Am Morgen: Applied Materials, Credit Suisse im Fokus - Nord LB Kolumne

Die Schieflage des US-Hedgefonds Archegos Capital sorgt an den Börsen für eine massive Verunsicherung der Investoren. Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

Die Schieflage des US-Hedgefonds Archegos Capital sorgt an den Börsen für eine massive Verunsicherung der Investoren. Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

30.03.2021 09:13 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der DAX konnte gestern ein neues Allzeithoch erreichen. Einige Anleger scheinen nun auch auf einen zügigen Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 15.000 Punkten zu hoffen. Wir blicken aktuell aber eher skeptisch auf den deutschen Aktienmarkt. So ist zunächst beispielsweise fraglich, ob Investoren in einer verkürzten Handelswoche – auch angesichts einer möglicherweise erhöhten Volatilität durch die am Freitag zur Meldung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten – wirklich größere neue Positionen in dt. Aktien aufbauen werden wollen.

Die deutsche Wirtschaft hat ihren Umsatz im Februar trotz Lockdowns minimal gesteigert. Die Unternehmen aus Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen nahmen zusammen nominal 0,1 % mehr ein als im Vormonat. Im Januar hatte es noch ein Minus von 4,9% gegeben. Im Februar lagen die Erlöse auch 0,1% über dem Niveau von Februar 2020 - dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Der Kreditversicherer Euler Hermes erwartet für 2021 einen Anstieg der Firmenpleiten um 6% auf 16.900 - allerdings erst ab dem zweiten Halbjahr und von sehr niedrigem Niveau kommend. Erst im Laufe des nächsten Jahres dürften die Insolvenzen spürbar um rund 15% auf 19.500 zulegen. Doch auch dann dürften die Fallzahlen nur etwa 4% höher liegen als vor der Pandemie 2019.

Rentenmarkt
Bei den deutschen Staatsanleihen war gestern ein eher richtungsloser und impulsfreier Handel festzustellen. Zum Wochenstart standen keine entscheidenden Wirtschaftsdaten an. Das dürfte sich heute ändern. Die Kurse der US-Staatsanleihen sind nach einem freundlichen Start gesunken. Die Rendite 10y-Anleihen stieg dafür auf 1,73%.

Aktienmarkt
Der deutsche Aktienmarkt hat unbeirrt von der weiter schwelenden Pandemie und Turbulenzen im europäischen Bankensektor seinen Aufwärtstrend fest im Blick. Gestern stand beim Dax sogar ein neues Allzeithoch auf der Kurstafel. DAX +0,47%, MDAX -0,43%, TecDAX -0,36%.

An der Wall Street haben sich US-Anleger bei Aktien zurückgehalten. Für eine massive Verunsicherung der Investoren sorgte die Schieflage des US-Hedgefonds Archegos Capital. Durch die Probleme des Hedgefonds droht u.a. der japanischen Investmentbank Nomura ein Milliardenverlust. Insgesamt standen Finanzwerte unter Druck, nachdem die FT über massive Aktienverkäufe bei Morgan Stanley (-3%) berichtete. Dow Jones +0,3%, S&P-500 -0,1%, Nasdaq-Comp. -0,6%. Nikkei 225 notiert minimal leichter- aktuell bei 29.354,89 Punkten.

Unternehmen
Der US-Chip-Zulieferer Applied Materials hat die 2,2 Mrd. USD schwere Übernahme des japanischen Konkurrenten Kokusai Electric abgeblasen. Die chinesischen Wettbewerbsbehörden hätten dem Deal nicht innerhalb der Frist zugestimmt, teilte Applied Materials mit. Der Chip-Ausrüster Kokusai gehört dem Finanzinvestor KKR. Die Absage fällt in eine Zeit, in der die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China zunehmend angespannt sind. Applied Materials hatte die Übernahme 2019 in Angriff genommen, um stärker von der hohen Nachfrage nach Speicherchips zu profitieren und muss nun KKR rund 150 Mio. USD in bar als Entschädigung zahlen.

Der Schweizer Großbank Credit Suisse droht Insidern zufolge angesichts der Schieflage des US-Hedgefonds Archegos Capital ein Milliardenverlust. Internen Schätzungen zufolge dürfte sich der Fehlbetrag auf mindestens 1 Mrd. USD belaufen, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Einer der Insider erklärte, der Verlust könne den Schätzungen zufolge auf bis zu 4 Mrd. USD klettern. Diese Obergrenze hatte zuvor bereits die "Financial Times" genannt. Credit Suisse wollte sich zur Höhe der möglichen Verluste nicht äußern.

Devisen
Der Wochenauftakt verlief für die europäische Gemeinschaftswährung aufgrund fehlender Impulse in ruhigen Bahnen. Die Kursschwankungen hielten sich in Grenzen.

Öl / Gold
Die Ölpreise werden auch weiterhin von den Geschehnissen im Suezkanal beeinflusst. So gab es bei der Bergung eines Container-Frachters zwar Fortschritte. Allerdings wird eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt weiter blockiert. Die Ölpreise konnten die deutlichen Verluste aus dem frühen Handel somit mehr als ausgleichen. Gold verlor erneut an Glanz.

Daten zum Wertpapier: Credit Suisse
WKN: 876800
ISIN: CH0012138530

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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