Cashcloud: Kaum Umsatz, viel Verlust – banges Warten auf die Finanzspritzen

Das Smartphone als elektronische Geldbörse: Mobile Payment hat laut Experten eine große Zukunft, aber viele Anbieter werden vom Markt verschwinden. Ob Cashcloud sich durchsetzen wird, ist sehr fraglich.

Das Smartphone als elektronische Geldbörse: Mobile Payment hat laut Experten eine große Zukunft, aber viele Anbieter werden vom Markt verschwinden. Ob Cashcloud sich durchsetzen wird, ist sehr fraglich.

27.08.2015 11:42 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

An der Cashcloud Aktie entzweien sich weiter die Geister. Nachdem die Aktie des Schweizer Mobile Payment Anbieters auch dank zumindest teils zweifelhafter Börsenbrief-Analysen auf bis zu 10,45 Euro hochgejubelt wurde, stürzte das Papier auf 1,50 Euro ab – und kam damit dem wirtschaftlich fairen Wert wohl deutlich näher als zuvor bei zweistelligen Kursen. Die einen sehen in Cashcloud, aktuell an der Börse mit rund 45 Millionen Euro bewertet, nach wie vor einen chancenreichen Newcomer in der Branche, der Experten eine große Zukunft bescheinigen. Doch viele Anbieter im Bereich Mobile Payment dürften in den kommenden Jahren vom Markt verschwinden, was die anderen zu Warnungen veranlasst: Die finanziellen Ressourcen der Eidgenossen sind extrem eng und eine wochenlange Handelsaussetzung der Cashcloud-Aktie hat viel Vertrauen gekostet.
 
Die Halbjahresbilanz, die die Schweizer am Donnerstag vorlegen, verändern das Bild in keinster Weise. Cashcloud bejubelt die Fortschritte, vor allem das starke Wachstum der Nutzerzahlen. In der ersten Jahreshälfte soll es ein Plus von 85 Prozent auf 0,133 Millionen registrierte Nutzer gegeben haben, rund 0,15 Millionen sollen es Ende Juli gewesen sein. Bis Jahresende will man 0,2 Millionen Nutzer erreichen und zugleich „Voraussetzungen schaffen, um die Anzahl der Nutzer 2016 zu vervielfachen“, wie es von Seiten des Unternehmens am Donnerstag in einer Präsentation heißt. Werbekampagnen und ein internationaler Ausbau der Geschäfte vor allem im europäischen Raum sollen dabei helfen. Aus solchen Kampagnen erhofft sich Cashcloud dann auch steigende Umsätze.
 

Kapitalspritzen lassen auf sich warten


Und damit ist man mitten beim großen Defizit der Schweizer: Den Finanzen. Trotz der vom Unternehmen groß bejubelten Steigerung der Nutzerzahlen generiert die Gesellschaft bisher nahezu keine Umsätze. Gerade mal ein kleiner vierstelliger Schweizer-Franken-Betrag (!) war es im ersten Halbjahr, trotz 0,133 Millionen Nutzer am Halbjahresende. Im Juli habe man aus einer Kampagne rund 6.000 Franken Umsatz generiert. Das beschreibt ein wichtiges Problem: Das Wachstum der Nutzerzahlen mag überzeugend wirken. Doch wie aktiv diese registrierten Cashcloud-Nutzer sind und wie gut sich diese Zahl vom Unternehmen wirtschaftlich nutzen lässt, darüber lässt sich angesichts der bisher erzielten Umsätze des Unternehmens trefflich streiten.
 
Da die Einnahmen fehlen, befindet sich das junge Technologieunternehmen im permanenten Bedarf nach neuen Mitteln. 0,3 Millionen Franken hat man in der ersten Jahreshälfte nach eigenen Angaben pro Monat an Abflüssen verbucht. Die Restliquidität per Halbjahresende lag gerade einmal bei 0,5 Millionen Schweizer Franken. Ein Aktionärsdarlehen im Volumen von 0,45 Millionen Euro hält den Konzern bei der Liquidität erst einmal über Wasser. Angekündigte Kapitalerhöhungen lassen weiter auf sich warten. Dies hat sich nicht verändert: Cashcloud will die schon länger angekündigten Kapitalmaßnahmen im Volumen von 4,3 Millionen Euro im laufenden Kalenderquartal umsetzen. Der Gesamtbetrag teilt sich in 2,5 Millionen Euro an „frischen“ Geldern auf, hinzu kommen Aktionärsdarlehen im Volumen von 1,8 Millionen Euro, die in Aktien gewandelt werden sollen. Es sollen 518.000 junge Aktien ausgegeben werden zu Kursen von 8,00 Euro und 9,50 Euro. Solange die Gelder nicht geflossen sind, bleiben die Unsicherheiten um die Liquidität vorhanden – die Risiken tragen die derzeitigen Aktionäre.
 

Millionenschwere Kapitalerhöhungen vonnöten


Werden die Kapitalmaßnahmen abgeschlossen, wäre man dann etwa bis Jahresende finanziert, doch es wird nicht die letzte Transaktion dieser Art sein. Noch immer plant Cashcloud eine größere Kapitalerhöhung, um den millionenschweren Kapitalbedarf zu decken – mit entsprechenden Verwässerungseffekten für die aktuellen Aktionäre. Mit den Geldern sollen Marketingkampagnen und die Weiterentwicklung der Mobile Payment Angebote finanziert werden. Gelingt es den Schweizern nicht, diesen Kapitalbedarf zu decken, drohen weiterhin massive Probleme.
 
Die Cashcloud Aktie notiert am Donnerstag bei 3,779 Euro mit 16,28 Prozent im Plus, im bisherigen XETRA-Handelverlauf des heutigen Tages wurden Kurse zwischen 3,50 Euro und 4,05 Euro bezahlt.

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