E-Mobilität: Schnellerer Ausbau öffentlicher Ladesäulen begrüßenswert - Commerzbank Kolumne

Bis zum Jahr 2030 sind eine Million öffentliche Ladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte nach Ansicht der Bundesregierung nötig, um die EU-Klimaziele 2030 zu erreichen. Bild und Copyright: Manfred Steinbach / shutterstock.com.

Bis zum Jahr 2030 sind eine Million öffentliche Ladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte nach Ansicht der Bundesregierung nötig, um die EU-Klimaziele 2030 zu erreichen. Bild und Copyright: Manfred Steinbach / shutterstock.com.

15.11.2019 09:55 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Um die Elektromobilität schneller auf die Straße zu bringen, hat die Bundesregierung einen „Masterplan Ladeinfrastruktur“ auf den Weg gebracht, überraschenderweise ohne Mitwirken der Energieversorgungsunternehmen. Der Plan zielt darauf ab, mehr Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Bis 2030 wird ein PKW-Bestand von 7 bis 10 Mio. E-Autos auf Deutschlands Straßen zur Erfüllung der CO2-Vorgaben für nötig erachtet. Die derzeit elektrifizierten Fahrzeuge von rd. 220.000 (Stand August 2019) sind erst ein Tropfen auf den heißen Stein. Wichtige Voraussetzung für eine größere E-Auto-Dichte ist ein gut ausgebautes Netz von Ladepunkten. Gerade in ländlichen Gebieten sucht man dieses oft vergebens. Derzeit gibt es rund 21.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland, wovon die Energiewirtschaft mit ca. 7.000 Ladepunkten der größte Anbieter ist. Bis zum Jahr 2030 sind eine Million öffentliche Ladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte nach Ansicht der Bundesregierung nötig, um die EU-Klimaziele 2030 zu erreichen. Bis 2022 sollen zusätzlich 50.000 öffentliche Ladepunkte installiert werden, wovon die Automobilindustrie 15.000 errichten will. Auch müsste die Bearbeitung der Anträge für neue Ladepunkte von derzeit durchschnittlich ca. acht Monate auf künftig drei bis vier Monate deutlich verkürzt werden. Insbesondere geht es darum, die Hürden für den Einbau privater Ladegeräte abzubauen, z.B. die notwendigen Erleichterungen im Miet- und Wohnungseigentumsrecht schneller umzusetzen. Von politischer Seite wird eine deutliche Anhebung der Kaufprämie für Elektroautos bis auf 6.000 EUR, die zudem bis Ende 2025 verlängert werden soll, angegangen. Für rein elektrische PKWs unterhalb eines Listenpreises von 40.000 EUR soll der Zuschuss ab 2021 auf 6.000 EUR steigen und für sog. Plug-in-Hybride in dieser Preisklasse dann auf 4.500 EUR angehoben werden, je zur Hälfte getragen von Bund und Automobilindustrie.


Anleihen


USA: Empire State Index (November), 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsätze (Oktober), 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion (Oktober), 15:15 Uhr

Der schwindende Risikoappetit aufgrund der stockenden Handelsgespräche zwischen den USA und China und einige enttäuschende Konjunkturdaten unterstützten auch gestern die Rentenmärkte. Nachdem die Rendite zehnjähriger Bun-desanleihen am Mittwoch um 4 Basispunkte auf minus 0,30% zurückgegangen war, sank sie gestern bis auf minus 0,35%. Für eine gewisse Erleichterung – und damit für eine zwi-schenzeitliche Belebung der Risikofreude – sorgten die über-raschend guten Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal. Es stieg um 0,1% gegenüber dem Vor-quartal, Volkswirte hatten dagegen mit einem Abschwung um 0,1% gerechnet. Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft doch nicht in einer sogenannten „technischen Rezession“, was bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit Wirt-schaftsrückgängen der Fall wäre. Trotzdem herrscht nicht überall eitel Sonnenschein. Zum einen hat die seit Jahren zu beobachtende Erosion der Wettbewerbsfähigkeit Deutsch-lands begonnen, sich negativ in den harten Daten niederzu-schlagen. Zum anderen bleibt die Unsicherheit über die Zu-kunft des Welthandels selbst dann hoch, wenn sich die USA und China auf einen Handelsvertrag einigen. So zeichnet sich oberdrein für das laufende vierte Quartal in der deutschen Industrie noch keine nachhaltige Wende zum Besseren ab. Das ein erhoffter Schwung durch Chinas Wirtschaft noch eine Weile auf sich warten lässt, zeigten die gestrigen Wirtschafts-daten: Im Oktober gingen Industrieproduktion und Einzelhan-delsumsätze gegenüber dem Vorjahr überraschend zurück. Die US-Erzeugerpreise im Oktober nahmen nur um 1,1% J/J zu (September 1,4%) und bleiben damit weiter unter dem Ziel der US-Notenbank Fed. Dies spricht aktuell dafür, dass die Fed die Leitzinsen auf absehbare Zeit konstant hält.

Aktien


LEG Immobilien, Ergebnis Q3

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Han-delstag bei oftmals ruhigerem Handel etwas schwächer. Die stärksten Indexverluste wies dabei der Leitindex in London auf, der um 0,8% nachgab. Für Gegenwind sorgten insbe-sondere schwächere Makrodaten aus Japan (u.a. Ausfuhren) sowie aus China (enttäuschende Industrieproduktion). Die Tatsache, dass die deutsche Wirtschaft in Q3 um 0,1% wuchs und somit eine „technische Rezession“ vermieden werden konnte, gab dem Markt dagegen etwas Zuversicht. Tagesver-lierer im Dax (-0,4%) war die Aktie von Daimler (-4,5%). Hier kamen die angekündigten Sparmaßnahmen etc. auf dem Kapitalmarkttag in London bei den Investoren offenbar nicht gut an. Die Aktie von Merck fiel nach Bekanntgabe von Quar-talszahlen um 3,3% und diejenige von RWE trotz Vorlage von robusten Zahlen um 2,5%. In der zweiten Reihe büßte die Aktie von K+S nach einer Kürzung der Produktionsmenge und der Senkung des Ergebnisziels um 5,4% ein. Auf europä-ischer Sektorenebene waren gestern vor allem Werte aus dem Bereich Immobilien gefragt, die im Schnitt um 0,5% gewannen. Dagegen büßten Automobilwertewerte als Tages-verlierer durchschnittlich 1,4% ein. Die Börsen in den USA tendierten uneinheitlich, dabei aber wenig verändert unter ihren Rekordhochs. Für leichten Gegenwind sorgten etwas schwächere Arbeitsmarktdaten. Die Aktie von Cisco Systems verlor nach einer Gewinnwarnung 7,3%. Auf Sektorenebene waren insbesondere Immobilienwerte gefragt, die im Schnitt um 0,8% zulegten. Tagesverlierer waren Aktien aus dem Bereich Energie, die durchschnittlich um 0,3% nachgaben. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss unein-heitlich. Positive Meldungen in Bezug auf den Handelsstreit (USA/China) führten vor allem in Japan (+0,7%) und in Süd-korea (+1,1%) zu spürbaren Zuwächsen. Dagegen gaben die Börsen in China abermals etwas nach.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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