US-Arbeitsmarkt schickt Rendite 10J UST über 1,60% – Euro bis unter 1,19 USD! - Nord LB

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Die Daten bestätigen die derzeitigen Befürchtungen einiger Marktteilnehmer ansatzweise, die über eine massive Konjunkturerholung, einen anstehenden Konsumrausch und einer extrem expansiven Fiskal- und Geldpolitik ein Überschießen der Inflation kommen sehen. Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

05.03.2021 16:27 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Soeben wurden neue Daten zum Arbeitsmarkt in den USA gemeldet. Im Berichtsmonat Februar sind laut dem Bureau of Labor Statistics knapp 380.000 neue Jobs geschaffen worden. Zusammen mit den Revisionen der beiden Vormonate um 38.000 nach oben darf von erfreulich positiven Zahlen gesprochen werden. Der Beschäftigungsmotor schaltet wieder einen Gang hoch!

Die Zahlen sind deutlich besser als erwartet ausgefallen. Das gilt für die Monate Februar und Januar, welcher deutlich hochrevidiert wurde. Was bleibt ist allein ein Beschäftigungsrückgang Im Dezember um knapp 300.000 Stellen. Scheinbar nimmt nach dieser Schwächephase nun die Dynamik beim Beschäftigungsaufbau aber wieder zu.

Ein Blick auf die Details lässt erkennen, dass einige Sektoren wie Produktion und Bau durchaus von Stellenstreichungen betroffen waren. Der große Job-Motor stand diesmal aber klar im Dienstleistungsbereich, in dem über eine halbe Million Beschäftigungen geschaffen wurden. Insbesondere der Gastronomie- und Freizeitbereich konnte von Lockerungen des Lockdowns signifikant profitieren. Dennoch: Von den im Frühjahr 2020 verloren gegangenen 20 Mio. Jobs sind bisher erst knapp die Hälfte zurück erkämpft worden.

Positiv zu bewerten ist auch der erneute und unerwartete Rückgang der Arbeitslosenquote auf 6,2%. Im April letzten Jahres sprang sie noch auf 14,7% hoch! In dieser Haushaltsbefragung wurde zudem ein recht deutlicher Beschäftigungsanstieg von (erneut) 200.000 ermittelt. Erfreulich ist, dass auch die Labor Force angestiegen ist. Die Zuversicht, einen Job zu erhalten, nimmt also zu.

Die Daten bestätigen die derzeitigen Befürchtungen einiger Marktteilnehmer ansatzweise, die über eine massive Konjunkturerholung, einen anstehenden Konsumrausch und einer extrem expansiven Fiskal- und Geldpolitik ein Überschießen der Inflation kommen sehen. Die Demokraten haben ein hohes Ausgabenpaket vorgeschlagen. Ob dieses im Frühsommer überhaupt noch nötig sein wird? Das rasante Hochschießen der Zinsen am langen Ende der US-Zinskurve verdeutlicht die Skepsis vor einer übermäßigen Stimulierung und der Sorgen vor der Inflation. Wir sehen kurzfristig tatsächlich eine Inflationsrate bis über 2,5% in den USA, angesichts der weiterhin verloren gegangenen vielen Beschäftigungen dürfte der „Nachfragerausch“ aber nur vorrübergehend sein.

Letztlich steht ein Wettlauf gegen die Zeit bevor: Wie lange werden hohe Infektionszahlen und Restriktionen die Wirtschaft bremsen und ab wann können (nachhaltige) Erfolge bei Impfungen sukzessive Lockerungen der Lockdowns erlauben? In den USA dürften bereits Ende Mai alle Erwachsenen geimpft sein. Die nächsten Wochen entscheiden – aber Licht am Ende des Tunnels in Form der Impfungen ist ja erkennbar. Diese implizieren einen echten „Game Changer“.

Fazit: Die US-Arbeitsmarktdaten fielen im Februar stark aus: Sowohl der Stellenaufbau mit knapp 380.000 (und Revisionen der Vormonate um 38.000 nach oben), als auch die unerwartet nochmals rückläufige Arbeitslosenquote auf 6,2% sind erfreuliche Nachrichten. Der Beschäftigungsmotor schaltet wieder einen Gang höher! Die Daten können aber die Befürchtungen einiger Marktteilnehmer nicht vermindern, die angesichts einer potentiellen Konjunkturerholung, einem drohenden Konsumrausch und einer extrem expansiven Fiskal- und Geldpolitik ein Überschießen der Inflation kommen sehen. Ob das derzeit diskutierte Ausgabenprogramm so im Frühsommer überhaupt noch nötig sein wird? Das rasante Hochschießen der Zinsen am langen Ende der US-Zinskurve verdeutlicht die Skepsis vor einer übermäßigen Stimulierung und die Sorgen vor Inflation. Wir erwarten kurzfristig tatsächlich die US-Inflationsrate bis über 2,5%, angesichts der weiterhin verloren gegangenen vielen Beschäftigungen dürfte dieser „Nachfragesog“ aber nur vorrübergehend sein.

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