Am Morgen: Grenke, Inditex und FedEx im Fokus - Nord LB Kolumne

Wie bereits am Vortag wagten auch gestern Anleger am deutschen Aktienmarkt keine großen Sprünge. Vor dem am Abend erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed standen Investoren weiter lieber am Seitenrand. Bild und Copyright: Video Media Studio Europe / shutterstock.com.

Wie bereits am Vortag wagten auch gestern Anleger am deutschen Aktienmarkt keine großen Sprünge. Vor dem am Abend erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed standen Investoren weiter lieber am Seitenrand. Bild und Copyright: Video Media Studio Europe / shutterstock.com.

17.09.2020 08:52 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Corona-Pandemie hat Japans Exporte weiterhin fest im Griff. Im August musste mit einem Einbruch von 14,8% im Jahresvergleich zum sechsten Mal in Folge ein zweistelliger Rückgang hingenommen werden. Auch die Importe fielen im Jahresvergleich um 20,8%.

Laut Einschätzung der OECD wird das BIP in Deutschland in diesem Jahr nur um 5,4% zurückgehen. Im Juni hatte die OECD noch mit einem Minus von 6,6% gerechnet. Damit steht Deutschland in Europa sehr gut da. Zum Vergleich: In Frankreich (-9,5%), Italien (-10,5%) und der Euro-Zone (-7,9%) werden deutlich stärkere Einbrüche erwartet. In den USA rechnet die OECD nur mit einem Rückgang von 3,8%, für China wird sogar ein Wachstum von 1,8% prognostiziert. Da die Rezession in diesem Jahr schwächer ausfallen dürfte als angenommen, dürfte auch die Gegenbewegung 2021 nicht so stark sein. Für Deutschland wird mit einem Wachstum von nur noch 4,6% (Juni-Schätzung: +5,8%) gerechnet.

Die US-Notenbank Fed will nach ihrem Strategieschwenk angesichts der Corona-Krise noch lange an ihrer Tiefzinspolitik festhalten. Die Währungshüter um Notenbankchef Powell stellten im Anschluss an zweitägige Beratungen in Aussicht, die Zinsen so lange nahe Null zu halten, bis die Inflation auf dem Weg sei, "für einige Zeit" das Ziel von 2% Teuerung "moderat zu übertreffen". Ihren Leitsatz zur Versorgung der Geldhäuser mit Geld beließ die US-Notenbank in einer Spanne zwischen 0 und 0,25 %.

Rentenmarkt
Deutsche Staatsanleihen tendierten zur Wochenmitte nur wenig verändert. Anleger warteten auf die Fed-Sitzung am Abend. Der richtungsweisende Bund-Future fiel auf 173,95 Punkte. Bei den US-Staatsanleihen hat sich die Stimmung im Zuge der laufenden Pressekonferenz der Fed etwas eingetrübt. Länger laufende Papiere drehten ins Minus, die anderen Laufzeiten verharrten nahezu auf den Niveaus des Vortages.

Aktienmarkt
Wie bereits am Vortag wagten auch gestern Anleger am deutschen Aktienmarkt keine großen Sprünge. Vor dem am Abend erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed standen Investoren weiter lieber am Seitenrand. DAX +0,29%, MDAX +0,70%.

Die Deutsche Post (+1,9%) profitierte von starken Quartalszahlen des US-Kontrahenten FedEx. Top-Thema am Markt blieb aber Grenke. Trotz einer Stellungnahme vom Vorabend, in der sich der Leasinganbieter gegen Vorwürfe der Bilanzfälschung wehrte, gab die Aktie erneut heftig nach. Nachdem sie am Vortag schon um fast 20% abgesackt waren, verschärften sie ihre Talfahrt mit einem Einbruch um nochmals 40%.

Die Wall Street startete zunächst freundlich in der Hoffnung auf eine anhaltende Flut billigen Notenbankgeldes, schloss nach dem Entscheid der Fed allerdings uneinheitlich. Dow Jones +0,1%; S&P 500 -0,5%; Nasdaq Comp. -1,3%. Einen spektakulären Börseneinstand feierten die Aktien des Softwarespezialisten Snowflake, die sich im Vergleich zum Ausgabepreis von 120 USD um mehr als 111% verteuerten. Nikkei 225 aktuell leichter bei 23.303,71 Punkten.

Unternehmen
Der spanische Modekonzern Inditex hat im Zeitraum Mai bis Juli einen Umsatzrückgang auf 4,7 Mrd. EUR (-31%) hinnehmen müssen. Dennoch gelang es dem Unternehmen, einen Nettogewinn von 214 (Vorjahr: 253) Mio. EUR zu erzielen, was deutlich über den Analystenschätzungen lag. Hintergrund waren vor allem Kostensenkungen.

Das veränderte Verbraucherverhalten in der Corona-Krise hat dem US-Logistikriesen FedEx im abgelaufenen Quartal eine deutliche Verbesserung der Geschäftszahlen beschert. Dank des Booms beim Onlinehandel und der damit verbundenen Paketflut kletterte der bereinigte Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60% auf 1,28 Mrd. US-$, die Erlöse verbesserten sich um 13,5% auf 19,3 Mrd. US-$.

Devisen
Der Euro präsentierte sich zunächst in engen Grenzen freundlicher. Im Zuge der Pressekonferenz der Fed sank er jedoch.

Öl / Gold
Die Ölpreise profitierten auch am Mittwoch von den freundlichen Konjunkturdaten aus den USA und aus China vom Vortag. Zudem hatte das American Petrol Institute einen deutlichen Rückgang der US-Rohöllagerbestände gemeldet.

Der Goldpreis konnte sich ein wenig befestigen; die Ausschläge hielten sich aber erneut in einer engen Spanne.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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