Raiffeisen: Credit Suisse, Ölpreis, China und Staatsanleihen im Blickpunkt


04.02.2016 09:15 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der Ölpreis (WTI) stieg gestern um knapp 8 % auf 33 USD an. Der Preis wurde durch die Ankündigung eines Koordinierungstreffens von sechs OPEC und nicht-OPEC Produzenten (darunter Iran und Russland) beflügelt. Gestern sorgte die Rede des CEO der Fed von New York William Dudley für einige Aufregung an den Märkten. Mit Blick auf das Zinstreffen im März sprach - der als eher taubenhaft geltende - Dudley von strafferen finanziellen Bedingungen als im Dezember und warnte zudem vor den Auswirkungen der Verlangsamung des globalen Wachstums und der Stärke des USD auf die US-Wirtschaft.Sollte die Lage bis März unverändert bleiben, werde das FOMC dies bei seiner Zinsentscheidung berücksichtigen, so Dudley. Infolge stieg der EUR/USD um mehr als 1 Cent von 1,09 auf 1,10 an. In diesem Zusammenhang wird daher auch die heutige Rede von EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt mit besonderem Interesse verfolgt werden.

Datenseitig fiel der gestrige Tag in den USA gemischt aus. So lieferte der ADP Beschäftigungsbericht mit einem Beschäftigungsplus von +205 Tsd. im Jänner eine solide Vorlage für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der ISM Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe hingegen konnte sich nicht auf seinem hohen Niveau von knapp 56 Punkten halten und fiel im Jänner auf 53,5 Punkte zurück.

Heute steht nur die Veröffentlichung der Lohnstückkosten (vorl.) für das vierte Quartal an. In der Eurozone sind keine relevanten Daten zu erwarten. Am Primärmarkt stockte gestern Deutschland eine Nullkuponanleihe mit Laufzeit 2021 um EUR 5 Mrd. auf. Die durchschnittliche Emissionsrendite lag bei mäßiger Nachfrage (Bid/Cover 1,2) bei -0,24 %. Für heute hat Frankreich die Aufstockung dreier Fixzinsanleihen mit Laufzeit 2025, 2026 und 2038 angekündigt. Insgesamt sollen EUR 7,5 -8,5 Mrd. aufgenommen werden.

Aktienmärkte
Am gestrigen Handelstag verbuchten die wichtigsten US-Aktienindizes durchwegs moderate Zugewinne und schlossen beinahe allesamt im positiven Terrain. Einzig der NASDAQ Composite verbuchte ein leichtes Minus. Hauptverantwortlich für die Zugewinne war eine Rally bei Rohstoffaktien, ausgelöst durch einen schwächeren US-Dollar und einen höheren Ölpreis. Die sich im vollen Gang befindliche Berichtssaison sorgte gestern hingegen für wenig Impulse. Der japanische Aktienmarkt konnte sich den positiven Vorgaben nicht anschließen und so beendete der Nikkei 225 den Handelstag mit einem Minus. In Europa präsentierte heute vor Börseneröffnung u.a. Credit Suisse seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal, die auf den ersten Blick unter den Analystenerwartungen ausfielen. Im vierten Quartal musste ein Nettoverlust von CHF 5,83 Mrd. verbucht werden (Analysten hatten mit lediglich CHF 4,32 Mrd. gerechnet.) Nach aktuellen Futures-Indikationen zeichnet sich an den europäischen Börsenplätzen ein positiver Handelsbeginn ab.

Credit
Gestern wurde bekannt, dass die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) der Mehrheitsübernahme der Casinos Austria durch den niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic nicht sofort zustimmte, sondern eine weitere tiefgehende Prüfung beim Kartellgericht beantragte. Am Primärmarkt konnte gestern die Swedbank für ihren Covered Bond der mit Aaa/AAA geratet ist und eine Laufzeit von 5 Jahren aufweist die bisherige Höchstzahl an Orders für eine CB Emission in diesem Jahr erzielen. Der Bond mit einem Volumen von EUR 1,25 Mrd. wurde bei MS+14 BP gepreist und das Orderbuch betrug 2,5 Mrd. Auf der Seite der Non-Financials gab das Chemieunternehmen Lyondell Basell bekannt ab 9. Februar Investoren Meetings abzuhalten. Eine EUR denominierte Anleiheemission könnte abhängig von den Marktgegebenheiten folgen. Der iTraXX Crossover weitete sich gestern deutlich um 14 BP auf 399 BP aus. Beim iTraxx Europe war nur eine geringe Ausweitung von 97 BP auf 103 BP zu beobachten.

China
Der Chef der staatlichen Planungsbehörde Chinas verlautbarte gestern ein Wachstumsziel von 6,5 % bis 7 % für 2016. Im Vordergrund stehen der Ausbau der Infrastruktur in Zentral- und Westchina, die Förderung des Bildungs- und Gesundheitssystems und andere strukturelle Anpassungen. Unsere Erwartung für 2016 liegt bei einem offiziell berichteten BIP Wachstum von 6,5 %. Wichtiger als die exakte Zahl erscheint, dass die vorhandenen Überkapazitäten im staatlichen Grundstoffsektor und teilweise in der staatlichen Industrie abgebaut werden und der private Sektor weiter dynamisch wachsen kann. Die People´s Bank of China intervenierte gestern erneut im CNH und führte den Wechselkurs von 6,64 auf 6,60 zum USD, aktuell notiert CNH bei 6,61, CNY bei 6,58 zum USD. Die Aktienmärkte liegen heute im Plus.

Zentraleuropa / Osteuropa
- CZ: Einzelhandelsumsätze im Dezember wahrscheinlich weiterhin auf hohem Niveau
- CZ: CNB wird niedrige Inflationsprognose wahrscheinlich revidieren
- PL: MPC hält an neutraler Haltung fest
- RO: Einzelhandelsumsätze stiegen im Dezember weiter
- RU: Verbraucherpreisanstieg unter 10 % p.a.

Daten zum Wertpapier: Credit Suisse
WKN: 876800
ISIN: CH0012138530

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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