Die Umlaufrendite zog von -0,36 auf -0,32 Prozent an.

Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche erneut Gewinne verzeichnet. Beobachter führten dies hauptsächlich auf die immer mehr in Fahrt kommende Konjunktur und die Fortschritte bei der Corona-Impfkampagne zurück. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich im Wochenvergleich um 1,2 Prozent auf 34.200,67 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 1,4 Prozent auf 4.185,47 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index legte um ebenfalls 1,4 Prozent auf 14.041,91 Punkte zu. Alle drei genannten Indizes erreichten am vergangenen Freitag neue Rekordstände.

Ausblick

Zwar sind weiterhin Stimmen zu vernehmen, die angesichts der jüngsten deutlichen Gewinne vor einer Korrektur an den deutschen Aktienbörsen warnen, das Gros der Marktbeobachter sieht beim Blick auf die aktuelle Woche aber gute Chancen für neue Rekorde. Die Kombination von wirtschaftlicher Erholung vor allem in den USA und einer anhaltend sehr lockeren Geldpolitik spreche unverändert klar für Aktien, heißt es zur Begründung.

In Puncto Geldpolitik stehen dabei in den kommenden Tagen mehrere wichtige Termine an. So geben die kanadische und die chinesische Notenbank ihre Zinssatzentscheidungen bekannt, die hiesigen Anleger dürften aber wohl auf die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) fokussieren. Dabei gilt unter Experten als ausgemacht, dass die EZB ihre sogenannte Politik des billigen Geldes bestätigen wird. Hinsichtlich der Wirtschaftszahlen dürften in der aktuellen Woche vor allem die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone sowie aus den USA der Aktivitätsindex der Chicago Fed, Einkaufsmanagerindizes und Daten vom Immobilienmarkt interessieren.

Impulse dürften daneben auch von Unternehmensseite kommen, die Berichtssaison kommt langsam ins Rollen. So legen in den kommenden Tagen aus der ersten Börsenliga unter anderem Daimler und SAP ihre Zahlenwerke vor, wobei von beiden bereits Eckdaten veröffentlicht wurden. Aus der zweiten Börsenreihe geben unter anderem Sartorius und Software AG Einblicke in ihre Bücher. Zudem könnten weitere Unternehmen vorab erste vorläufige Zahlen bekannt geben, dies war zuletzt immer häufiger der Fall.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Montag, 19.04.: Leistungsbilanz der Eurozone
Dienstag, 20.04.: Erzeugerpreise in Deutschland; Zinssatzentscheidung der chinesischen Notenbank
Mittwoch, 21.04.: Ergebnis der Ratssitzung der kanadischen Notenbank
Donnerstag, 22.04.: Ergebnis der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank; Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex (USA); Verkäufe bestehender Häuser in den USA
Freitag, 23.04.: Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Markit PMI Gesamtindex (USA); Verkäufe neuer Häuser in den USA

Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG

Daten zum Wertpapier: Heidelbergcement
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Ticker-Symbol: HEI
WKN: 604700
ISIN: DE0006047004

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