Gerry Weber: Jetzt ist es passiert

Gerry Weber hat beim zuständigen Amtsgericht die Eigenverwaltung gemäß Insolvenzrecht beantragt. Bild und Copyright: Bjoern Wylezich / shutterstock.com.

Gerry Weber hat beim zuständigen Amtsgericht die Eigenverwaltung gemäß Insolvenzrecht beantragt. Bild und Copyright: Bjoern Wylezich / shutterstock.com.

25.01.2019 13:19 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Schwere Hiobsbotschaft beim finanziell angeschlagenen Modekonzern Gerry Weber. Man habe am heutigen Freitag „beim zuständigen Amtsgericht Bielefeld die Anordnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens gemäß § 270 a InsO mit dem Ziel beantragt, das Unternehmen im Zuge der laufenden Restrukturierung zu sanieren”, teilt das Unternehmen aus dem westfälischen Halle am frühen Nachmittag mit.

Zuvor waren Gespräche mit Gläubigern der Gesellschaft über eine Neufinanzierung gescheitert. Überraschend kommt dies nicht mehr: So hatte Gerry Weber vor einigen Tagen zusätzliche Abschreibungen in Höhe von 44,2 Millionen Euro angekündigt, die das Geschäftsjahr 2017/2018 treffen werden - wir berichteten. Dies hatte bereits vorhandene Insolvenzsorgen weiter verstärkt.

Der Antrag beziehe sich ausschließlich auf die Konzernmutter Gerry Weber International AG, während Tochtergesellschaften und Hallhuber von diesem Antrag nicht betroffen seien, so das Unternehmen weiter. Man gehe von einer Entscheidung des Gerichts zu dem Antrag noch für den heutigen Freitag aus, heißt es weiter.

Den Geschäftsbetrieb wolle man zunächst in vollem Umfang weiterühren, kündigt die Gesellschaft an „Nach derzeitigem Stand ist die Finanzierung des Geschäftsbetriebs bis ins Jahr 2020 gesichert”, so Gerry Weber.

Die Aktie von Gerry Weber wurde an der Börse zunächst vom Handel ausgesetzt. Im XETRA-System soll der Handel heute ab 14:10 Uhr wieder aufgenommen werden.


Lesen Sie mehr zum Thema Gerry Weber im Bericht vom 15.01.2019

Gerry Weber: Sorge um eine mögliche Insolvenz

Gerry Weber hat gestern die vorläufigen Zahlen teils reduziert. Rückstellungen und Wertberichtigungen waren dafür verantwortlich. Somit liegt das berichtete EBIT für das abgelaufene Geschäftsjahr bei -192,3 Millionen Euro (alt: -148,1 Millionen Euro). Für die Analysten von Independent Research ist diese Entwicklung eine negative Überraschung. Sie bestätigen die Verkaufsempfehlung für die Aktien von Gerry Weber. Das Kursziel für die Papiere von Gerry Weber liegt weiter bei 1,40 Euro. Die derzeitige Lage bei Hallhuber dürfte Gespräch mit Kapitalgebern über ein Finanzierungskonzept beeinflussen. Die Analysten stehen der Aktie weiter skeptisch gegenüber. Aus ihrer Sicht sind die Risikofaktoren weiterhin sehr hoch. Die Finanzierung ist bis Ende Januar gesichert, somit könnte eine Insolvenzgefahr bestehen. Die Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Verlust je Aktie von 0,31 Euro (alt: -0,30 Euro). Die Aktien von Gerry Weber legen am Morgen 3,2 ... diese News weiterlesen!

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DGAP-Adhoc: Gerry Weber International AG beantragt Anordnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens




DGAP-Ad-hoc: Gerry Weber International AG / Schlagwort(e): Insolvenz

Gerry Weber International AG beantragt Anordnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens
25.01.2019 / 13:18 CET/CEST

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