Nordex, Vestas und Co - Windenergie: Zubau stark rückläufig - Commerzbank Kolumne

Nordex-Zentrale in Hamburg. Bild und Copyright: Michael Barck / www.4investors.de.

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23.01.2020 10:58 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Zuletzt ging der Zubau von neuen Windstromanlagen in Deutschland stark zurück. Dieser Trend hielt auch in 2019 weiter an. Die Gründe liegen in immer komplizierteren Genehmigungsverfahren mit häufigen Einsprüchen und zu wenigen Bietern für geplante Projekte in neuen Auktionsverfahren. Dazu gibt es viele genehmigte Projekte, die zunächst nicht umgesetzt werden. Im Ausland sieht es deutlich besser aus. Deshalb sehen wir weiter gute Perspektiven für die global aufgestellten Windenergieanlagenhersteller Vestas und Siemens Gamesa.

Anleihen


Norwegen: Zinsentscheidung Norges Bank, 10:00 Uhr
Euroraum: EZB Zinsentscheidung, 13:45 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Die zurückkehrende Risikoaversion unterstützte gestern die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen. Die Rendite zehn-jähriger Bundespapiere sank von minus 0,24% bis auf minus 0,27% im Tief. Der Markt reagiert derzeit auf mehrere Themen mit Unruhe und daher mit einer Flucht in die Sicherheit. Zum einen drohte US-Präsident Trump der Europäischen Union (EU) mit „sehr hohen Strafzöllen“ auf den Import von Autos und andere Waren, sollte es kein neues gemeinsames Handelsabkommen geben. Trump beklagte erneut die Asymmetrie des Handels zwischen der EU und den USA: Die EU-Staaten exportierten deutlich mehr in die USA als umgekehrt. Es stellt sich die Frage, ob Trump eine Auseinandersetzung mit der EU im Wahlkampf benutzen könnte, um Wählerstimmen zu gewinnen. Falls er diese Strategie verfolgen sollte, dürfte dies an den Börsen negativ aufgenommen werden und Bundesanleihen weiter profitieren. Die Märkte beunruhigt auch die steigende Zahl der Infizierten und Todesopfer durch das sich in China weiter ausbreitende Coronavirus. Gerade während der aktuellen Hauptreisezeit, anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes am kommenden Wochenende, könnte sich das Virus schnell ausbreiten und damit auch wirtschaftlich spürbare Schäden anrichten. Die Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen weiteten sich gestern gegenüber Bundesanleihen aus. Grund war die sich verschärfende Krise in der mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung. Nach Monaten stetig sinkender Umfragewerte und Streit in der Regierungskoalition trat Parteichef Di Maio zurück. Kommenden Sonntag wird in der wirtschaftlich starken Region Emilia-Romagna gewählt. Die oppositionelle Lega rechnet dort für sich mit deutlichen Zugewinnen.

Aktien


STMicro, Carrefour, Zahlen Q4 2019
Comcast, Intel, Zahlen Q4 2019
Procter & Gamble, Travelers, Zahlen Q4 2019

Nach fast zwei Jahren hat der DAX ein neues historisches Hoch erreicht. Kenner wissen – im DAX stecken jährlich um die 400 Punkte Dividendenausschüttung. Das bedeutet, dass die Kurse allein bis heute noch nicht auf den Niveaus vom Januar 2018 angekommen sind. Immerhin, in der Eröffnung trug die Euphorie den DAX über Marke von 13.600, die er in der Folge aber nicht halten konnte. Am Ende stand ein kleines Minus von -0,3% zu Buche. Aus Davos platzte zu den schwachen Vorabzahlen von Daimler (-2,1%) die Nachricht aufs Börsenparkett, dass Präsident Trump die Autozölle kei-neswegs vergessen hat. Folglich drückten Automobiltitel und andere Zykliker auf die Marktentwicklung. Die Gewinner Infineon (+1,4%) und Deutsche Börse (+1,3%) machten das nicht wett. Kräftig unter Druck standen im MDAX K+S (-8,2%) nach Analystenherabstufung sowie die volatile Varta (-6,9%). Auf europäischer Ebene lief der Handel parallel. Der Euro Stoxx 50 gab 0,5% ab. Marktführer war Philips (+1,4%), da-gegen lag Sanofi (-2,7%) am Ende. Die Berichtssaison bestimmt jetzt das Geschehen an den US-Märkten. Nach wir vor heißt das Motto Rekordfahrt. Das gelang nur im Verlauf, auf Schlusskursbasis stagnierten die großen Indizes. Bester Sektor war IT (+0,4%), während Energie (-0,9%) mit dem schwächeren Ölpreis am stärksten nachgab. Größter Gewinner im Dow Jones war Intel (+3,6%) vor den heutigen Zahlen. Positive Reaktion auf den Bericht gab es bei IBM (+3,4%), negative dagegen bei Johnson & Johnson (-0,7%) sowie Netflix (-3,6%). Tesla (+4,1%) setzte die Fahrt munter fort und überholte VW! Die Stimmung heute in Asien ist schlecht mit Verlusten über 2% in China. War der DAX-Rekord nur eine Eintagsfliege? Die Indikationen sind auch in Europa wieder etwas tiefer.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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