Munich Re & Co: Marktstrukturen im Rückversicherungsgeschäft - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Munich Re.

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16.01.2020 10:02 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der weltweite Rückversicherungsmarkt ist im Vergleich zum globalen Versicherungsvolumen klein und wird von einer überschaubaren Zahl von Unternehmen geprägt. Global dominieren europäische Unternehmen wie Münchner Rück, Swiss Re, Hannover Rück oder Scor. Grob ist dieser spezielle Versicherungsmarkt bei hoher Marktkonzentration in das (eher kurzfristige) Schaden-/Unfall- & (langfristige) Haftpflichtgeschäft sowie in das Kranken- und Lebensversicherungsgeschäft unterteilt. Im weltweiten Leben-Rück-Geschäft ist die Konzentration sogar noch deutlicher als im Schaden- & Unfallgeschäft. Rückversicherer treffen sich mit Erstversicherern und Maklern jedes Jahr in Monte Carlo (September) und Baden-Baden (Oktober), um über Preise und Konditionen des nächsten Jahres in der Sach-Sparte zu sprechen. Die Ergebnisse aus diesen Gesprächen können Anleger in den sogenannten Erneuerungsrunden Anfang eines Jahres, im April und Juli dann erfahren, soweit darüber vom Versicherer berichtet wird.

Anleihen


USA: Importpreise (Dez.), 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsätze (Dez.), 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Wie erwartet unterzeichneten die USA und China den ersten Teilvertrag (Phase-1-Deal). US-Präsident Trump bezeichnete den Vertrag als größten Deal aller Zeiten, allerdings fielen die Marktbewegungen sehr verhalten aus. Zwar einigte man sich auf eine gewisse Rücknahme der Zölle, allerdings wird ein Großteil auf Wunsch der USA beibehalten. Positiv ist aber, dass eine weitere Eskalation, d.h. die Einführung weiterer Zölle, damit vermieden worden ist. Trump stellte die Abschaffung aller US-Strafzölle in Aussicht, sollte sich beide Seiten auf ein Phase-2-Abkommen einigen. Gestern waren weniger riskantere Anlagen wieder stärker gefragt. Die Renditen von Staatsanleihen gingen deutlich zurück. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihe sank in der Spitze um 5 Bp. auf minus 0,22%. Noch kräftiger fielen die Renditen britischer Gilts, nachdem der Verbraucherpreisanstieg im Dezember überraschend von 1,5% auf 1,3% J/J zurückging. Seit vergangener Woche verstärken sich für die Bank of England (BoE) Zinssenkungsspekulationen, nachdem sich Notenbankchef Mark Carney offen für eine Senkung zeigt. Bereits für Ende Januar ist eine Zinssenkung mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich mehr als 50% eingepreist. Das britische Pfund schwächte sich gestern nur leicht ab. In Deutschland stieg das reale BIP-Wachstum 2019 wie er-wartet um 0,6% (nach 1,5% 2018). Besonders stark belastet hat der Außenhandel. So erhöhten sich die Ausfuhren lediglich um 0,9% (nach 2,1% 2018), die Einfuhren stiegen dagegen um 1,9%. Die Ausrüstungsinvestitionen entwickelten sich mit +0,4% (nach 4,4%) sehr schwach. Der Private Konsum (+1,6%) und die Bauinvestitionen (+3,8%) legten stärker als 2018 zu und verhinderten eine Rezession. Für dieses Jahr rechnen wir nur mit einer geringen Erholung auf 0,8%.


Aktien


Alstom, Ergebnis Q3
Beiersdorf, Jahresumsatz
Morgan Stanley, Jahresergebnis

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Mittwoch zumeist etwas schwächer. Etwas stärker ins Minus rutschten lediglich die Leitindizes in Österreich (-1,2%) und in Italien (-0,7%). Die Vorgaben aus Asien waren schon etwas eingetrübt. Der US-Finanzminister hatte angekündigt, dass die US-Zölle auf chinesische Importe vorerst bestehen bleiben würden. Die geplante Unterzeichnung eines ersten Handelsabkommens der USA mit China (sogenannter Phase-1-Deal) wurde dadurch überschattet. Möglicherweise könnte das geplante Handelsabkommen mit den Regeln der Welt-handelsorganisation nicht übereinstimmen. Nachdem am Dienstag insbesondere die Ergebnisvorlagen von J.P. Morgan Chase sowie der Citigroup überzeugt hatten, enttäuschten die Quartalsausweise der Bank of America (-1,8%) sowie von Goldman Sachs (-0,2%). Das hatte auch Auswirkungen auf Europa. Im Dax (-0,2%) gehörte die Notierung der Deutschen Bank, die seit Jahresbeginn zu den begehrtesten Titeln zählt, mit einem Minus von 2,4% zu den größten Verlierern (Commerzbank: -3,9%). Auch Automobilwerte wie Daimler (-2,5%) oder BMW (-1,5%) standen unter Druck. Demgegenüber konnte die Aktie von Wirecard weiter zulegen und führt nun im Dax mit einem Plus von fast 13% seit Anfang 2020 die Performancerangliste an. Auf europäischer Sektorenebene waren v.a. defensive Branchen wie Versorger (+1,3%) und Pharma (+1,2%) gefragt. Die stärksten Verluste verzeichneten die Sektoren Banken (-1,4%) sowie Automobile (-1,7%). Die Börsen in den USA tendierten etwas freundlicher. Der Dow Jones-Index (+0,3%) markierte erneut ein Allzeithoch. Auf Sektorenebene waren wie in Europa insbesondere Versorgerwerte gefragt (+1,4%; Tagesverlierer: Energie: -0,7%). Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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