Silber - Fairer Preis bei 29 $/Feinunze? - Commerzbank Kolumne

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22.07.2020 08:50 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der Silberpreis zeigte gegenüber Gold seit 2011 relative Schwäche: Das Gold-/Silberverhältnis stieg von 31 auf 123. Seit März gewinnt der Silberpreis aber an Stärke, da Schmuckkäufer und Anleger wegen des steigenden Goldpreises nach günstigeren Alternativen suchen. Die Aufholjagd kann auch deswegen sehr dynamisch erfolgen, da der Silbermarkt relativ zum Goldmarkt viel kleiner ist: Der Wert des jährlichen neuen Silberangebots beträgt nur ca. 22 Mrd. $ gegenüber 290 Mrd. $ bei Gold. Gold ist aktuell zwar „nur noch“ 83-mal so teuer wie Silber. Der langfristige Durchschnitt liegt bei 65, was bei aktuellem Goldpreis von 1.860 $/Feinunze einem Silberpreis von fast 29 $/Feinunze entsprechen würde.

Anleihen


USA: Verkäufe bestehender Häuser (Juni), 16:00 Uhr

Die Einigung der EU-Staats- und Regierungschefs auf den sogenannten „Corona-Wiederaufbaufonds“ führte am gestrigen Vormittag überwiegend zu steigenden Kursen am Rentenmarkt. Wie schon in den Tagen davor gingen die Risikoaufschläge von Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie gegenüber Bundesanleihen zurück. Besonders die italienischen Anleihen profitierten erneut. Am Nachmittag setzte jedoch eine leichte Gegenbewegung aufgrund von Gewinnmitnahmen ein. Das ist nicht verwunderlich, weil zum Beispiel die Risikoaufschläge zehnjähriger italienischer Staatstitel seit Monatsanfang um bis zu zwanzig Basispunkte zurückgingen. Der Euro, der in den letzten Tagen deutlich gegenüber dem US-Dollar an Wert gewann, konnte seinen positiven Lauf erst am Nachmittag fortsetzen. Er stieg merkbar über die Marke von 1,15 US-Dollar je Euro (Vortag: 1,145 USD je Euro). Wie lässt sich das Ergebnis der Verhandlungen interpretieren? Es zeichnet sich immer klarer eine Wende zur gemeinschaftlichen Verschuldung innerhalb der Europäischen Union ab. Für einige ist dies ein Zeichen „starker Solidarität“, was vor allem bei angelsächsischen Anlegern sehr gut ankommen dürfte. Die Staaten aber, die für mehr Eigenverantwortung eintraten, wurden bestenfalls als sparsam oder bescheiden bezeichnet, vielfach jedoch als geizig und ungerecht. Dabei haben gerade diese Länder versucht, solide zu wirtschaften. Die am höchsten verschuldeten EU-Länder riefen hingegen am lautesten nach Zuschüssen, die sie nun nicht zurückzahlen müssen. Inwiefern die Hilfsgelder wirklich an Reform- und Investitionspläne geknüpft, danach überprüft und schließlich in mehreren Tranchen ausgezahlt werden – abhängig von den Reformfortschritten in dem jeweiligen Land – wird sich noch erweisen müssen. Aktuell steigen noch die Anleihekurse, was die Marktteilnehmer erfreut. Gelingt aber in Südeuropa eine nachhaltige Wende zu einer soliden Finanzpolitik?

Aktien


Zwischenberichte Unternehmen Q2
Deutschland: Software AG,
Europa: ABB, Akzo, Iberdrola
USA: Biogen, Microsoft, Tesla, Thermo Fischer

Die Fähigkeit der EU zum Kompromiss und Schulterschluss in schwierigen Zeiten sorgte an den Aktienmärkten für Erleichterung. Die Indizes legten bis zur Mittagszeit zwischen 1-2% zu, konnten die Gewinne aber nicht halten. Der DAX gewann am Ende 1% und liegt nun nunmehr nur ca. 4% unter seinem Allzeithoch vom 19. Februar. Auch der marktbreite Europaindex Stoxx 600 erreichte mit +0,3% ein neues Corona-Hoch. Als bester Sektor konnte sich der Energiebereich (+1,9%) in Szene setzen. Technologie legte noch einmal um 1,1% zu. Gesundheit (-1,1%) schwächelte etwas nach den Zahlen von Novartis (-2,1%). Im DAX gab es mit Deutscher Bank (-4,3%) nur einen Verlierer. Ein Lebenszeichen sandte Wirecard (+16%). Im Vorderfeld platzierten sich nach Zahlen auch Continental (3,5%) und BMW (+2,9%). In den USA gaben die Märkte die deutlicheren Startgewinne wieder ab. Der Dow Jones rettete ein Plus von 0,6%, der S&P 500 schloss nach neuem Corona-Hoch noch 0,2% im Plus. Dagegen drückten Gewinnmitnahmen bei den Technologietiteln die Nasdaq (-0,6%) ins Minus. Bester Sektor war mit steigendem Ölpreis Energie mit Exxon Mobil (+5,1%) und Chevron (7,2%). Im Dow waren Apple (-1,3%) und Microsoft (-1,2%) die größten Verlierer. Die positiven Zahlen bei Coca Cola wurden mit einem Aufschlag von +2,3% belohnt. Nach Zahlen stieg Philip Morris um 4,2%. Auch Lockheed Martin (+2,6%) profitierte von einem besseren Jahresausblick. In Asien ist die Tendenz heute uneinheitlich. Japan gibt 0,6% ab, während in China die Gewinne bei einem knappen Prozent liegen. In Europa wird eine Eröffnung leicht unter dem Vortagesschluss erwartet.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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