Inflationsrate in Deutschland könnte bald 5% erreichen - Commerzbank

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31.08.2021 09:13 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Inflationsrate ist in Deutschland im August von 3,8% auf 3,9% J/J leicht angestiegen; sie erreicht damit den höchsten Wert seit fast 30 Jahren. Der Anstieg ist auf eine weitere Verteuerung von Energie- und Nahrungsmitteln zurückzuführen. Der grundliegende Preisanstieg wurde aber verursacht von Angebotsengpässen. Auf Produzentenpreisebene ziehen die Preise schon länger an und machen sich nun auch in den Verbraucherpreisen bemerkbar. In den nächsten Monaten dürften die fortbestehenden Materialengpässe die Preise weiter steigen lassen und die Teuerung, je nach Entwicklung der Energiepreise, auf 4,5% bis 5,0% zulegen. Im nächsten Jahr dürfte die Inflationsrate wieder sinken, da dann auch der Mehrwertsteuereffekt (Senkung der Mehrwertsteuer während der Coronakrise) wegfällt.

Anleihen
China: Einkaufsmanagerindizes (Aug), 3:30 Uhr
China: Caixin Einkaufsmanagerind. (Aug), 2:45 Uhr
Deutschland: Arbeitslosenzahl (Aug), 9:55 Uhr
Euroraum: Verbraucherpreise (Aug), 11:00 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerind. (Aug), 15:45 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen (Aug), 16:00 Uhr

Der Wochenauftakt verlief am Rentenmarkt zunächst ohne große Kursänderungen. Erst am Nachmittag stiegen die Kurse etwas stärker an. Fed-Chef Powell konnte dem Markt gestern wenig Impulse liefern, denn er blieb mit seiner Rede am vergangenen Freitag im Rahmen der Erwartungen. Damit zeichnet sich eine Reduzierung der Anleihekäufe („Tapering“) durch die US-Notenbank noch in diesem Jahr ab. Aufgrund der Ausbreitung der Deltavariante bestünden jedoch Risiken für die US-Wirtschaft. Wir rechnen mit einem Herunterfahren der Anleihekäufe im vierten Quartal, sofern sich der Arbeitsmarkt in den USA weiter ordentlich entwickelt. Beruhigend für die Märkte waren Powells Aussagen, dass die Fed mit ihren umfangreichen Wertpapierbeständen auch nach dem Ende der Käufe für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen wolle. Außerdem ließen sich aus einem Tapering keine Schlüsse über den Zeitpunkt von Zinsanhebungen ziehen. Zudem sei die US-Inflation nur vorübergehend hoch. Das Thema Inflation ist diese Woche besonders aktuell, da heute für den Euroraum die Verbraucherpreise für August veröffentlich werden. Gestern zeigten die deutschen Inflationsdaten einen Anstieg gegenüber Juli von 3,8% auf 3,9% im Jahresvergleich. Preistreiber waren dabei erneut die Energiekosten, die um 12,6% J/J zulegten. Ein Indiz dafür, dass der momentane Anstieg temporär bleiben dürfte, ist die Kerninflation. So ist die Kernrate, die Güter mit weniger schwankungsanfälligen Preisen beinhaltet, in den letzten Monaten deutlich schwächer gestiegen als etwa Energie- und Nahrungsmittelpreise (siehe „Im Blickpunkt“).

Aktien
Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Heute neigt sich wieder ein Börsenmonat dem Ende entgegen. Im Gegensatz zur Erwartung einiger Analysten fiel die August-Bilanz im Jahr 2021 allerdings nicht schlecht aus. Eine Kurskorrektur blieb uns an den meisten Börsen erspart. Manche Leitindizes wie der Nasdaq Composite-Index oder der S&P 500-Index in den USA erzielten gestern zu Wochenbeginn fast schon routinemäßig neue Allzeithochs, vor allem unterstützt von einer unverändert expansiven Geldpolitik der US-Notenbank. Fed-Chef Jerome Powell übt sich weiterhin in Zurückhaltung, wenn es um eine Straffung der Geldpolitik geht. Auch der MDAX markierte mit 36.309 Punkten ein neues Rekordhoch. Jede Kursdelle wird relativ schnell zum Wiedereinstieg genutzt, da es kaum renditeträchtige Anlagealternativen gibt. Die Dynamik nach oben ist allerdings auf den teilweise sehr hohen Kursniveaus recht überschaubar. Das Geschäftsklima im Euroraum hat sich etwas eingetrübt, was für leichten Gegenwind sorgte. In diesem Umfeld gewann der Dax gestern 0,2%. Tagesgewinner war die Aktie von Covestro mit einem Aufschlag von 2,1%. Dagegen fiel der Kurs der Delivery Hero-Aktie um 1,4%. Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem Chemieaktien gefragt, die im Schnitt um 0,6% zulegten. Versicherungswerte büßten dagegen im Schnitt 0,5% ein. Die US-Börsen tendierten zumeist freundlicher. Der S&P 500-Index gewann 0,4% und der Technologieindex Nasdaq Composite legte sogar um 0,9% zu. Auf Sektorenebene waren v.a. IT- und Immobilienaktien (+1,1%) gefragt, wohingegen Finanztitel als Tagesverlierer im Schnitt um 1,5% nachgaben. Die Börsen in Asien tendierten heute nach einem schwächeren Handelsstart zumeist mit leichten Aufschlägen. Zu Beginn des Handels belasteten vor allem schwächere Makrodaten (Einkaufsmanagerindex aus dem verarbeitenden Gewerbe und aus dem Dienstleistungsbereich) aus China.

Daten zum Wertpapier: Euro - Währung
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Ticker-Symbol: EURUSD
WKN: 965275
ISIN: EU0009652759

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Nach einer Umfrage des Ifo-Instituts hat sich der Materialmangel am Bau im August insgesamt etwas abgeschwächt. Nur noch 42,2% der Unternehmen im Hochbau klagten über Engpässe, im Juli waren es noch 48,8%. Auch im Tiefbau entspannte sich die Lage ein wenig. Hier waren nur noch 31,4% (Juli: 33,9%) der Firmen von Engpässen betroffen. „Trotz aller Verbesserungen bleibt die Versorgung insgesamt sehr angespannt”, teilte das Ifo-Institut mit. „Viele Vorprodukte sind weiterhin knapp und teuer, insbesondere Dämmstoffe und Stahl.” Eine gewisse Entspannung gebe es beim Schnittholz. Dennoch seien viele Holzprodukte nur schwer zu bekommen, hieß es weiter. Die Verbraucherpreise in Deutschland sind in Q2 stärker gestiegen als die Verdienste der Tarifbeschäftigten. Die Arbeitnehmer erhielten von April bis Juni durchschnittlich 1,9% mehr Lohn und Gehalt als im Vorjahresquartal, teilte das Stat. Bundesamt mit. Rechnet man Sonderzahlungen heraus, lag das Plus sogar nur bei 1,4%, ... diese News weiterlesen!

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