Inflation höher als erwartet, aber dennoch niedrig - Commerzbank Kolumne

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15.09.2020 10:02 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Spätestens mit der neuen strategischen Ausrichtung der US-Notenbank wird klar, Inflation ist aus Sicht der meisten Notenbanken etwas Positives, von dem es auch gerne etwas mehr sein darf. Immerhin überraschte die Inflationsentwicklung zuletzt nach oben. Die Inflationsraten sind nach wie vor aber sehr niedrig: In den G7-Staaten lag die Verbraucherpreissteigerung im Juli bei 0,7% J/J, in den BRIC-Staaten bei 3,1% J/J. Der Citibank-Überraschungsindex zeigt für die Emerging Markets beachtliche Ausschläge für 2020. Das ist problematisch, denn die EM-Notenbanken haben mit den negativen Inflationsüberraschungen die Geldpolitik entsprechend gelockert. Mit überraschend stark anziehenden Inflationsraten bekommen sie nun aber ein Problem.

Anleihen


China: Industrieproduktion (August), 4:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenquote (Juli), 8:00 Uhr
Deutschland: ZEW-Umfrage (September), 11:00 Uhr
USA: Empire State Index (September), 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion (August), 15:15 Uhr

Der Rentenmarkt tendierte zum Wochenauftakt überwiegend freundlich. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank kurzfristig unter die Marke von minus 0,50%, stieg am Spätnachmittag jedoch wieder leicht an. Die Äußerungen von EZB-Volkswirt Lane am Freitag wirkten noch nach, in denen er warnte, im Kampf gegen die Coronakrise zu früh nachzulassen und hierbei hervorhob, die Geldpolitik notfalls nochmal zu lockern. Zudem hob er die hartnäckig niedrige Kerninflation hervor, da der stärkere Euro sowohl das Wachstum als auch die Preisdynamik gedämpft habe. Diese Kommentare wirkten wie ein Versuch, den auf der EZB-Pressekonferenz vermittelten Eindruck zu relativieren, die EZB sei relativ entspannt, was die wirtschaftliche Perspektive und die jüngste Euro-Aufwertung betreffe. Über das Wochenende kamen dann weitere EZB-Meinungen, unter anderem von EZB-Chefin Lagarde, hinzu, die eine mögliche weitere Lockerung der Geldpolitik signalisierten. Der Euro verteuerte sich zu Wochenbeginn gegenüber dem US-Dollar leicht auf 1,187 US-Dollar je Euro. Die Industrieproduktion im Euroraum erholte sich im Juli weiter von dem schweren Einbruch durch die Coronapandemie, allerdings mit geringerem Tempo als zuletzt. Die Produktion stieg um 4,1% zum Vormonat, nach 9,5% im Juni. In China setzt sich die Erholung der Wirtschaft stetig fort. Im August entwickelten sich sowohl die Industrieproduktion als auch der Einzelhandelsumsatz sowie die Investitionen in Sachanlagen besser als zuletzt und auch als erwartet. Die Einzelhandelsumsätze legten um 0,5% J/J zu. Dies war der erste Vorjahreszuwachs seit Ausbruch der Coronakrise.

Aktien


Hennes & Mauritz Umsatz Q3

Die europäischen Aktienmärkte zeigten zu Wochenbeginn zunächst Aufwärtstendenzen. Hoffnungen auf einen baldigen Corona-Impfstoff standen im Mittelpunkt. Im weiteren Verlauf drifteten die meisten Indizes aber seitwärts. Auch eine leicht bessere Wall Street konnte die Lethargie nicht stoppen. Der französische Aktienmarkt zeigte innerhalb Europas mit +0,4% die beste Entwicklung. Der deutsche Leitindex schloss nahezu unverändert knapp unter 13.200 Punkte. V.a. die Aktien von Infineon Technologies (+3,3%) standen im Fokus, während Dt. Wohnen (-3,6%) am unteren Rand lag. Der marktbreitere MDax zeigte +0,8%. Die Spitzenposition hielt Metro mit +7,7% bzw. 8,96 EUR je Stammaktie. Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky will über die von ihm kontrollierte EP Global Commerce GmbH den Anteil an Metro (derzeit 29,99%) ausbauen und zu diesem Zweck den Anteilseignern ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreiten. Zweitbester Titel im MDax war Airbus mit +3,6%. Der marktbreite Stoxx Europe 600-Index trat auch auf der Stelle. Vorne lagen Technologie (+0,9%) und Industrie (+0,4%), während Energiewerte abgaben (-1,1%). Die US-Börsen haben die kommende Fed-Sitzung im Blick, auch Übernahmeaktivitäten waren ein Thema. So zeigte z.B. Gilead Sciences Interesse am Biotech-Unternehmen Immunomedics (Übernahmeofferte 21 Mrd. USD), worauf sich der Immunomedics-Kurs fast verdoppelte (+98% ggü. Freitag). Der Dow Jones legte 1,2% und der marktbreite S&P 500 rd. 1,3% zu. Alle Branchen bewegten sich im Plus, angefangen von Basismetallen (1,5%) und Finanzwerten (+1,4%) über Versorger und Industrie (je 1,1%). Der Nasdaq 100 stieg um 1,7% auf 11.278 Punkte. Asiens Börsen waren uneinheitlich. Während Chinas Festlandaktien ein leichtes Plus zeigen, musste der Nikkei 225 leicht abgeben. Der Dax dürfte heute seinen Schlingerkurs fortsetzen.

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Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Am Morgen: Gilead, Hannover Rück, Nvidia und Softbank im Fokus - Nord LB Kolumne

Sollte ein zweiter Lockdown ausbleiben, wird die deutsche Wirtschaft nach Aussagen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im kommenden Jahr um rund 4,5% wachsen. „Glücklicherweise hat die Wirtschaft im Sommer dank niedriger Fallzahlen wieder aufholen können”, ergänzte IW-Direktor Michael Hüther. „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, werden wir zum Jahreswechsel 2021/2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben.” Für das laufende Jahr rechnen die Forscher mit einem Schrumpfen des BIP um rund 6,2%. Nach Einschätzung der Bundesregierung hält „der Aufholprozess in der deutschen Wirtschaft weiter an, hat sich zuletzt aber abgeschwächt”. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich die Erholung fortsetzen. „Das Vorkrisenniveau von Ende 2019 dürfte allerdings erst zu Anfang des Jahres 2022 wieder erreicht sein”, hieß es weiter. Die Lage der Weltkonjunktur sei aufgrund des unsicheren globalen Infektionsgeschehens rund um das Corona-Virus „nach wie vor ... diese News weiterlesen!


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