Analyse der Ad-hoc-Meldungen 2023: Weniger Prognoseänderungen im schrumpfenden Prime-Standard-Segment - EQS
Die Emittenten aus dem Prime Standard (dazu gehören u.a. Dax, MDax und SDax) veröffentlichten im abgelaufenen Jahr 142 Ad-hoc-Meldungen mit den Schlagwörtern „Prognoseänderung“ oder „Gewinnwarnung“ – das ist ein Rückgang um fast 13 Prozent gegenüber 2022. Auf den ersten Blick spricht dies für eine größere Planungssicherheit, bei genauerem Hinsehen lässt sich jedoch schnell noch eine andere Erklärung finden. Der Prime Standard beschleunigte seine Entwicklung der letzten Jahre und schrumpft 2023 so deutlich wie nie zuvor: Waren in den am strengsten regulierten Marktsegment Ende 2022 noch 299 Unternehmen gelistet, so sind es mittlerweile nur noch 277. Dies geht aus einer Auswertung der EQS Group AG hervor, deren weltweites Newswire über 90 Prozent der Emittenten aus dem Prime Standard für die Erfüllung ihrer Meldepflichten nutzen.
Insgesamt wurden 2023 im Prime Standard 770 Ad-hoc-Meldungen mit potenziell kursbeeinflussenden Tatsachen distribuiert. Das sind 77 weniger als im Vorjahr, angesichts der geringeren Anzahl an Emittenten bewegten sich die durchschnittlichen Veröffentlichungen pro Unternehmen jedoch fast auf dem gleichen Niveau: Dax 2,25 statt 2,23, MDax 2,02 statt 2,22, SDax 2,64 statt 2,67 sowie sonstiger Prime Standard 3,18 statt 3,17 Meldungen.
Erfreuliche Prognosen im Dax und MDax in der Überzahl
Im Gegensatz zu 2022, als die Prognoseänderungen in der Mehrzahl für Enttäuschungen sorgten, überwogen im Dax im vergangenen Jahr die positiven Inhalte. Von den 19 veröffentlichten Anpassungen beinhalteten elf die Anhebung der Planzahlen. Gleich zweimal setzte der Sportartikelhersteller adidas die Messlatte nach oben. Außerdem erhöhten Beiersdorf, Daimler Truck Holding, E.ON, Heidelberg Materials, Mercedes-Benz Group, Munich Re, RWE und Symrise ihre Jahresziele. Die Siemens Energy AG, die gleich zu Jahresbeginn mit ihrem Ausblick geglänzt hatte, musste später wieder zurückrudern und die Zahlen nach unten anpassen. Negativ stach im Leitindex der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius AG hervor, der zweimal die Prognose senkte. Im MDax war das Bild mit 15 Prognoseanhebungen bei insgesamt 24 Anpassungen ebenfalls erfreulich.
57 Meldungen: Unternehmen setzen verstärkt auf Aktienrückkäufe
Ein ebenfalls häufig genutztes Schlagwort beim Versand von Insiderinformationen war „Aktienrückkäufe“. Trotz der geringeren Zahl an Emittenten stieg die Anzahl der Meldungen im vergangenen Jahr auf 57 (2022: 47). Offensichtliche sahen viele Vorstände eine Unterbewertung ihre Gesellschaften an der Börse und nutzten die günstigen Preise zum Rückkauf eigener Aktien, der häufig mit steigenden Kursen einhergeht.
Quo vadis, Prime Standard? Nur 3 IPOs in 2023
Mit einem Schlussspurt konnte der Dax Ende 2023 ein Allzeithoch markieren. Dennoch wagten aufgrund des lange Zeit wechselhaften Börsenumfeldes mit der IONOS Group, SCHOTT Pharma sowie thyssenkrupp nucera gerade einmal drei Gesellschaften im Prime Standard den Schritt aufs Parkett. Zur Einordnung: Dies waren zwar zwei IPOs mehr als 2022, als die Porsche AG die traurige Bilanz rettete. Jedoch lag die durchschnittliche Zahl der Börsengänge im Prime Standard seit 2010 bei sieben und damit deutlich höher.
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Die Zahl der Emittenten in dem Segment ging damit um 22 (minus 7,3 Prozent) auf 277 (ohne Mehrfachlistings und mehrere Aktiengattungen) zurück – und damit so deutlich wie nie zuvor.
- Zahl der Emittenten im Prime Standard verringert sich deutlich um 7,3 Prozent
- Prognoseanhebungen überwiegen im Dax und MDax
- DAX-Unternehmen verbreiten im Schnitt 2,25 Ad-hoc-Meldungen
- Emittenten kauften weiter verstärkt Aktien zurück
Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der EQS Group. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

