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Das Interesse an „Nachhaltigen Investments“ steigt weiter ungebremst - ARTS Kolumne

Leo Willert, Gründer und Head of Trading bei ARTS Asset Managements. Bild und Copyright: ARTS Asset Managements.

Leo Willert, Gründer und Head of Trading bei ARTS Asset Managements. Bild und Copyright: ARTS Asset Managements.

08.05.2021 11:25 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Auch wenn gegenwärtig die Coronapandemie die Schlagzeilen in der Medienlandschaft bestimmt, ist und bleibt der Klimawandel zentrales Thema unserer Gesellschaft. Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft ist in vollem Gange und wird zukünftig noch weiter an Bedeutung gewinnen. Auch bei den Finanzanlagen spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Durch die am 10. März 2021 in der Europäischen Union in Kraft getretene Offenlegungsverordnung wurde Nachhaltigkeit zur festen Säule in der Anlageberatung und im Portfoliomanagement verankert. Finanzunternehmen sind nun dazu verpflichtet, bei ihren Kunden zusätzlich zu den finanziellen Zielen wie Risikotoleranz oder Anlageziele entsprechende Nachhaltigkeitspräferenzen abzufragen. Das Dreieck der Geldanlage – Rendite, Sicherheit und Liquidität – wurde um den Aspekt der Nachhaltigkeit ergänzt.

Das Kernelement des Aktionsplans („Sustainable Finance“), zielt darauf ab, neben einer erhöhten Transparenz, mehr Investitionen in nachhaltige Finanzprodukte zu lenken. Bereits im Jahr 2020 flossen 70 Prozent des frischen Anlagekapitals in nachhaltige Aktien-, Renten-, oder Mischfonds. Doch Nachhaltigkeit umfasst hier nicht nur reine Umwelt-Themen, sondern basiert auf einem weiter gefassten Konzept. Neben Umweltkriterien ("Environment") berücksichtigen ESG-Investments bei der Selektion von Wertpapieren auch soziale Gerechtigkeit und Verantwortung ("Social") und Merkmale ethischer Unternehmensführung ("Governance").

ESG + „R“ – Die vierte Dimension der Nachhaltigkeit

Aber auch bei der nachhaltigen Geldanlage sollte man nicht auf Risikokontrolle („R“) verzichten. Denn nur weil ein Finanzprodukt nach ESG Kriterien veranlagt ist, ist es nicht besser vor allgemeinen Marktkrisen abgesichert als solche, die das nicht tun. Insbesondere Indexfonds, die passiv einen Markt möglichst genau abbilden, sind Marktverwerfungen schutzlos ausgeliefert. Sie atmen mit dem Markt mit und daher im Börsen-Crash auch ungebremst nach unten. Anleger müssen daher auch bei nachhaltigen Investments entsprechend deren Anlagehorizonts und ihrer Risikoneigung den für sie passenden Fonds selektieren. Anlegern, denen bei Rückschlägen in der Größenordnung von 30 bis 50 Prozent, wie sie für Aktienmärkte im Stress typisch sind, der Schlaf geraubt wird, werden mit einem Aktienfondsmanager, der in allen Marktlagen voll investiert ist, nicht die richtige Wahl treffen. Dasselbe gilt für einen Anleger, für den kurzfristige Liquidität wichtig ist und der daher nicht in der Lage ist, lange und heftige Verlustphasen einfach auszusitzen.

ESG und Performance

Eine weitere Herausforderung bei der Auswahl von ESG-Anlageprodukten ist die Performance. Selbst höchste Ansprüche bei der Selektion von nachhaltigen Aktien oder Rentenpapieren stellen keineswegs sicher, dass ein Investment auch überdurchschnittlich performt. Es wird zwar häufig argumentiert, dass nachhaltig wirtschaftende Unternehmen langfristige höhere Erträge liefern, doch stichhaltig bewiesen werden konnte dies bisher nicht. Schaut man sich etwa die Entwicklung des breiten MSCI World Index an und vergleicht diese mit der des nach Nachhaltigkeitskriterien selektierten MSCI World ESG Leaders Index, so zeigt sich für die längst mögliche Vergleichsperiode (Oktober 2007 bis März 2021) kein nennenswerter Unterschied in Hinblick auf Ertrag oder Risiko. So verlor im Corona-Crash 2020 der MSCI ESG Leaders Index innerhalb kürzester Zeit (vom 19.2. bis 23.3.2020) ebenfalls 33,80 Prozent an Wert.

ESG und quantitative Risikoabsicherung

Es hat sich gezeigt, dass zur langfristigen Kundenzufriedenheit neben einer positiven Performanceerwartung vor allem die Vermeidung langer und heftiger Verlustphasen beiträgt. Dies gilt natürlich auch bei nachhaltigen Anlagen. Einen stringenten Risikomanagement-Ansatz bietet das quantitative Asset Management. Dieses vollzieht das Ein- und Aussteigen nach klaren Regeln in Form eines transparenten Fahrplans auch im Falle des Crashs. Subjektive Bauchentscheidungen, die selbst beim profiliertesten Fondsmanager durch Emotionen beeinflusst und verzerrt sind, können somit im Vorhinein ausgeschlossen werden. Zeigt das Computersystem eine verschlechterte Marktlage an, wird die Aktienquote systematisch reduziert und kann sogar auf null Prozent heruntergefahren werden. Doch auch in diesem Fall muss nicht auf Nachhaltigkeit verzichtet werden: aktiv gemanagte Aktienfonds werden dann in risikoarme ESG-konforme Staatsanleihen oder Geldmarktinstrumente umgeschichtet, beziehungsweise die Risiken durch entsprechende Gegengeschäfte abgesichert. Auf Einzeltitelebene stellen zusätzlich Stop-Loss-Marken sicher, dass der Ausstieg aus einem Investment automatisch vollzogen wird, wenn ein vorher festgelegter Kurs unterschritten wird. Die Kombination der „klassischen“ ESG-Kriterien mit einem klaren und erprobten risikominimierenden quantitativen Ansatz reduziert Marktrisiken. So wird eine nachhaltige Wertentwicklung mit verringerter Volatilität auch in unruhigen Zeiten an den Börsen möglich.

Zum Autor: Leo Willert ist Gründer und Head of Trading bei ARTS Asset Management.

Daten zum Wertpapier: ARTS Asset Management

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der ARTS Asset Management. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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