Brexit: Einigen? Warum denn jetzt schon! - VB Bank Kolumne

Ein zu frühes Einknicken einer der beiden Seiten könnte die eigenen Interessen schwächen. Vermutlich wird uns das Thema Brexit deshalb auch noch in der kommenden Woche begleiten. Bild und Copyright: melis / shutterstock.com.

Ein zu frühes Einknicken einer der beiden Seiten könnte die eigenen Interessen schwächen. Vermutlich wird uns das Thema Brexit deshalb auch noch in der kommenden Woche begleiten. Bild und Copyright: melis / shutterstock.com.

10.12.2020 09:12 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premierminister Boris Johnson haben sich am Mittwoch zum Abendessen getroffen, um Fortschritte in der Verhandlung des Folgeabkommens nach der Brexit-Übergangsfrist zu erzielen. Eine Einigung in den kommenden Tagen ist mehr als ungewiss, auch wenn beide Parteien beteuern, bis Sonntag eine Lösung anzustreben.

Doch ein Anfängerkurs in Verhandlungstaktik reicht, um zu wissen, dass solch ein Tête-à-Tête nicht zum Erfolg führt. Aus verhandlungtaktischer Sicht ist ja noch «ewig» Zeit. Richtig brisant wird es erst am 31. Dezember kurz vor 24 Uhr. So lange gilt für Grossbritannien eine Schonfrist.

Ein zu frühes Einknicken einer der beiden Seiten könnte die eigenen Interessen schwächen. Vermutlich wird uns das Thema Brexit deshalb auch noch in der kommenden Woche begleiten. Es könnte selbst im Extremfall bis zum 31.12. weiterverhandelt werden, um dann kurz vor knapp eine Lösung zu erlangen, die dann mit einer kurzen Verlängerung der Übergangsfrist im neuen Jahr formal vom EU-Parlament, im EU-Ministerrat und im britischen Parlament verabschiedet wird.

Doch selbst wenn Grossbritannien am 1.1.2021 ohne Folgeabkommen dastünde, wäre noch möglich, dass die Verhandlungspartner weiterhin an Gesprächen festhalten, um im neuen Jahr zu einer Lösung zu gelangen. Vielleicht müssen ja beide Parteien zunächst schmerzlich erfahren, wie folgenreich solch eine harte Trennung ist. Der Diplomatie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Dass sich zwei so wichtige und geografisch nahe Handelspartner ohne Abkommen bis in alle Ewigkeit voneinander trennen, ist sehr unwahrscheinlich. Es wird zu einer Vereinbarung kommen. Wie, wann und in welcher Art und Weise wird sich zeigen

An den Devisenmärkten ist man derweil ebenfalls zuversichtlich, dass es zu einer Lösung kommt. Neuerliche deutliche Kursverluste blieben trotz des Hin und Hers für die britische Valuta aus. Das weitere Schicksal des Pfund bleibt mit der Frage über ein Folgeabkommen verwoben. Kommt es zu einem Folgeabkommen wird das Pfund klar zulegen können. Im umgekehrten Falle drohen vermutlich erneut schmerzhafte Rückschläge.

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