Einkaufsmanagerindizes Eurozone: Mehrheitlich gute Nachrichten - VP Bank Kolumne

Bild und Copyright: telesniuk / shutterstock.com.

Bild und Copyright: telesniuk / shutterstock.com.

24.01.2020 13:24 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

In der Eurozone legt der Einkaufsmanagerindex im Januar für das verarbeitende Gewerbe überraschend deutlich von 46.3 auf 47.8 zu. Der Index für den Dienstleistungssektor fällt hingegen von 52.8 auf 52.2, wobei sich die Streiks in Frankreich niederschlagen. Der aggregierte Index des Industrie- und Dienstleistungssektors bleibt damit unverändert bei 50.9.

Das lässt sich doch einmal sehen. Im verarbeitenden Gewerbe geht es voran – wenngleich auf verhältnismässig tiefem Niveau. Gerade das zuletzt leidgeprüfte verarbeitende Gewerbe in Deutschland scheint seinen Weg aus dem Tal der Tränen zu finden. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie liegt zwar noch deutlich unter der Expansionsschwelle von 50, doch es sah in den Herbstmonaten 2019 schon schlimmer aus. Auch die französische Industrie blickt im Januar optimistischer in die Zukunft.

Das verarbeitende Gewerbe wittert also Morgenluft. Gleichwohl springen die Ampeln noch nicht auf grün. Donald Trump knöpft sich nun die europäischen Handelspartner vor und droht erneut mit Auto-Importzöllen. Auch die Verhandlungen zwischen der EU und Grossbritannien über ein Freihandelsabkommen werden schwierig. Es muss also nicht verwundern, dass das verarbeitende Gewerbe trotz einer Teillösung im sino-amerikanischen Handelsstreit nicht gleich in Euphorie ausbricht.

Die Dienstleister sind optimistischer, auch wenn sich der entsprechende Einkaufsmanagerindex für die Eurozone insgesamt verschlechtert hat. Allerdings zeigt sich ein gemischtes Bild. Der deutsche Index macht einen klaren Satz nach oben, während es in Frankreich nach unten geht. Die Streiks in Frankreich scheinen den Dienstleistern auf das Gemüt zu schlagen. Die gute Nachricht ist, dass der Rückgang in Frankreich einem Sondereffekt geschuldet ist. Werden die Blockaden beendet, dürfte das Konjunkturbarometer auch wieder zulegen.

Für den Dienstleistungssektor bleibt die Ausgangssituation günstig: Trotz der konjunkturellen Delle sind die Arbeitsmärkte verhältnismässig stabil, was die Geldbörsen der privaten Haushalte offen hält. Und ganz grundsätzlich gilt: Der Dienstleistungssektor ist aufgrund seiner Branchenzusammensetzung weit weniger konjunktursensitiv. Gedacht sei in diesem Zusammenhang zum Beispiel an den Gesundheitssektor.

Die Einkaufsmanagerindizes lassen nicht auf eine kräftige Erholung schliessen. Es kommt aber andererseits auch nicht schlimmer. Und gerade das ist schon eine gute Nachricht.

Daten zum Wertpapier: Euro - Währung
Chartanalyse-Tools: hier klicken!
Ticker-Symbol: EURUSD
WKN: 965275
ISIN: EU0009652759

Euro - Währung - Jetzt traden auf: Scalable CapitalScalable Capital - SmartbrokerSmartbroker - Trade RepublicTrade Republic
Tipp: Besser traden und investieren mit TradingView-Charts
4investors auf: Twitter | YouTube | Google News | Facebook
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der VP Bank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Exklusiv-Berichte und Interviews aus der 4investors Redaktion:

3U-Vorstandschef Michael Schmidt im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de.3U Holding: „Was wir tun, tun wir mit Ehrgeiz“

4investors-Newsletter

Exklusive Interviews und Analysen für Sie aus der 4investors-Redaktion!

Der Newsletter ist kostenlos. Sie können den Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Wir speichern Ihre Mailadresse ausschließlich zum Versand des Newsletters und geben diese nicht weiter! Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.

4investors-News - Euro - Währung

14.01.2021 - Verbraucherpreisanstieg in den USA und Euroraum noch niedrig - Commerzbank Kolumne
13.01.2021 - Überraschende Inflationsentwicklung mit weiterem Potential - Commerzbank Kolumne
07.01.2021 - Eurozone: Rückläufige Preise im Dezember - VP Bank Kolumne
11.12.2020 - EZB schnürt ein großzügiges Paket und sorgt auch 2021 für sehr günstige Finanzierungsbedingungen - DWS Kolumne
11.12.2020 - Historische Entscheidung: Die EU bekommt erstmalig einen eigenständigen Verschuldungsrahmen - VB Bank Kolumne
10.12.2020 - EZB: Lagarde avanciert zur Pyrotechnikerin - VB Bank Kolumne
01.12.2020 - Teuerung bleibt im negativen Bereich: Grünes Licht für die EZB - VP Bank Kolumne
27.11.2020 - Geldmenge M3 steigt weiter kräftig - Commerzbank Kolumne
23.11.2020 - Einkaufsmanagerindizes: Bevor es besser wird, wird es schlimmer - VP Bank Kolumne
15.11.2020 - Jagd nach Rendite - DWS Kolumne
28.10.2020 - Geldmenge M3 wächst im Euroraum rasant - Commerzbank Kolumne
02.10.2020 - Eurozone: Von Inflation keine Spur - VP Bank Kolumne
25.09.2020 - Eurozone: Geldmengenwachstum bleibt hoch, droht nun Inflation? - VP Bank Kolumne
24.09.2020 - Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen geht überraschend stark zurück - Commerzbank Kolumne
23.09.2020 - Nachholeffekte in der Industrie, Dienstleistungen enttäuschen - DWS Kolumne
15.09.2020 - Inflation höher als erwartet, aber dennoch niedrig - Commerzbank Kolumne
12.09.2020 - Inflationsrisiko wird 2021 zunehmen - AXA IM Kolumne
10.09.2020 - Der starke Euro bereitet der EZB Sorgen - DWS Kolumne
10.09.2020 - EZB: Wachstumsrisiken bleiben – Euro ein Thema - VP Bank Kolumne
05.09.2020 - Die Geldmenge steigt, aber nicht die Inflation - DWS Kolumne

DGAP-News dieses Unternehmens

Stammdaten dieses Wertpapiers: WKN/ISIN, Börse etc.