Das Rennen um die US-Präsidentenwahl ist eröffnet – was bedeutet dies für die Pharmabranche? - Commerzbank Kolumne


06.02.2020 09:49 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der US-Wahlkampf hat offiziell begonnen. Viele Themen, vor allem die wirtschaftliche Entwicklung, bewegen die US-Bürger. Insbesondere die Medikamentenpreise, die in den vergangenen Jahren drastisch stärker als die Inflationsrate gestiegen sind, brennen den Wählern unter den Nägeln. Häufig müssen Amerikaner einen nicht unerheblichen Anteil beim Kauf der Arzneien aus eigener Tasche bezahlen. Fast ein Drittel der Patienten spart aus diesem Grunde an den Medikamenten! Beide Parteien streiten daher schon lange darum, wie die Arzneimittelpreise gedeckelt werden können. Während europäische Staaten bzw. die entsprechenden Gesundheitskassen die Preise für Arzneimittel direkt mit den Pharmaunternehmen aushandeln, können die Konzerne ihre Medikamentenpreise in den USA frei festlegen. Trump hat daher ein „International-Pricing-Index-Model“ vorgeschlagen, bei dem sich die Erstattung nach einem Preisindex (Durchschnittspreis eines Medikamentes in 16 Industrieländern) richtet. Die Demokraten wollen dagegen, dass die Regierung die Preise für die wichtigsten Medikamente jährlich direkt mit den Pharmaproduzenten verhandelt. Zudem soll der Maximalbetrag, den ein Patient aus eigener Tasche bezahlen muss, auf 2100 $ begrenzt sein. Darüber hinaus gehende Kosten sollen sich die Pharmaindustrie, Krankenversicherer und die staatlichen Gesundheitsstellen aufteilen. Mögliche, künftige Preisbeschränkungen dürften zwar zum Teil in den Kursen der Pharmatitel eingepreist sein, je nach Nachrichtenfluss könnte jedoch die Volatilität der entsprechenden Aktien noch einmal zunehmen. Sollte es jedoch zu einer überparteilichen Einigung bezüglich einer strengen staatlichen Preisfestsetzung kommen, kämen die Aktien der Branche sicherlich deutlicher unter Druck. Starke Rücksetzer im Sektor wären aus heutiger Sicht allerdings eine gute Kaufgelegenheit, da die entscheidenden Megatrends auch danach weiterhin gültig sind und der Branche langfristig Rückenwind geben.

Anleihen


Deutschland: Auftragseingänge (Dez.), 08:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosengeld, 14:30 Uhr

Wie schon am Dienstag war auch gestern an den Finanzmärkten deutliche Krisenmüdigkeit festzustellen: Die Renditen stiegen erneut an, der Renminbi wertet zum US-Dollar auf und Öl verteuerte sich. Unterstützung kam auch von den Makrodaten: Die Einkaufsmanagerindizes für Russland und Indien stiegen für Januar unerwartet kräftig an. Auch die Umfrageergebnisse für Italien fielen besser als erwartet aus, während sich die Konjunktur in Spanien abkühlt. Für den Euroraum belegen die Indizes zwar eine positive Stimmungswende – bei jedoch schwachen Wachstumsraten. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie sind im Dezember entgegen den Erwartungen nochmals gefallen – und zwar deutlich um 2,1%. Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Bestellungen nun sogar 8,7% hinten (November: -6,0%). Die deutsche Industrie ist weiterhin angeschlagen. In den USA sind im Januar ungewöhnlich viele zusätzliche Stellen geschaffen worden. Der jüngste ADP-Bericht meldet einen Zuwachs von 291.000 Stellen. Ob der amtliche Arbeitsmarktbericht ähnlich gut ausfällt, ist jedoch nicht sicher. Die beiden Berichte weichen häufig deutlich voneinander ab. Das US-Handelsbilanzdefizit hat sich 2019 im Jahresverlauf verringert. Im Dezember kam es zwar zu einer kräftigen Gegenbewegung, das ändert aber nicht den Trend: Nachdem im Vormonat der Warenverkehr mit Kanada zeitweise behindert war, kam es nun zu Nachholeffekten bei den Importen. Die Zahl der amtlich gemeldeten, am Coronavirus Erkrankten stieg auf 28.292. Ein Zuwachs von 15% gegenüber dem Vortag. Glaubt man den Zahlen, dann sinkt die Rate zwar, doch der Höhepunkt der Pandemie ist noch nicht erreicht. Die Marktreaktion impliziert, dass andere Regionen in China und andere Länder viel geringer als Wuhan betroffen sein werden. Das bleibt jedoch abzuwarten.

Aktien


Enel, ING, L`Oréal, Nokia, Jahresergebnis
Osram Licht, Ergebnis 1. Quartal
Sanofi, Total, Jahresergebnis

Die kräftigen Verluste der Vorwoche aufgrund der Sorge über eine rasche Ausbreitung des Coronavirus konnten inzwischen an den internationalen Aktienmärkten nahezu wettgemacht werden. Zwar dürfte der Höhepunkt der Infektion nach Expertenmeinung aus China erst in etwa zwei Wochen erreicht sein. Hoffnung schürte jedoch die Nachricht, dass eine Universität in China ein Medikament zur Behandlung der am Coronavirus Erkrankten gefunden habe. Zusätzlich sorgten die anhaltend gute Berichtssaison und der nicht unerwartete Sieg Trumps im Impeachment-Verfahren für Erleichterung an den Aktienmärkten. Der S&P 500 notierte nahe am Höchststand. Sämtliche Branchen bewegten sich im Plus, der Energiesektor an der Spitze (+3,6%). Und der technologielastige Nasdaq 100 markierte ein neues historisches Hoch. Bei den wichtigsten europäischen Indizes lag die Schweiz mit knapp +1,8% vorne. Der Dax30 gewann 1,5% und notiert wieder über 13.400 Punkte ungeachtet des Polit-Debakels in Thüringen. Größte Zugewinne lieferte Infineon Technologies nach einem robusten Jahresauftaktquartal (+10,6%), gefolgt von Continental (+4,2%). Das Schlusslicht bildete MTU Aero Engines (-2,8%). Auch der EuroStoxx50 konnte gut 1,2% zulegen. Das Minus hatte letzte Woche 3,7% betragen. Innerhalb Europas stachen im EuroStoxx600 die Technologie-werte mit +1,9% besonders hervor, während die Versorger und Telekommunikationstitel leicht nachgaben (mit jeweils -0,2%). Auch die Börsen Asiens setzen ihren Erholungskurs kräftig fort. Die Hoffnung auf einen Virenblocker ließ den CSI 300 (Festlandaktien) um rd. 2% steigen, der Hang Seng kletterte um 2,9%. Und in Tokio wurde ein Plus von 2,4% verzeichnet. Der Dax dürfte dank dieser Vorgaben freundlich eröffnen.
Daten zum Wertpapier: Merck & Co.
WKN: 851719
ISIN: US5893311077

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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